Zschäpe-Verteidiger fordern Einstellung des Prozesses

Die Anwälte von Beate Zschäpe kritisieren die mediale Vorverurteilung ihrer Mandantin im NSU-Prozess. Sie beantragen deshalb die Einstellung des Verfahrens gegen Beate Zschäpe – und werfen der Anklagebehörde Aktenvernichtung vor.

Anja Sturm (links) und Wolfgang Sturm, Anwälte von Beate Zschäpe. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Anja Sturm und Wolfgang Sturm, Anwälte von Beate Zschäpe, kritisieren die öffentliche Vorverurteilung Zschäpes. Keystone

Im NSU-Mordprozess hat die Verteidigung der Hauptangeklagten Beate Zschäpe die Einstellung des Verfahrens beantragt. Anwältin Anja Sturm begründete dies vor dem Münchner Oberlandesgericht damit, dass ihre Mandantin in den Medien und von Politikern «als Mitglied einer Mörderbande oder Terrorgruppe» vorverurteilt worden sei.

Die Vorverurteilung sei durch den Generalbundesanwalt gesteuert und von Politikern aufgegriffen worden. «Wir beantragen die Einstellung des Verfahrens wegen unheilbarer Verfahrenshindernisse.»

Die Verteidigerin beklagte zudem, die Anklagebehörde habe nicht alle Akten vorgelegt. Ausserdem sei «eine ganze Reihe an Akten» vernichtet worden, die zur Aufklärung der Vorwürfe gegen Zschäpe wichtig gewesen wären. Der 38jährigen wird die Mitverantwortung für die Ermordung von zehn Menschen zur Last gelegt. Weitere Vorwürfe: Beteiligung an zwei Bombenanschlägen und 15 Raubüberfällen.