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Massenpanik Turin Zwei zeitweilige Festnahmen und harte Kritik

Legende: Video Massenpanik an der Fussballparty abspielen. Laufzeit 01:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.06.2017.

Nach der Massenpanik beim Public Viewing in Turin mit mehr als 1500 Verletzten stehen die Behörden zunehmend in der Kritik. Unterdessen hat die italienische Polizei zwei Jugendliche vernommen. Sie wurden verdächtigt, die Massenpanik am Samstagabend ausgelöst zu haben. Sie wurden aber später wieder freigelassen.

Die beiden waren zuvor durch die Bilder von Videoüberwachungskameras identifiziert worden. Es ist aber unklar, ob sie tatsächlich die Feuerwerkskörper zündeten, welche die Panik auslösten. Sie selbst bestreiten den Vorwurf.

Die mehrstündige Vernehmung der zwei Tatverdächtigten blieb deshalb am Ende ergebnislos. Sie wurden darauf auf freien Fuss gesetzt. Die Ermittler appellierten an Augenzeugen, sich bei der Polizei zu melden, um die Hintergründe der Panik zu klären. Die Polizei schliesst inzwischen aus, dass die Explosion eines Knallkörpers die Panik ausgelöst haben könnte.

Planlosigkeit und versperrte Fluchtwege

Der Kommune wird vor allem vorgeworfen, dass Glasflaschen auf dem Platz verkauft oder mitgebracht wurden. Viele der Opfer hatten Schnittverletzungen. Ein Junge liegt noch schwerstverletzt auf der Intensivstation.

Augenzeugen berichteten von Chaos und mangelnden Fluchtwegen. «Eine Paniksituation auf einem öffentlichen Platz in den Griff zu bekommen, ist besonders komplex in einem internationalen Klima der Sorge», sagte Präfekt Renato Saccone.

Medien berichteten von umgefallenen Absperrgittern und Menschen, die «Bombe» gerufen hätten. Fans berichteten von vollkommener Planlosigkeit und versperrten Fluchtwegen. Der gesamte Platz war mit Glasscherben und Schuhen übersäht.

Juve-Präsident zeigt sich solidarisch

Die Kritik richtete sich auch gegen Bürgermeisterin Chiara Appendino, weil das Sicherheitskonzept mangelhaft gewesen sei. «Ich bin erschüttert von dem, was gestern auf dem Platz San Carlo passiert ist und stehe den betroffenen Menschen nahe», schrieb sie auf Twitter.

Der Präsident von Juventus Turin, Andrea Agnelli, drückte den Verletzten seine Solidarität aus. Die Mannschaft um Nationalspieler Sami Khedira und Kapitän Gianluigi Buffon kam am Sonntag in Turin an und wurde von Hunderten Fans trotz der Niederlage jubelnd empfangen. Juventus Turin hatte das Spiel in Cardiff mit 1:4 (1:1) gegen Real Madrid verloren.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Franco Caroselli (FrancoCaroselli)
    Diejenigen, die, die Petarden zündeten, sind die Verursacher und müssen angefasst werden. Diese habe jetzt noch nicht begriffen, in der Zeit, die IS uns einzuschüchtern versucht, es Nährboden schafft, noch mehr Opfer zu verursachen. Hoffe, dass auch Chaoten in den Fussballstadien es begreifen, dass heute nicht nur die IS mit Terrorakten Menschen töten können, sondern nun auch wir uns selbst. Bumm, und alles rennt, drückt. Ob jetzt die Schuld bei der Stadt zu suchen ist, finde ich nicht gut.
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  • Kommentar von Andreas Hug (AndiHug)
    eine solche panik kann es immer und überall geben. siehe loveparade in deutschland. leider reagieren menschen in panik sehr irrational. allen verletzten wünsche ich alles gute.
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Erinnert mich irgendwie an die Klima- oder anti-Trump-Hysterie. Da schreit einer und der ganze Hühnerhaufen setzt sich unkontrolliert in Bewegung.
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