«Wir holen die Kinder aus dem Krieg»

In Kolumbien und Syrien konnten Kinder die Kampf- und Kriegsgebieten entkommen – zumindest auf Zeit. Junge FARC-Guerilleros dürfen die Lager der linken Rebellen für immer verlassen.

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Keine Kindersoldaten mehr bei der FARC

1:32 min, aus Tagesschau vom 16.5.2016

Kinder im Dienste der kolumbianischen Guerillaorganisation FARC sollen die Rebellencamps verlassen. Darauf haben sich die Unterhändler der Regierung und der FARC bei den Friedensgesprächen in Havanna geeinigt.

Die Kinder sollen eine Ausbildung erhalten und mit ihren Familien wiedervereint werden, heisst es in einer gemeinsamen Erklärung. «Wir haben ein historisches Abkommen erzielt, um die Kinder aus dem Krieg zu holen», schreibt Präsident Juan Manuel Santos auf Twitter.

Guerilleros unter 14 Jahren straffrei

FARC-Mitglieder unter 14 Jahren bleiben demnach vollkommen straffrei. Guerilleros zwischen 14 und 18 Jahren sollen beispielsweise vom Vorwurf der Rebellion freigesprochen werden.

Regierung und FARC verhandeln bereits seit Ende 2012 in der kubanischen Hauptstadt über die Beilegung des seit Jahrzehnten andauernden Konflikts. Die Gespräche stehen kurz vor dem Abschluss, es hakt aber noch an einigen Details.

Im Bürgerkrieg zwischen linken Guerillagruppen, rechten Paramilitärs und dem Militär kamen bislang rund 220'000 Menschen ums Leben.

Atempause auch für syrische Schüler

In einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus haben mehrere
hundert Kinder zwei von Rebellen gehaltene Orte
verlassen dürfen, um in der Schule ihre Abschlussprüfungen abzulegen. Danach kehrten
sie wieder in die von Regierungstruppen belagerten Orte zurück. Die Schüler
seien sorgfältig durchsucht worden, bevor sie in die Prüfungszentren
eskortiert worden seien, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Das Ganze sei durch eine Übereinkunft
örtlicher Vermittler mit Vertretern der Regierungstruppen ermöglicht
worden.