Zum Nachlesen: Protokoll der Ereignisse in Kopenhagen

Dänemark unter Schock: Ein Attentäter griff am Samstag zunächst ein Kulturcafé und dann eine Synagoge an. Die Polizei jagte ihn durch die Stadt. Zwei Unschuldige starben. Die Ereignisse seit Sonntagmorgen zum Nachlesen.

Eine Frau legt vor der Synagoge in Kopenhagen Blumen hin Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Eine Frau legt vor der Synagoge in Kopenhagen Blumen hin. Reuters

Was bisher in Kopenhagen geschah:

Der Ticker ist abgeschlossen.
  • Ein Unbekannter hatte am Samstag mit einer automatischen Waffe auf das Kulturcafé gefeuert, in dem ein Panel über Kunst, Gotteslästerung und freie Meinung stattfand. Es wird ein terroristischer Hintergrund vermutet. Ein Mann starb.
  • Eine zweite Schiesserei fand anschliessend vor einer Synagoge statt. Die Schüsse haben einen jungen jüdischen Wachmann in den Kopf getroffen und getötet.
  • Bei den zwei vorherigen Attentaten in der dänischen Hauptstadt waren zwei Menschen getötet und fünf verletzt worden, bevor die Polizei den mutmasslichen Attentäter am frühen Morgen erschoss.
  • 13 :16

    Ende des Livetickers

    Wir beenden hiermit unsere Live-Berichterstattung über die Ereignisse in Kopenhagen. Über das weitere Geschehen informieren wir Sie hier.

  • 13 :10

    «Charlie Hebdo»: «Ganze Traurigkeit kommt wieder hoch»

    Für «Charlie Hebdo» sind die Anschläge von Kopenhagen kein Anlass, aus Furcht Selbstzensur zu üben. Das Pariser Satireblatt war im Januar selbst Ziel eines blutigen Terroranschlags von Islamisten geworden.

    «Es ist fürchterlich, denn das geschieht jetzt einen Monat nach den Attentaten von Paris, und das lässt die ganze Traurigkeit wieder hochkommen», sagte der «Charlie-Hebdo»-Chronist Patrick Pelloux der Nachrichtenagentur AFP. «Diese faschistischen Integristen führen einen Krieg gegen die Kultur.» Sie versuchten, die Schriftsteller, Zeichner und Filmschaffenden über die Angst auszuschalten.

  • 12 :23

    Karneval in Deutschland wegen Terrorgefahr abgesagt

    Nach den Anschlägen von Kopenhagen sieht das deutsche Bundesinnenministerium derzeit keine erhöhte Terrorgefahr in Deutschland. Es gebe nach wie vor eine abstrakt hohe Gefährdung, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. «Wir haben aber keine konkreten Hinweise auf Anschlagsplanungen in Deutschland», betonte sie. «Die Lage ist unverändert.»

    Angst in Braunschweig

    Trotzdem ist der Karnevalsumzug in Braunschweig kurz vor dem Start wegen Hinweisen auf mögliche Terroranschläge abgesagt worden. Die Informationen seien in der Nacht und am Morgen eingegangen und bewertet worden, sagte ein Polizeisprecher. Aus «zuverlässigen Staatsschutzquellen» sei bekanntgeworden, dass «eine konkrete Gefährdung durch einen Anschlag mit islamistischen Hintergrund vorliege», heisst es bei der Polizei.

  • 12 :13

    Dänische Karikaturen: Die Vorgeschichte

    Nur knapp entging die dänische Hauptstadt im Dezember 2010 einem Terroranschlag. Damals stand die Kopenhagener Tageszeitung «Jyllands-Posten» im Visier von Islamisten. Fünf Männer wollten ein Blutbad in der Redaktion anrichten, die fünf Jahre zuvor Karikaturen des Propheten Mohammed veröffentlicht hatte. Dänemarks Sicherheitsbehörden konnten den geplanten Anschlag in letzter Minute verhindern, die Männer wurden in Schweden und Dänemark festgenommen.

    Der dänische Zeichner Kurt Westergaard, von dem die Karikaturen stammen, entging Anfang 2010 nur knapp einem Mordanschlag. Schon zwei Jahre zuvor waren Mordpläne gegen ihn vereitelt worden. Angesichts der Karikaturen sprachen empörte Muslime von Blasphemie und verwiesen darauf, dass Abbildungen des Propheten verboten seien.

    Um ihr Recht auf Meinungsfreiheit zu demonstrieren, hatten andere Zeitungen die Zeichnungen nachgedruckt, die Mohammed unter anderem mit einer Bombe im Turban zeigen. Anfang 2006 kam es daher in mehreren islamischen Ländern zu gewaltsamen Protesten mit mehr als 150 Toten. Mehrere skandinavische Botschaften gingen in Flammen auf. Das Terrornetzwerk Al-Kaida bekannte sich zu einem Bombenanschlag auf die dänische Botschaft in Islamabad (Pakistan), bei dem 2008 acht Menschen ums Leben kamen.

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    Karikaturenstreit

    2:40 min, aus Tagesschau vom 3.2.2006

  • 11 :46

    Dänische Moschee distanziert sich

    Die höchst umstrittene dänische Grimhøj-Moschee in Aarhus hat sich von den Terrorangriffen in Kopenhagen scharf distanziert. «Wir sind natürlich gegen jede Art von Gewalt und Terror gegen Unschuldige», sagte der Vorsitzende der Moschee, Oussama Mohamad El-Saadi, der Zeitung «Jyllands-Posten». Er sei traurig über die Ereignisse.

    El-Saadi warnte vor einer pauschalen Verurteilung aller Muslime, falls es sich bei dem Täter um einen Muslim handele. «Wir sollten in dieser Gesellschaft keinen Hass aufeinander schüren», sagte er. Aus dem Umfeld der Grimhøj-Moschee sollen viele der mutmasslichen dänischen Dschihadisten stammen, die sich in Syrien und im Irak der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen haben.

  • 11 :36

    Netanjahu ruft Europas Juden zur Auswanderung auf

    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Juden in Europa nach den Terroranschlägen auf ein Kulturcafé und eine Synagoge in Kopenhagen zur Auswanderung in den jüdischen Staat aufgerufen. «Juden wurden auf europäischem Boden ermordet, nur weil sie Juden waren», sagte Netanjahu am Sonntag während einer Kabinettssitzung in Jerusalem. «Diese Terrorwelle wird weitergehen.»

    Er wende sich an die Juden in Europa: «Israel ist eure Heimstätte.» Auf die Anschläge in Paris im Januar, bei denen auch vier Juden getötet worden waren, hatte Netanjahu bereits mit einem ähnlichen Aufruf reagiert.

  • 11 :12

    Hektik am Tatort

    Ein Video vom Bahnhof Nørreport, wo der Mann von der Polizei erschossen wurde, zeigt die hektische Evakuierung. Die Polizei riegelte die Innenstadt ab und errichtete Strassensperren. Die Menschen mussten den Bahnhof fluchtartig verlassen, die Bewohner durften ihre Wohnungen nicht verlassen und die Leute mussten in den Bars bleiben.

    Video «Nächtliche Evakuierung des Bahnhofs» abspielen

    Nächtliche Evakuierung des Bahnhofs

    0:30 min, vom 15.2.2015

  • 11 :02

    Jüdische Gemeinde in Kopenhagen unter Schock

    Die jüdische Gemeinde in Kopenhagen steht nach dem Anschlag auf eine Synagoge in der Innenstadt unter Schock. Dabei war ein 37-Jähriger jüdischen Glaubens getötet worden, der wegen einer Bar Mitzwa vor dem Gotteshaus Wache hielt. «Ich bin schockiert. Alle sind schockiert», sagte der Vorsitzende der Gemeinde, Dan Rosenberg Asmussen, dem dänischen Fernsehen. «Das ist das, was wir immer befürchtet haben. Und das, wovor wir die ganze Zeit gewarnt haben, dass es in Dänemark passieren könnte.»

    Die Gemeinde erhält Solidaritätsbekundungen aus der ganzen Welt – so auch New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio.

  • 10 :40

    «Ein unendlich trauriger Morgen»

    Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt hat sich am Morgen nach den Terrorattentaten in Kopenhagen erleichtert über das Ende der dramatischen Stunden geäussert. «Ich bin froh und erleichtert darüber, dass die Polizei den vermuteten Täter hinter den zwei Schiessereien unschädlich gemacht hat», sagte Thorning-Schmidt. «Niemand soll damit davonkommen, die offene, freie und demokratische dänische Gesellschaft anzugreifen.»

    Sie lobte den schnellen Einsatz der Polizei. «Es ist ein unendlich trauriger Morgen, an dem wir alle an die Opfer und ihre Angehörigen denken. Zwei unschuldige Menschen haben ihr Leben in der Folge einer zynischen Terroraktion gegen Dänemark verloren.»

    «Es gibt viele Fragen, die die Polizei noch beantworten muss», sagte Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt. «Aber es gibt eine Antwort, die wir heute schon geben können. Und die lautet, dass wir unsere Demokratie verteidigen werden.»

    Helle Thorning-Schmidt. Bild in Lightbox öffnen.

    Bildlegende: «Die jüdische Gemeinde ist ein wichtiger Teil von Dänemark. Ihr steht nicht alleine da», sagte Helle Thorning-Schmidt. Reuters

  • 10 :31

    Frankreichs Regierung bestürzt

    Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve ist nach den Terroranschlägen in Kopenhagen auf dem Weg in die dänische Hauptstadt. Von Marokko kommend sollte Cazeneuve Medienberichten zufolge gegen Mittag dort eintreffen, um den französischen Botschafter François Zimeray und die dänische Justizministerin zu treffen.

    Zimeray war unter den Gästen der von einem Attentäter angegriffenen Kulturveranstaltung. Er blieb unverletzt. Cazeneuve leitet seit der Terrorserie von Paris im Januar das verstärkte Vorgehen der Regierung gegen die islamistische Szene. Der Pariser Aussenminister Laurent Fabius hatte die Anschläge von Kopenhagen auf das Schärfste verurteilt.

  • 10 :16

    Augenzeuge berichtet

    Ein Passant erzählt vom zweiten Vorfall bei der Synagoge. Es gelang dem Angreifer offenbar nicht, in das Gebäude vorzudringen, wo etwa 80 Menschen versammelt waren. «Wir befanden uns gleich neben der Synagoge in einer Bar und wollten dort am Samstagabend etwas trinken. Wir wurden auf den Vorfall aufmerksam, als eine Spezialtruppe der Polizei mit Helmen und Gewehren in die Strasse einbog. Da sahen wir vom Fenster aus, wie ein Mann auf der anderen Seite am Boden liegt.»

    Video «Augenzeuge bei Kopenhagen-Attentat» abspielen

    Augenzeuge bei Kopenhagen-Attentat

    0:57 min, vom 15.2.2015

  • 9 :41

    Medienkonferenz der Ministerpräsidentin

    Die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt wird sich in knapp einer Stunde zu den Vorfällen äussern.

  • 9 :32

    Die Spur des Täters

    Die Polizei hatte nach dem Attentat eine Adresse im Stadtteil Nørrebro observiert. Nach einiger Zeit sei eine Person zu dem Haus gekommen, die für die Ermittlungen interessant sein könne, hiess es in einer Mitteilung der Behörden. Die Polizei habe nach dem Mann gerufen, dieser habe daraufhin geschossen. Er starb, Polizisten wurden nicht getroffen.

  • 9 :25

    Erste Reaktionen aus der Schweiz

    Der Schweizer Journalistenverband impressum verurteilte die Anschläge in Kopenhagen aufs Schärfste. Er sei schockiert über den erneuten Angriff auf die Meinungsäusserungsfreiheit, schreibt der Verband in einer Mitteilung. Der Anschlag sei ein Einschüchterungsversuch gegenüber einer offenen Diskussionskultur. Der Verband drücke den Opfern in Dänemark sein Beileid aus und unterstütze die dänischen Kolleginnen und Kollegen im Kampf gegen die Einschüchterung, heisst es weiter.

  • 9 :05

    Wer ist Lars Vilks?

    Beim Anschlag auf das Kulturcafé fand eine Veranstaltung mit dem Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks statt. Die Polizei geht davon aus, dass Vilks Ziel des Anschlags war.

    Eine Zeitung hatte 2007 eine Zeichnung des bekannten Karikaturisten aus Schweden veröffentlicht, die den Propheten Mohammed als Hund darstellte. Daraufhin wurde im Internet von einem Al-Kaida-Ableger im Irak ein Kopfgeld von 150'000 Dollar auf ihn ausgesetzt. Seither war der Künstler bereits mehrfach Ziel von Extremisten, er wird deshalb von Sicherheitskräften bewacht.

    Hier ein Porträt des schwedischen Provokateurs.

    Lars Vilks Bild in Lightbox öffnen.

    Bildlegende: Lars Vilks, der Kunstprofessor mit Nerven aus Stahl. Reuters

  • 8 :52

    Polizei: «Täter erschossen»

    Die tödlichen Anschläge auf eine Diskussionsveranstaltung und eine Synagoge in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen sind nach Erkenntnissen der Polizei offenbar von ein und demselben Täter verübt worden. Bei dem Täter handele es sich offenbar um den Mann, der in der Nacht von Polizisten erschossen wurde, erklärte die Polizei.

    Darauf deuteten Bilder aus Überwachungsvideos. «Wir sind noch immer dabei herauszufinden, ob er alleine gehandelt hat», sagte ein Polizeisprecher.

    Mann auf Überwachungskamera Bild in Lightbox öffnen.

    Bildlegende: Mit diesem Bild der Überwachungskamera hat die Polizei nach dem Täter gefahndet. Reuters

  • 8 :44

    Polizei erschiesst Mann nach Attentat

    Vor einer Synagoge in Kopenhagen sind in der Nacht zum Sonntag mindestens drei Menschen durch Schüsse verletzt worden. Eine Person ist ihren Verletzungen erlegen. Die beiden anderen seien ausser Lebensgefahr. Der Täter flüchtete den Angaben zufolge zu Fuss. Später gab es einen Schusswechsel mit der Polizei, bei dem ein Mann getötet wurde. Es handle sich höchstwahrscheinlich um den Attentäter, wie die Polizei mitteilte.

  • 8 :30

    Guten Morgen

    Wir berichten hier live über die jüngsten Ereignisse um das Attentat in Kopenhagen. Die Erreignisse der Nacht können Sie hier nachlesen.