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Xi Jinping in Pjöngjang Nordkorea sieht sich in der Atompolitik bestätigt

An blumigen Worten, pathetischen Formulierungen und Menschenmassen, die artig Fähnchen und künstliche Blumen schwenkten, mangelte es nicht in Pjöngjang, als Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping seinen Kollegen Kim Jong-un besuchte. Worum es dabei ging, erklärt SRF-Korrespondent Samuel Emch.

Samuel Emch

Ostasien-Korrespondent

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Samuel Emch ist seit Sommer 2022 Ostasien-Korrespondent für SRF. Zuvor war er während mehrerer Jahre Wirtschaftsredaktor bei SRF.

Welche handfesten Ergebnisse brachte Xis Besuch?

Es wurden keine Abkommen, Verträge oder Absichtserklärungen unterzeichnet. Das war auch nicht erwartet worden. Im Vordergrund stand die politische Annäherung der beiden Nachbarn. In den vergangenen Jahren war eine gewisse Distanz zwischen Peking und Pjöngjang entstanden. Ein Grund dafür war sicher das nordkoreanische Atomprogramm, das China immer wieder Probleme gemacht hat.

Weiss man, ob über die Atomwaffen gesprochen wurde?

Nein. Weder die chinesische noch die nordkoreanische Seite machten Angaben dazu. Das ist bemerkenswert, denn das Atomprogramm prägt die Beziehungen und auch die gesamte Sicherheitslage in der Region. China hat sich wiederholt für eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel ausgesprochen. Doch Nordkorea machte in den vergangenen Monaten mehrfach klar, dass sein Atomprogramm nicht zur Verhandlung steht. Im Gegenteil: Die Führung in Pjöngjang will ihre nuklearen Fähigkeiten weiter ausbauen. Wie China dazu steht, lässt sich nur indirekt beurteilen. Xi sagte, China wünsche dem koreanischen Volk, dass es die Ziele verwirkliche, die von der Regierungspartei festgelegt worden seien im Februar. Zu diesen Zielen gehört auch der weitere Ausbau des Atomprogramms. Manche Beobachter interpretieren das nun als stillschweigende Akzeptanz des Atomprogramms durch China.

Wie profitiert Nordkorea von der Unterstützung Moskaus im Ukraine-Krieg?

Nordkorea hat erreicht, dass Russland das Atomprogramm nicht mehr offen kritisiert. Zudem gelangten Lebensmittel, Treibstoffe oder Baumaterial aus Russland ins Land. Auf Satellitenbildern ist zu erkennen, dass entlang der Bahnverbindung nach Russland neue Gebäude entstanden sind. Nächtliche Aufnahmen aus dem All zeigen auch, dass Pjöngjang heute deutlich heller beleuchtet ist als noch vor wenigen Jahren. Offenbar profitiert Nordkorea nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch von der Zusammenarbeit mit Russland. Bei neu vorgestellten Kriegsschiffen haben Analysten Waffensysteme identifiziert, die den russischen sehr ähnlich sehen.

Wie abhängig ist Nordkorea noch von China?

China bleibt mit Abstand der wichtigste Handelspartner Nordkoreas. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 90 Prozent des nordkoreanischen Aussenhandels über China laufen. Gleichzeitig hat die Partnerschaft mit Russland Nordkoreas aussenpolitischen Spielraum erweitert. Peking will seinen Einfluss auf Nordkorea nicht verlieren. Deshalb wurden in letzter Zeit mehrere Zug- und Flugverbindungen zwischen den beiden Ländern wieder aufgenommen.

Wo steht Nordkorea heute?

Die Führung in Pjöngjang sieht sich sicher darin bestätigt, dass ihre Atomwaffen die beste Garantie für ein Überleben des Regimes sind. Der Blick richtet sich dabei auch auf den Krieg im Iran. Gleichzeitig konnte Pjöngjang seine internationalen Beziehungen in den letzten Jahren verbreitern. Das Land bleibt zwar isoliert, doch die Isolation ist heute deutlich geringer als noch vor sieben Jahren, beim letzten Besuch Xis.

 

Echo der Zeit, 9.6.2026, 18:00 Uhr ; 

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