5800 Euro für einen Wein aus dem Elysée

Mit altem Wein bessert Frankreich die leere Haushaltskasse auf. Die Auktion jeder zehnten Flasche aus dem Cave des Elysée-Palasts bringt über 700‘000 Franken ein – doppelt so viel wie erwartet.

 Ein 1966 Chateau d'Yquem premier cru Sauternes aus dem Elysée. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Unter den Hammer kam auch ein Chateau d'Yquem premier cru Sauternes von 1966. Keystone

Es war eine Premiere in der Geschichte Frankreichs: Der Elysée-Palast hat erstmals 1200 Raritäten aus seinem Weinkeller versteigert. Bereits zu Beginn der zweitägigen Aktion standen sich die Neugierigen im Auktionshaus «Drouot» auf den Füssen.

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Weinkeller des Elysée

Der sozialistische Präsident Vincent Auriol begann 1947 damit, die Weinsammlung aufzubauen. Seither haben sich im Elysée rund 12‘000 Weinflaschen angesammelt – die meisten davon Raritäten.

Die meisten Weine, die die Chef-Sommelière  des Präsidentenpalasts, Virginie Routis, ausgesucht hatte, erzielten mehr als das Doppelte des angesetzten Preises. Der günstigste Wein ging für 350 Euro weg. Fast 6000 Euro liess ein chinesischer Weinhändler für einen Petrus von 1990 springen – der Höchstpreis an der Auktion. Unter dem Strich spülte der Wein dem Elysée 718‘000 Euro in die Kasse.

Mit dem Geld soll im Palastkeller Platz für neue, einfachere Weine geschaffen werden. Was nach dem Zukauf noch übrig bleibt, fliesst in die leere Staatskasse zurück.

Video ««Le président» räumt den Weinkeller.» abspielen

«Le président» räumt den Weinkeller.

0:57 min, aus Tagesschau am Mittag vom 30.5.2013