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Einschätzung von Reto Lipp ECO-Moderator Reto Lipp
Aus Tagesschau vom 07.05.2020.
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Jobverlust in der Coronakrise Die wichtigsten Antworten zur zunehmenden Arbeitslosigkeit

Die Coronakrise trifft den Schweizer Arbeitsmarkt mit voller Wucht. Im vergangenen Monat sind massiv mehr Menschen arbeitslos geworden. Im April waren in der Schweiz über 150’000 Menschen ohne Arbeit. Verglichen mit dem April vor einem Jahr bedeutet dies einen Anstieg von 43 Prozent.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur wachsenden Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz.

Weshalb kam es zu einem solch massiven Anstieg? Aufgrund der Massnahmen des Bundesrats kam die Wirtschaft Mitte März in vielen Branchen praktisch vollständig zum Erliegen. Betriebe wurden geschlossen und es kam zu einem Einstellungsstopp. Viele Arbeitnehmende wurden entlassen – vor allem auch saisonal Beschäftigte oder temporär Angestellte.

Innerhalb von nur zwei Monaten ist die Zahl der Arbeitslosen um über 35’600 Personen gestiegen. Insgesamt stieg die Arbeitslosenquote im April auf 3.3 Prozent. Im Februar hatte sie noch 2.5 Prozent betragen. Ohne Kurzarbeit wäre die Arbeitslosigkeit noch um ein Vielfaches höher: 37 Prozent aller Beschäftigen sind derzeit in Kurzarbeit – das sind 1.9 Millionen Schweizerinnen und Schweizer.

Kann Kurzarbeit die Arbeitslosenzahlen dämpfen? Noch nie war die Kurzarbeit in der Schweiz so stark verbreitet. Gemäss Schätzungen der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich hat die Kurzarbeit die Arbeitslosigkeit massiv gedämpft. Jeder dritte bis vierte Beschäftigte hätte sonst wohl seine Stelle verloren. Ohne Kurzarbeit wären längerfristig zusätzliche 10 Prozent Arbeitnehmenden von Arbeitslosigkeit betroffen.

Welche Branche hat es am schlimmsten getroffen? Das Gastgewerbe, das auch ohne die Coronakrise schon von hoher Arbeitslosigkeit geprägt war, ist aktuell besonders hart betroffen. Weil Gaststätten komplett schliessen mussten, ist fast jede zehnte Arbeitnehmende im Gastgewerbe ohne Arbeit. Damit sind allein in der Gastro-Branche 18’419 Menschen ohne Arbeit – mehr als doppelt so viele wie vor dem Ausbruch der Coronakrise.

Einen überdurchschnittlichen Anstieg verzeichnen auch die Unterhaltungs- und Bildungsbereiche und die Baubranche.

Ist mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen? Ja, denn in fast allen Wirtschaftsbereichen wird die Zahl der Angestellten als zu hoch eingestuft. Viele Unternehmen planen deshalb in den kommenden Monaten weitere Entlassungen. Dies wird dann erneut zu einem deutlichen Rückgang der Beschäftigung führe.

Die Fachgruppe für Konjunkturprognose des Bundes rechnet deshalb für dieses Jahr mit einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von 3.9 Prozent. Doch auch im nächsten Jahr sieht es nicht besser aus. Der Bund erwartet 2021 einen weiteren Anstieg von 0.2 Prozentpunkten und somit eine Arbeitslosenquote von 4.1 Prozent.

«Tagesschau» 07.05.2020, 19:30 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Selinna Sidler  (Swissfriends)
    Kein schöner Ausblick, wenn man diesen Sommer das Studium (oder bestimmt auch andere Ausbildungen) abschliesst und jetzt auf einen Job hofft.
    (Natürlich ist es auch für alle anderen nicht besser, die keine Arbeit haben oder sie verloren haben!)
    1. Antwort von Aurel Specker  (Auspec)
      Das ist so. Hoffnung geben kann aber der Fakt, dass man in der 2008 Krise eine Arbeitslosenquote von 11% erwartet hat. Gekommen ist dann ein Maximum von 3.7%.

      Dazu kommt, dass 4.1% zwar für die Schweiz hoch ist, aber nicht astronomisch hoch.
    2. Antwort von Reto Jorns  (rjo)
      @Aurel Specker: Die frisierten Arbeitslosenzahlen bleiben immer etwa gleich, da die Ausgesteuerten immer regelmässig wegfallen. Warum werden nicht die Erwerbslosen im erwerbsfähigen Alter angegeben? Genau darum, dass wir immer tiefe Arbeitslosenquoten haben und sich Firmen uneingeschränkt billige Fachkräfte aus dem Ausland holen können.