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Panorama 17 Jahre unschuldig im Gefängnis

Eine wegen Mordes verurteilte Amerikanerin ist wieder frei. Ein Richter im kalifornischen Torrance sprach von einem schweren Justizfehler, der die Frau 1997 hinter Gitter gebracht habe.

Susan Mellen umarmt ihre Anwältin nach dem Freispruch
Legende: Überglücklich: Susan Mellen umarmt ihre Anwältin nach dem Freispruch. Keystone

Die heute 59 Jahre alte Susan Mellen war aufgrund einer falschen Zeugenaussage zu lebenslanger Haft verurteilt worden, wie die «Los Angeles Times» berichtet. Die inzwischen gestorbene Zeugin sei eine «notorische Lügnerin» gewesen, befand Richter Mark Arnold, der den Schuldspruch gegen Mellen aufhob.

Die Zeugin hatte damals fälschlicherweise behauptet, die dreifache Mutter Mellen habe den Mord an einem obdachlosen Mann gestanden. Sie wurde daraufhin in einem Geschworenenprozess schuldig gesprochen.

Eine Anwältin der Organisation «Innocence Matters», die sich für unschuldig Inhaftierte einsetzt, hatte den Fall im vorigen Jahr neu aufgerollt.

Ihre drei erwachsenen Kinder und andere Familienangehörige nahmen Mellen nach der Freilassung in Empfang. Ihr Glaube an Gott habe ihr geholfen, die Jahre im Gefängnis zu überstehen, sagte sie.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Treichler, Honolulu
    Gemäss Uni Zürich gibt es in der Schweiz 24 Justizirrtümer pro Jahr, wovon 1/3 schwerwiegender sind. Amerika hat kein Monopol auf Justizirrtümer. Die Dame hat Anrecht auf Entschädigung die sehr hoch ausfallen kann ($20 mio +). Offenbar hat sie sich nicht richtig rechtsvertreten lassen. Man wartet nicht 17 Jahre unschuldig um ein Verfahren neu überprüfen zu lassen. Die Rechtswege existieren was zeigt dass das System funktioniert. Hat mit Zynismus nichts zu tun.
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  • Kommentar von Alex Bauert, Bern
    Interessant, dass hier die Stimmen extrem justizkritisch (bzw. usa-kritisch) sind und auf den Rechtsstaat gepocht wird. Bei Sexualverbrechern kippt die Stimmung dann sofort. Dort muss nicht mehr der Staat beweisen, dass jemand noch gefährlich ist, sondern umgekehrt. Da werden auch die Gefängniskosten von ca. 25'000.- / Monat nicht kritisiert. Da ist den meisten, die kommentieren, der Rechtsstaat völlig egal.
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  • Kommentar von Thomas Treichler, Honolulu
    In diesem Fall muss man sich auch fragen was fuer eine Rechtsvertretung die Dame hatte und warum "Innocence Matters" nicht frueher beigezogen wurde. Die Freilassung beweist dass das System im Endeffekt funktioniert. Das Sprichwort "Die Muehlen der Gerechtigkeit mahlen, aber Sie mahlen langsam" gilt auch in Amerika.
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    1. Antwort von Rolf Michel, 1723 Marly
      Eine zynischere Feststellung geht kaum mehr - die Frau hat 17 Jahre ihres Lebens in einem amerikanischen Gefängnis verbracht - SIE HAT NUR EIN (1) LEBEN!!
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