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Panorama Brandstifter sorgen für Chaos im Zürcher ÖV

Die seit dem Morgen unterbrochene Bahnstrecke zwischen Zürich Flughafen und Oerlikon ist seit 19 Uhr wieder für den Bahnverkehr freigegeben – eine Stunde früher als geplant. Unterdessen fahndet die Polizei nach den Tätern und hofft dabei auf die Hilfe der Bevölkerung.

Legende: Video Brandanschlag auf die SBB abspielen. Laufzeit 02:41 Minuten.
Aus 10vor10 vom 07.06.2016.

Ein absichtlich gelegter Brand in einem Kabelschacht hat am Dienstag den ÖV im Grossraum Zürich massiv durcheinandergebracht. Zehntausende Reisende waren betroffen, der Sachschaden beträgt mehrere hunderttausend Franken. Konkrete Hinweise auf die Täter gibt es noch keine.

Bemerkt wurde der Kabelbrand in der Nähe des Bahnhofs Oerlikon gegen 3 Uhr. Die Einsatzkräfte konnten das Feuer zwar mehrere Stunden vor dem Pendlerverkehr löschen. Weil die Reparatur aber viel Zeit in Anspruch nahm, blieb die Strecke dennoch gesperrt.

Die Strecke zwischen Oerlikon und Glattbrugg, die weiter nach Schaffhausen führt, und die Strecke zwischen Oerlikon und Flughafen waren stundenlang unterbrochen. Zahlreiche Verbindungen mussten umgeleitet werden oder fielen gleich komplett aus.

Der Verkehr zwischen Oerlikon und Glattbrugg konnte am Mittag zwar wieder aufgenommen werden. Die Strecke zum Flughafen, die weitaus intensiver genutzt wird, blieb jedoch bis 19 Uhr gesperrt. Erst dann fuhren wieder erste Fernverkehrszüge. Der S-Bahnverkehr soll erst um 20 Uhr wieder schrittweise in Betrieb genommen werden.

Gestrandete Pendler - verpasste Flüge

SBB-Kundenlenker kümmerten sich den ganzen Tag um gestrandete Reisende und halfen ihnen, von A nach B zu gelangen. Ob die SBB Rückerstattungen leistet, ist noch unklar. Im Vordergrund habe die Störungsbewältigung gestanden, hiess es bei der SBB.

SBB-Zug im neuen Zürcher Durchgangsbahnhof mit der Aufschrift "Bitte nicht einsteigen"
Legende: Ab Zürich HB bleibt der Flughafen Zürich nur schwer erreichbar. Keystone

Schwierig zu erreichen war vor allem der Flughafen aus Richtung Zürich. Die SBB richteten Shuttle-Züge ab Winterthur ein. Der Umweg über Winterthur verlängerte den Anreiseweg allerdings um etwa eine Stunde. Gemäss Angaben des Flughafens verpassten zwischen 120 und 130 Passagiere ihren Flug.

Signalsteuerung unterbrochen

Der Brand beschädigte mehrere Kabel, mit denen die Signale gesteuert werden. Ob das Feuer direkt im Kabelschacht gelegt wurde oder in der Umgebung, wollte die Stadtpolizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekanntgeben. Klar ist aber, dass die Täter für ihre Aktion in ein umzäuntes Gelände einbrachen.

Die Polizei hofft nun, dass Zeugen den oder die Täter bei ihrem Sabotageakt beobachteten. Spezialisten werten zudem Spuren aus, die am Tatort gefunden wurden. Die Kosten für die Reparatur sowie die Zugsausfälle dürften insgesamt mehrere 100'000 Franken betragen.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Auch hier schlagen die "Handlanger" der Linken zu. Es wird hoffentlich nicht mehr lange dauern, bis auch die letzten "linken Gutmenschen" merken, dass man nicht immer nur ja sagen kann +nicht immer mehr Gesetze wegen "Lapalien" machen kann +nicht den guten Samariter spielen kann bis "zum-geht-nicht-mehr". Grosse Politiker sprechen von "Presse- und Meinungsfreiheit" + merken noch nicht, dass auch sie durch die "Presse- + Meinungsfreien" zerstört werden. Jugendliche +Anarchisten brauchen Grenzen!
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  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Na denn, alles wieder im Lot. Morgen kann nachgebügelt werden - viel Spass!
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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Der unerschütterliche (Aber-)Glaube, dass der technologische Fortschritt der einzige Königsweg für die Zukunft ist, wird durch solche Vorfälle immer wieder enttäuscht. In diesem Fall gilt: Digitalisierung, Automatisierung, Roboterisierung, usw. Erkenntnis: Realismus kommt vor Idealismus. D.h. Aktionismus folgt (automatisch) Reaktionismus. In einer solchen Welt können immer weniger Reaktionäre immer grösseres Unheil anrichten. Siehe neuere Geschichte seit 11.9.2001!
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    1. Antwort von Urs Dupont (udupont)
      Ja wollen Sie denn wegen solchen Reaktionären wieder zur Postkutsche zurück? Auch die Schlussfolgerung, dass immer grösseres Unheil angerichtet werden könne ist falsch. Es trifft einfach mehr, weil wir viel mehr sind!
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    2. Antwort von H. Wach (H. Wach)
      @U.Dupont. Eben nicht, Herr Dupont. Aber der Aberglaube, dass mit den neusten Technologien ALLES besser wird, entspringt einem utopischen Idealismus, der meinem Realismus der Erkenntnis aus der Geschichte der Menschheit entstanden ist. Auch aus den Naturwissenschaften kann man erkennen, dass einer Aktion in unterschiedlichsten Zeitabständen eine Reaktion entsteht. Leider werden Sie noch ich die Reaktionäre verhindern können. Zum Glück gab es dank Spitzentechnologie nur Sachschaden.
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