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Jahresrückblick 2013 Vasella verzichtet auf 72 Millionen

Nach 17 Jahren und 300 Millionen Franken Lohn ist Schluss: Daniel Vasella mag nicht mehr Novartis-Präsident sein. Doch der Freiburger bereut weder sein Millionen-Gehalt noch seine garnierten Boni. Das führt zu einem regelrechten Aufstand.

Legende: Video Tagesschau-Jahresrückblick Teil 1 abspielen. Laufzeit 08:37 Minuten.
Aus News-Clip vom 23.12.2013.
Porträt von Daniel Vasella.
Legende: Seine Zeit lief 2013 ab: Novartis-Präsident Daniel Vasella. Keystone

Vasella regiert den Pharmariesen Novartis 17 Jahre lang und verdient in dieser Zeit sagenhafte 300 Millionen Franken.

«Ich habe den Lohn gerne genommen»

Vasella sagte zum Abschied: «Ich persönlich habe den Lohn, den ich bekommen habe gerne genommen». Dem Freiburger ist kein Wort der Reue zu entnehmen: «Offensichtlich haben jene, die darüber entschieden haben, gefunden das sei adäquat», lässt er verlauten.

72 Millionen Franken für Konkurrenzverbot

Das Fass vollends zum Überlaufen bringt schliesslich die Nachricht, dass sich Vasella weitere 72 Millionen für ein Konkurrenzverbot vergüten lassen will. 72 Millionen fürs Nichtstun – das löst im Februar in der Schweiz ein mittleres Erdbeben aus.

Die gesamte Politelite meldet sich zu Wort. Bundesrätin Simonetta Sommaruga: «Ich bin sprachlos». FDP-Chef Philipp Müller: «Vasella führt die liberale Schweiz aufs Schafott.» Oder SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer: «Das ist ein ganz krasser Fall von Abzockerei.»

Nährboden für Abzocker-Initiative

Schliesslich gibt Vasella dem massiven öffentlichen Druck nach und verzichtet auf den Millionen-Betrag. Doch der Schaden für die Gegner der Abzocker-Initiative ist längst angerichtet.

Am 3. März nimmt das Schweizer Stimmvolk die Abzocker-Initiative des Schaffhauser Kleinunternehmers Thomas Minder mit deutlichem Mehr an. Die Initiative baut die Rechte der Aktionäre aus. Die persönlichen Bereicherungen in der Teppichetage werden eingeschränkt.

Januar & Februar: Was sonst noch geschah...

  • Der Meteorit Tscheljabinsk.
    Legende: Der Meteorit Tscheljabinsk hatte die Sprengkraft von 33 Atombomben. Keystone

    Riesiger Meteorit stürzt auf Russland ab

    Die Bilder gehen um die Welt: Östlich von Moskau zerberstet am 15. Februar ein Meteorit am Himmel. Die Druckwelle über der Millionenstadt Tscheljabinsk ist gigantisch. Sie legt 7000 Gebäude in Schutt und Asche und verletzt 1500 Menschen.

  • 2. Januar: Im Walliser Weiler Daillon tötet ein Amokschütze drei Frauen. Zwei weitere Personen werden verletzt.
  • 3. Januar: Film-Legende Gérard Depardieu wird von Wladimir Putin zum Russen ernannt. Depardieu will so der Reichensteuer in Frankreich entkommen.
  • 10. Januar: Der Gründer des weltberühmten Montreux Jazz Festival ist tot: Claude Nobs stirbt im Alter von 76 Jahren.
  • 10. Januar: Ex-UBS-Chef Marcel Rohner wird vom britischen Unterhaus in die Zange genommen. Der Top-Manager muss erklären, wie es zu den Manipulationen beim Referenz-Zinsatz kam.
  • 11. Januar: Frankreich beginnt seine Militäroperation in Mali. Dank dem Eingreifen von Frankreich kann der Vormarsch der Jihadisten in den Süden des Landes gestoppt werden.
  • 16. Januar: SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger wird wegen mehrfacher Veruntreuung zu 13 Monaten Gefängnis bedingt verurteilt. Er legt sein Nationalratsmandat nieder.
  • 5. Februar: Die Tessinerin Lara Gut gewinnt an der Ski-Weltmeisterschaft in Schladming die Silbermedaille im Super-G und rettet damit die Ehre der Skination Schweiz.
  • 11. Februar: Völlig überraschend gibt Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt bekannt. «Ich habe die physische und geistige Kraft nicht mehr, um die Kirche zu führen.»
  • 15. Februar: Es ist der Lebensmittel-Skandal des Jahres: Statt des angegebenen Rindfleisches steckt in verschiedenen Tiefkühl-Produkten Pferdefleisch. Auch in der Schweiz.
  • 19. Februar: Der Risikobär M13 wird im Puschlav abgeschossen. Er wurde für die Bevölkerung zum Risikobären.
  • 27. Februar: Ein 42-jähriger Mann erschiesst in der Menznauer Holzfabrik Kronospan im Kanton Luzern drei Arbeitskollegen. Der Täter wird ebenfalls tot aufgefunden.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Herr Vasella hat jeden einzelnen Franken redlich verdient. Auch die 72 Mio müsste man ihm nachträglich zahlen. - Verdient hat er es nicht mit loyaler Arbeit oder Leistung seinem Arbeitgeber gegenüber, sondern einzig und allein damit, dass keiner bisher uns so eindrücklich und klar aufzeigen konnte, wie der "Selbstbedienungsladen namens liberale Wirtschaft" eigentlich wirklich läuft. Peinlich wird es nun für unser Parlament, welches die Minder-Initiative umsetzen sollte, aber nicht tut. (smile)
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