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International Wieder schwere Luftangriffe auf Aleppo

Der Osten der syrischen Stadt Aleppo wird erneut von der russischen Luftwaffe aus der Luft bombardiert. Rebellen wie auch die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichten von Todesopfern.

Nach einigen relativ ruhigen Tagen sind bei neuen Luftangriffen auf die syrische Stadt Aleppo mindestens zwölf Menschen getötet worden. Auf die Rebellengebiete im Osten der geteilten Stadt hätten russische Kampfflugzeuge Bomben abgeworfen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Sie sprach von den «schwersten russischen Bombardierungen» seit einer Woche. Unter den Toten in den Stadtteilen Bustan al-Kasr, Ferdus und Al-Katarigi seien auch vier Kinder. Auch der Rebellenkommandant Sakaria Malhifdschi bestätigte der Agentur Reuters: «Es gibt neue Bombardierungen. Sie sind massiv». Ein Reporter von AFP berichtete von einem zerstörten mehrstöckigen Gebäude.

«Schwerste Bombardierungen»

Laut dem Aktivisten Mahmut Raslan haben russische Kampfjets erneut mindestens eine bunkerbrechende Bombe abgeworfen. Russland unterstützt den syrischen Machthaber Baschar al-Assad bei der Militäroffensive zur Rückeroberung von Aleppo. Die Regierungstruppen wollen die geteilte Stadt vollständig unter ihre Kontrolle bringen. Sie kontrollieren den Westen Aleppos, die Rebellen den Osten.

Legende: Video Drohnenflug über dem Osten von Aleppo abspielen. Laufzeit 0:54 Minuten.
Vom 11.10.2016.

Rebellen im Osten der Stadt Aleppo haben am 10. Oktober auf dem Youtube-Kanal von Aleppo Media Center (AMC), Link öffnet in einem neuen Fenster Videoaufnahmen mit einer Drohne publiziert, welche Strassenzüge des zerstörten Stadtteils zeigen.

Vor knapp einer Woche hatte die syrische Armee mitgeteilt, sie werde ihre Angriffe auf Aleppo reduzieren, damit Zivilisten den von Rebellen beherrschten Ostteil der Stadt verlassen könnten. Am Montag hatte das Staatsfernsehen verkündet, auch Rebellen könnten den belagerten Teil Aleppos mit leichten Waffen wie Gewehren verlassen. Ähnliche Ankündigungen hatten sich in der Vergangenheit aber als Finte herausgestellt.

Rebellen-Angriff auf Schule

Auch im Süden Syriens geht die Gewalt weiter. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete von einem Raketenangriff der Rebellen auf eine Schule in der Stadt Daraa. Dabei sollen mindestens fünf Kinder getötet worden sein. Das berichtete auch die Syrische Beobachtungsstelle.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Erst sollten wir mal festhalten, dass die sogenannten Rebellen, die die Bürger in Ost-Aleppo "beschützen", in aller Welt als Terroristen gelten. Die Eroberung von bewohnten Stadtteilen war und ist fast immer mit grossen zivilen Opfern verbunden. Mich wundert, wie die baldige Eroberung von Mosul in unseren Medien dargestellt wird. Die US-Koalition wirft sicher mit Gummibärchen nach den Rebellen in Mosul, um sie zu vertreiben.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Im Irak hat man die Zivilbevölkerung nicht monatelang ausgehungert und die aus Mosul fliehenden mit Bomben beworfen.
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    2. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Nein, im Irak raubt man die Bürger seit der glorreichen Demokratisierung systematisch aus. An die meisten lukrativen Einnahmequellen des Iraks sitzen ausländische Konzerne und Personen in Schlüsselpositionen.(Basra etc.). Imperialismus in Reinkultur. Die US-Basen werden so direkt mit irakischen Vermögen finanziert.
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    3. Antwort von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
      Bei der Befreiung/Eroberung Falludschas sprach die UN von Wasser-und Hungersnot, extremer Notlage, medizinischem Notstand und fehlenden Hilfstransporten. Flüchtlinge wurden von den Dschihadisten hingerichtet, genau wie in Aleppo wo die führende “Rebellengruppe“ Fateh al-Sham den selben Ursprung wie der IS hat. Es gibt kein gewaltfreies Rezept der Befreiung einer Stadt aus der Terrorherrschaft religiöser Fanatiker; jenachdem wer der Befreier ist, wird er von unseren Medien bejubelt /verteufelt.
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  • Kommentar von F. Alex (anti-cliché)
    Wer immer der Aggressor ist: Immer sind es viele Kinder und Schwache, Unschuldige, die die Opfer sind. Ach du Menschheit...
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Der Aktivist Mahmut Raslan, der hier zitiert wurde, ist nachweislich mit der grausamen Harakat Nour al-Din al-Zenki affiliiert und liess sich kurz vor der Enthauptung eines 12-Jährigen Jungen mit den Tätern fotografieren. Allen verbleibenden "Rebellengruppen" werden von AI grausame Verbrechen vorgeworfen, da muss man sich natürlich bei ihren Kommandeuren informieren. Der Bericht spricht von Finten; widerspricht dabei den Tatsachen und SRF: Evakuierung aus einem syrischen Ort des Schreckens.
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