Zum Inhalt springen

Header

Audio
Heisse Ohren wegen Chili
Aus HeuteMorgen vom 27.12.2016.
abspielen. Laufzeit 02:55 Minuten.
Inhalt

«Chili-Angriff» Bakterium befeuert Ressentiments gegen Chinesen

In Indonesien sorgt ein Zwischenfall auf einem Bauernhof für Aufruhr. Schuld sind vier Chinesen – und die Sozialen Medien.

Ein paar Chili-Samen, vier Chinesen und ein Bakterium mit dem Namen Erwinia Chrysanthemi sind die Zutaten für eine ausgewachsene diplomatische Krise zwischen Indonesien und China.

Die vier Chinesen hatten die Chili-Samen aus China nach Indonesien importiert und ausserhalb von Jakarta auf einem Bauernhof angepflanzt. Dort jedoch verbreitete sich vor ein paar Wochen das Bakterium mit dem klingenden Namen.

Haufen von grünem und rotem Chili auf einem Markt in Jakarta.
Legende: Chili gehört zu Indonesien wie Käse zur Schweiz. Keystone

Erwinia Chrysanthemi ist zwar nicht schädlich für den Menschen, kann jedoch beim Chili zu Ernteausfällen führen. Die indonesischen Behörden beschlagnahmten die infizierten Samen und zestörten die Chili-Pflanzen.

Doch damit nicht genug: Schnell verbreitete sich die Kunde vom «Chili-Angriff» aus China – für Verschwörungstheoretiker und alle, die sowieso denken, dass China Indonesien zerstören wolle, ein gefundenes Fressen.

Die Sozialen Medien verbreiten wiedermal Gerüchte.
Indonesischer Minister

Medien berichteten davon, dass China Chili als biologische Waffe gegen Indonesien einsetze. Die vier Chinesen wurden verhaftet. Die chinesische Botschaft zeigte sich besorgt.

Viele Indonesier misstrauen den Chinesen

Beim angeblichen «Chili-Angriff» geht es nicht bloss um eine scharfe Zutat, sondern um bereits erhitzte Gemüter. So gehören anti-chinesische Ressentiments zur Geschichte Indonesiens – und sie erleben zurzeit eine Renaissance. Ethnische Chinesen sind im Durchschnitt wohlhabender als andere Indonesier. Ausserdem hält sich das Gerücht, sie seien auch weniger patriotisch. Deshalb war die chinesische Minderheit bereits nach dem Sturz von Präsident Suharto im Mai 1998 Ziel von Angriffen. Unlängst geriet zudem ein Gouverneur aus einer chinesischen Familie ins Visier anti-chinesischer Proteste. Inzwischen hat er eine Anklage wegen Blasphemie am Hals.

Inzwischen hatte sich der Sturm längst auf Twitter und Facebook ausgebreitet. «Haben die Leute noch nicht gemerkt, dass chinesische Angriffe auf dieses Land real sind? Drogen, illegale Arbeiter und jetzt Chili-Bakterien», ereiferte sich einer auf Twitter – und erntete Beifall.

Mit diplomatischen Treffen versuchen Chinesen und Indonesier nun den Chili-Brand zu löschen. «Na kommt schon. Die Sozialen Medien verbreiten wieder einmal Gerüchte. Ob wahr oder falsch: Das ist eine Überreaktion», meinte ein indonesischer Minister besänftigend.

Auch wenn er Recht hat – das entfachte Feuer schwelt vorerst weiter.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
    Ein Erfolg.der USA. Nach dem schmerzhaften Verlust der Philippinen, tun die USA alles, um neue Feinde gegen China zu zuechten. einmal mehr legt man sich dabei auch mit Islamisten ins Bett (siehe: schleichende Islamisierung Indonesiens)
  • Kommentar von Rainer Fauser  (Rainer Fauser)
    @ Zelger: Richtig. Gefährlich sind die chinesischen Devisenreserven, die westliche Firmen mit ihren China-Einkäufen von Waren angehäuft haben und mit denen chinesische Firmen und der chin. Staat nun hier Infrastruktur und Unternehmen aufkaufen. Damit hat uns die hiesige gierige Wirtschaft ausgeliefert.
  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    China ist eine Gefahr für die Welt. Wann wird das dem Rest der Welt endlich bewusst? Unser WirtschaftsministerJSA liebäugelt weiterhin mit China.
    1. Antwort von Philipp Etter  (Philipp Etter)
      Warum? Etwa wegen der Chili-Bakterien?
    2. Antwort von Reni Achermann  (Timbo Wolf)
      Haben die Leute noch nicht gemerkt, dass chinesische Angriffe auf dieses Land real sind? Drogen, illegale Arbeiter und jetzt Chili-Bakterien.
    3. Antwort von Paul Soltermann  (ps)
      Keine Angst Leute, Rassisten leben laenger.
    4. Antwort von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
      China ist Hoffnung. China zeigt, dass man ohne Kriege gross werden kann. Das haben weder Japan, noch Europa noch die USA geschafft.