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International Wo bleibt die Hilfe?

Angst, Verzweiflung, Wut bei den Taifun-Überlebenden. Die Verwüstungen auf den Philippinen erschweren die Hilfe. Die Polizei fürchtet Anarchie.

Menschen warten am Flughafen auf Hilfe hinter einem Zaun.
Legende: Die Menschen am Flughafen sind verzweifelt. Sie brauchen Wasser, Nahrung. Die Hilfe läuft nur langsam an. Keystone

Eine junge Frau streckt die Arme über den Zaun am Flughafen. Mit Tränen in den Augen fragt sie: «Habt ihr Wasser?» Ihre Stimme ist rau. Hinter ihr wird geschubst und gestossen. Die Überlebenden von Taifun «Haiyan» auf den Philippinen warten seit Tagen auf Hilfe. Wo bleiben die Rettungsteams? Die Menschen sind traurig, verzweifelt, ohnmächtig.

«Wir haben nichts, hier kommt nichts an», sagte Gilda Malinao aus Tacloban. Der Taifun hat ihre Heimatstadt dem Erdboden gleichgemacht. «Bitte, bitte schickt uns Hilfe, bitte helft uns», fleht sie. Hunderttausende Menschen teilen ihr Schicksal. Sie haben Freunde und Familie verloren, viele werden vermisst.

Legende: Video SRF-Korrespondentin Bossart: «Es fehlt an Wasser und Nahrung» abspielen. Laufzeit 00:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.11.2013.

Hunger, Durst und fehlende medizinische Hilfe

Die Regierung der Philippinen schafft es auch am dritten Tag nach der Katastrophe kaum, Hilfsgüter in alle zerstörten Regionen zu bringen. «Es gibt kaum mehr sauberes Trinkwasser. Nahrung sowie Zelte fehlen und die medizinische Versorgung ist lückenhaft», berichtet SRF-Korrespondentin Ruth Bossart aus Cebu. Viele Verletzte könnten nicht versorgt werden.

Erschwerend sind laut Bossart auch die Plünderungen – teilweise von verzweifelten Leuten, aber auch von solchen, die sich einfach nur bereichern wollen. Die Polizei fürchtet Anarchie.

Hindernisse für die Helfer

Die Helfer haben es schwer: Zerstörte Strassen, Flughäfen und unterbrochene Kommunikationsnetze. Auch die Koordination mit den Behörden vor Ort ist schwierig. Die Verwaltung ist zusammengebrochen, viele von ihnen sind ebenfalls betroffen. Der Flughafen von Tacloban schwer beschädigt ist. Die ganz grossen Maschinen können nicht landen.

Erste Hubschrauber haben die Opfer erreicht. Sie bringen Hilfsgüter und retten Menschen aus dem Katastrophengebiet. An Bord sind Alte, Kranke, Frauen und Kinder. Eine Mutter drückt ihr krankes Baby an sich. Ein Helfer hat dem Kind grosse gelbe Kopfhörer übergestülpt. Angst spiegelt sich in seinen Augen. Der Mutter rinnen Tränen übers Gesicht – ob es Tränen der Erleichterung oder der Verzweiflung sind, weiss nur sie.

Die Glückskette sammelt für die Taifun-Opfer auf den Philippinen. Spenden können Sie auf das Konto 10-15000-6 mit dem Vermerk
«Überschwemmungen Asien» oder online.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Wenn die Miriaden von Reportern, die von jedem Käseblatt und Lokalradio in die Philippinen geschickt wurden, zuhause geblieben wären, und anstelle von Ihnen Hilfepakete dorthin gelangen würden, wo sich die Reporterteams hinbegeben, dann wäre eine schnellere Hilfe wohl möglich. Aber es ist für die newsgeile Welt viel wichtiger, möglichst aktuelle Bilder zuhause am TV sehen zu können, als darüber nachzudenken, welchen Sinn es eigentlich macht, dass ein solcher Kathastrophen-Tourismus stattfindet.
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  • Kommentar von Patrick Weber, Zürich
    Hier sieht man wiedereinmal, was die Schweiz mit einer gut ausgebauten Katastrophen-soforthilfe erreichen könnte. Nicht nur für die Menschen vor Ort, sondern auch für unser weltweites Image. Armee reduzieren auf das notwendige (Luftwaffe, Luftabwehr, EKF), Katastrophenhilfe ausbauen... Stellen sie sich nur einmal vor was für einen Eindruck es gemacht hätte wenn schweizer Hilfe vor der Amerikanischen in New Orleans gewesen wäre....
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  • Kommentar von M. Tisserand, Schweiz
    Immer weniger Länder können sich selber helfen. Einige Gründe sind sicher auch Korruption. Auch wir werden uns in Zukunft nicht mehr selber helfen können, wenn alle Landwirtschaftsflächen verbaut werden. Zu wieviel Prozent können wir Schweizer uns selber versorgen? Was, wenn Lieferungen einmal ausbleiben?
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    1. Antwort von E. Wagner, Zug
      Das ist eine gute Frage. Wir werden dann wohl auf den neuausgebauten Auto- und Landstrassen und Umfahrungen Kartoffeln an pflanzen müssen
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    2. Antwort von Beck, Beck
      Die Schweiz mit den Phillippinen zu vergleichen ist wohl sehr zünisch. Es scheint sie hatten nie das vergnügen in die Phillipinen zu reisen. Ich kennne die Menschen dort gut und auch ihre Lebenssituation OHNE sturm und Verwüstung. Hätten wir gleiches in der Schweiz, wäre es für uns Schweizer und auch für unsere Nachbarn ein Leichtes zu helfen. Tacloban ist jedoch, wie allerort in den Phills, eine Insel und nur schwer zugänglich.
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