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International Wo die syrischen Flüchtlinge Zuflucht finden

Millionen Menschen sind bereits aus dem Bürgerkriegsland Syrien geflüchtet. Die meisten von ihnen wurden von den Nachbarländern aufgenommen. In Europa fanden weitaus weniger syrische Flüchtlinge Zuflucht. Welches Land zeigt sich besonders solidarisch? Eine Übersicht.

Türkei: Fast zwei Millionen syrische Flüchtlinge hat die Türkei bislang aufgenommen und rund sechs Milliarden Dollar in die humanitäre Nothilfe investiert. Das Land zeichnet sich durch seine rasche und unkomplizierte Aufnahme von syrischen Flüchtlingen aus. Doch die Situation ist nicht unproblematisch. Die Türkei hat rund zehn Mal mehr syrische Flüchtlinge aufgenommen, als die gesamte EU in den letzten drei Jahren.

Lager Zaatari
Legende: Viertgrösste «Stadt» Jordaniens: Fast 80'000 Flüchtlinge leben in dem Flüchtlingslager Zaatari. (Bild von 2013) Reuters

Jordanien: Das kleine Land mit seinen rund 6,5 Millionen Einwohnern hat bisher 630'000 syrische Flüchtlinge aufgenommen. Mittlerweile hat sich die Beziehung zwischen den Flüchtlingen und den Einheimischen verschlechtert. Die Ressourcen werden knapp: Es hat nicht genug Strom und Wasser. Die Hilfsorganisation UNHCR versucht, die Lebensbedingungen in den Lagern zu verbessern.

Libanon: Obwohl das Land immer noch unter dem langjährigen Bürgerkrieg leidet, nahm der Libanon 1,1 Millionen Syrer auf. Das Land hat 4,4 Millionen Einwohner. Dies strapaziert die bereits beeinträchtigte Infrastruktur (Trinkwasserversorgung, Wohnungen) weiter. Die Regierung versucht zu verhindern, dass die Syrer im Land bleiben.

Irak

: Das Nachbarland hat knapp 250'000 Syrer aufgenommen. Die meisten befinden sich in den kurdischen Gebieten im Norden. Die humanitäre Situation ist besorgniserregend, die Zahl der Hilfsbedürftigen hat sich mit Beginn der Kämpfe nahezu verdreifacht.

Israel: Seit dem Bau der Sperranlage Israels im Jahr 2012, entlang der Grenze zu Ägypten, hat sich die Zahl der Flüchtlinge massiv reduziert. Nun ist geplant, auch die Grenze zu Jordanien besser zu sichern. Die Aufnahme von syrischen Flüchtlingen ist nicht geplant.

Golfstaaten: Die Grenzen dieser Staaten sind für Flüchtlinge aus Syrien geschlossen. Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Kuwait und Bahrain haben laut Amnesty International keinen einzigen Platz für die Umsiedlung von syrischen Flüchtlingen bereitgestellt. Gründe gibt es dafür mehrere. Unter dem Hashtag #Welcoming_Syria's_refugees_is_a_Gulf_duty empören sich die Menschen in den sozialen Medien über die mangelnde Solidarität. Das Königreich Saudi-Arabien betont hingegen, dass grosse finanzielle Hilfe geleistet werde.

USA: Bisher wurden 1500 Flüchtlinge aufgenommen, im Oktober sollen 300 weitere Migranten aufgenommen werden. Hilfsorganisation fordern, dass die USA sich stärker engagieren und mehr Migranten aufnehmen. Der Aufnahmeprozess ist wegen langer Sicherheitsüberprüfungen kostspielig. Durchschnittlich braucht es 18 Monate bevor ein Flüchtling ins Land kommen kann.

Grossbritannien hat seit Beginn des Bürgerkriegs rund 5000 Syrern Asyl gewährt. In den kommenden fünf Jahren will Premier David Cameron bis zu 20'000 Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen. Dies hat Premierminister David Cameron mitgeteilt. In Calais setzt das Land jedoch auf Zäune und Polizei, um Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Südengland zu stoppen.

Griechenland: Alleine im Monat Juli kamen knapp 35'000 syrische Flüchtlinge im Land an. Eine von der Regierung angemietete Fähre beherbergt 2500 syrische Flüchtlinge. Vom griechischen Festland aus reisen die meisten Flüchtlinge über Mazedonien und Serbien in andere EU-Länder, vor allem nach Deutschland weiter.

Das Engagement der europäischen Länder bei der Aufnahme von syrischen Flüchtlingen ist gering. Gemäss UNHCR haben zwischen April 2011 und Juli 2015 um die 350'000 Syrer Asyl in den europäischen Ländern beantragt. Spitzenposition nimmt bei weitem Deutschland ein. Rund 100'000 fanden im selben Zeitraum Zuflucht in Deutschland. Berlin hat mittlerweile zugesagt, 25'500 weitere Syrer aufzunehmen.

Angesichts des Zustroms streitet die EU seit längerem um eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge. Ein neuer Verteilschlüssel mit fixen Quoten ist geplant. In mehreren östlichen EU-Staaten lehnt man fixe Flüchtlingsquoten aber ab.

Die Glückskette ruft zu Spenden für die Flüchtlinge auf. Diese können auf das Konto 10-15000-6 (Vermerk «Flüchtlinge»), auf www.glueckskette.ch oder via App «Swiss Solidarity» überwiesen werden.

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Dass hier Kommentatoren besorgte, engagierte Menschen, welche sich vor Ort ein Bild über die Flüchtlingssituation machen, um dann effizient & zielgerichtet helfen zu können als Gaffer bezeichnen, zeigt, wie weit wir es gebracht haben. Ich habe genug von Schaukelstuhlproleten, welche alles & jedes in den Schmutz ziehen wollen weil sie von einem polemischen, destruktiven Weltbild getrieben sind. Wer heute hilft, wird dumm angemacht & als weltfremder Gutmensch der Lächerlichkeit Preis gegeben.
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    1. Antwort von Jürg Sand (Jürg Sand)
      Niklaus Bächler, dann sagen Sie uns doch einmal, wie man Sie für Ihre Arbeit bei den Hilfwerken entlohnt (inkl. Reisespesen etc.). Es interessiert mich, weil mein Steuerfranken garantiert auch dabei ist und den habe ich nicht im Schaukelstuhl verdient!
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    2. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Ich hätte wetten können dass J. Sand eine solche Frage stellt!Nur schon ihre Frage ist traurig genug, denn auch sie gehören wohl zu denjenigen «Flüchtlingskritikern» denen der Steuerfranken wichtiger ist, als Humanität! Eine solche Haltung diesqualifiziertl!Ich darf sie aber beruhigen: Meine Einsätze kostet sie KEINEN einzigen Steuerfranken!Wir sind eine Interessengemeinschaft von Geschäftsleuten, welche einen Teil unserer Gewinne für Menschen in Not einsetzen!Nicht alle sind egoistisch wie sie!
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Diejenigen die an die türkische Grenze in Gaffermanier fahren um dann besserwisserisch ihre polemischen Kommentare zu verbreiten kommen mir gerade richtig. Wäre wohl besser die Reisekosten in Plüschtiere zu investieren und in Altstätten die Neuankömmlinge damit zu beglücken.
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Traurig ist, Herr Christmann, dass sie auch nicht einmal davor zurück schrecken Menschen mit Häme überziehen, die sich vor Ort versuchen ein realistisches Bild über die Flüchtlingssituation zu machen und nicht aus dem Schaukelstuhl das Elend kommentieren. Ich hätte schon noch gehofft, sie würden diesen Respekt an den Tag legen. Ja, ich war vor Ort, aber nicht als Gaffer, sondern als Mensch, der sich mit einem Hilfswerk für andere einsetzt. Schade, dass sie sogar dies lächerlich machen wollen!
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    2. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Ja, Herr Bächler und in Likasi (Kongo) den ganzen Tag eifrig Kommentare geschrieben. War das der Sinn und Zweck? Ich habe mich damals schon gefragt wer Ihnen diese Reise finanziert hat? Die Kommentare hätte man genauso gut in der Schweiz schreiben können. Nicht das erste Mal, dass ich sehe wie Gutmenschen den eigenen Arbeitsplatz sichern. Oder, wie in diesem Fall, mal einen Abenteuerurlaub auf Kosten anderer machen.
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    3. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      M.Helmers, ich frage sie, woher nehmen sie das Recht, so über andere Menschen zu urteilen? Sie wissen weder was ich tue, noch wie ich mein Geld verdiene! Dass sie mir Abenteuerreisen unterstellen & andere mich hier als Gaffer bezeichnen ist bezeichnend für die Neiderkultur und die Ohnmacht derjenigen, welche in ihrer Begrenztheit der Vorstellungskraft gefangen sind! Es gibt auf dieser Welt viele Menschen, die aus Eigenantrieb Gutes tun, auch wenn sie dies vielleicht nicht zu verstehen vermögen!
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Mir gehen Menschen auf die nerven, die das Leid der Flüchtlinge marginalisieren & diese sogar als Smartphoneflüchtlinge titulieren! Ich hätte locker 100 Beispiele, welchen Menschen es auch noch wirklich dreckig auf dieser Welt geht! Hier haben wir aber eine Tragödie zu bewältigen, welcher der ewige Zynismus einiger Unbelehrbarer jeder Beschreibung spottet! Ich habe es satt hier Kommentare von ignoranten Besserwissern zu lesen, welche aus ihrem Schaukelstuhl heraus die Welt zu erklären versuchen!
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    1. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Wer zwingt Sie die Kommentare zu lesen?
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