Ätna behindert Flugverkehr auf Sizilien

Der Vulkan Ätna auf Sizilien bleibt unruhig. Am Samstag wurde der Flughafen von Catania an der Ostküste der Insel wegen eines Ascheregens vorübergehend geschlossen. Zudem beklagen Anbauer von Zitrusfrüchten Ernteeinbussen.

Wegen des Ausbruchs des Ätna musste der Flughafen der sizilianischen Stadt Catania am Samstag bis 19 Uhr geschlossen bleiben. Die Flüge wurden ins rund 130 Kilometer entfernte Lamezia Terme umgeleitet, wie ein Sprecher mitteilte.

Am Donnerstag war bereits der Flughafen von Reggio Calabria auf dem Festland vorübergehend geschlossen worden. In der Nacht davor war eine mehrere Meter hohe Lavafontäne aus dem Krater aufgestiegen. Einige Brocken glühenden Materials flogen sogar bis zu drei Kilometer hoch über den Kraterrand.

Heftigster Vulkanausbruch seit 1992

Die Stadt Messina erwachte unter einer grauen Decke. Die Behörden warnten vor Gefahren im Strassenverkehr. Nachrichtenagenturen meldeten, dass Fussgänger Regenschirme aufspannten und Mund und Nase mit Taschentüchern schützten.

Satellitenbild des Ätna, grün mit weissem Rauch in der Mitte und um den Krater, rechts das Meer. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein Satellit der Nasa machte dieses Bild des Ätna Stunden nach dem starken Vulkanausbruch. Keystone

Nach Angaben des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) ereignete sich am Donnerstagmorgen zwischen 2:20 Uhr und 3:10 Uhr ein «kurzer, aber sehr heftiger Ausbruch». Am Samstag sei es erneut zu Ausbrüchen gekommen. Eine Aschewolke bewege sich nun nach Nordwesten.

Der mit 3350 Metern höchste aktive Vulkan Europas verzeichnet immer wieder leichtere Eruptionen. Die Wissenschaftler sprechen diesmal aber von einem der gewaltigsten Ausbrüche der vergangenen 20 Jahre.

Orangenschalen von Asche verbrannt

Die sizilianischen Landwirte klagen indes über die negativen Auswirkungen des Ascheregens für die Orangen- und Zitronenproduktion im Raum von Catania. Die Asche lege einerseits den Reifungsprozess der Früchte lahm. Andererseits müssten viele bereits reife Orangen weggeworfen werden, da die Schalen verbrannt seien. Das sei ein schwerer Schaden für den in der Region wichtigen Agrarsektor.