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International Zweifel an Anschlagsplänen des verhafteten Franzosen

In Frankreich zweifeln Ermittler daran, dass ein in der Ukraine verhafteter Franzose Terroranschläge während der Fussball-EM geplant hat. Die Behörden glauben eher an einen rechtsextremen Waffenschmuggler.

Mann mit Stumgewehr.
Legende: Der Verdächtige posiert mit einem russischen Kalaschnikow-Stumgewehr. ssu.gov.ua

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist am Montag ein Franzose verhaftet worden. Der ukrainische Geheimdienst wirft ihm vor, 15 Attentate auf die Fussball-Europameisterschaft in Frankreich geplant zu haben, die am kommenden Freitag beginnt.

Französische Ermittler zweifeln aber an der ukrainischen Darstellung. «Wir neigen zurzeit dazu, die Angelegenheit als Fall von Waffenschmuggel zu betrachten», sagte der ermittelnde Staatsanwalt Thomas Pison.

Wegen der Zweifel an einem terroristischen Hintergrund der Festnahme wurden die Ermittlungen mittlerweile an die Staatsanwaltschaft in Nancy abgegeben. Auch über die Frage, ob man die Auslieferung des Festgenommenen beantragen werde, sei noch nicht entschieden, sagte Pison.

Offenbar Angriffe auf Synagogen und Moscheen geplant

Am Montag hatte der ukrainische Inlandsgeheimdienst (SBU) erklärt, Ziele des verhafteten Franzosen seien jüdische und muslimische Einrichtungen und Gebäude (Synagogen und Moscheen) gewesen, aber auch Verwaltungsgebäude der französischen Regierung.

Der Mann sei bereits Ende Mai an der ukrainisch-polnischen Grenze von der Polizei angehalten worden. Er habe mit illegalen bewaffneten Gruppen in der Ukraine Kontakt aufgenommen, um Waffen und Sprengstoff zu kaufen. Der Franzose stand bereits seit Dezember unter Beobachtung.

Der Leiter des Sicherheitsdienstes SBU, Wasili Gritsak, sagte am Montag, der verhaftete Franzose habe «negativ über Handlungen seiner Regierung, über Masseneinwanderung, die Verbreitung des Islam und die Globalisierung gesprochen».

Waffengeschäfte mit dem Geheimdienst

Der Mann soll 125 Kilogramm des Sprengstoffs TNT mit 100 Zündern und Kriegswaffen bei sich gehabt haben, fünf Kalaschnikow-Gewehre mit Munition und weitere Waffen. Einen Teil der Waffen hatte ihm der ukrainische Geheimdienst verkauft, so Gritsak. Nachdem der SBU herausgefunden habe, dass der Mann Waffen kaufen wollte, boten sie ihm deaktivierte Waffen an und fotografierten ihn bei der Übergabe.

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