Chinesisches Neujahrsfest Der Feuer-Hahn verspricht Action

In China wird heute Nacht mit Spannung das neue Jahr erwartet. Denn dieses steht unter einem speziellen Zeichen.

Mit Festivitäten und Feuerwerk wird am Samstag in China das neue Jahr eingeläutet. Traditionellerweise steht die Feier ganz im Zeichen der Familie. Millionen Menschen reisen für die Festtage in ihre Heimatdörfer. Mit Spannung blicken die Chinesen aber auch auf das kommende Jahr. Und dieses verspricht so einiges.

Trump darf nicht fehlen

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Martin Aldrovandi

Martin Aldrovandi

Martin Aldrovandi ist seit 2016 Korrespondent für Radio SRF in Nordostasien mit Sitz in Schanghai. Zuvor hatte er mehrere Jahre lang als freier Journalist aus dem chinesischsprachigen Raum berichtet.

2017 steht nämlich im Zeichen des Hahns, der im chinesischen Tierkreis auf den häufig überheblichen Affen folgt. Kombiniert ist der Hahn heuer mit dem Element des Feuers, was nur alle 60 Jahre vorkommt. «Eine explosive Mischung», sagt SRF-Korrespondent Martin Aldrovandi. «Es wird ein rasantes Jahr mit viel Action erwartet. Dazu gibt es die Besorgnis, dass es kein einfaches Jahr wird.»

Chinesische Feng-Shui-Meister warnen denn auch vor drohenden Kriegen und Naturkatastrophen. Politische Spannungen könnten Staatschefs zu extremen Handlungen treiben. Bei diesen Vorhersagen nehmen die Chinesen einen Mann der Weltpolitik speziell ins Visier.

Ein Einkaufszentrum in der nordchinesischen Stadt Taiyun hat eine sieben Meter hohe Hahn-Skulptur anfertigen lassen, die frappante Ähnlichkeit mit Donald Trump aufweist. Aufblasbare Versionen des Trump-Hahns werden auch auf chinesischen Online-Marktplätzen feilgeboten. Doch ein Fakt könnte für Beruhigung bei den Astronomie-Affinen sorgen: Trump wurde im Zeichen des Hundes geboren. Dieser gilt als loyal, ehrlich, freundlich und zuverlässig.

Ein riesiger auflbalsbarer Plastikhahn. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Eine gewisse Ähnlichkeit mit Donald Trump kann bei diesem Hahn nicht abgestritten werden. Keystone

Innovation und Fortschritt

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Berühmte Hähne

Berühmte Hähne

Neben Tennis-Ass Roger Federer wurden auch der berühmte chinesische Philosoph Mengzi, Erich Clapton, eine der berühmtesten chinesischen Schauspielerinnen, Fan Bingbing, die Musikerin Beyoncé oder Kate Middleton im Zeichen des Hahns geboren.

Ohnehin darf auch mit Zuversicht auf das Jahr des Feuer-Hahns geblickt werden. «Mit dem Hahn werden auch positive Eigenschaften wie Optimismus und Verantwortungsbewusstsein in Verbindung gebracht», sagt Martin Aldrovandi. Auch mit bemerkenswerten wissenschaftlichen Leistungen kann gerechnet werden. 1957 etwa schoss die Sowjetunion im Jahr des Feuer-Hahns die ersten beiden Sputnik-Satelliten ins All. 60 Jahre zuvor wurde Aspirin erfunden.

Das Feuer-Hahn wird also keineswegs verschmäht, erklärt Aldrovandi: «Fotos und Bilder von Hähnen und Hühnern sind omnipräsent – sie prangen auf Werbungen, in Zeitschriften und sind im TV zu sehen.» Auch in Neujahrswünschen und Ansprachen werde das Zeichen überall eingebaut.

Und das Ganze wird auch nicht als blosse folkloristische Tradition abgetan. «Der Glaube an die zwölf Tierkreiszeichen und die fünf Elemente ist weit verbreitet, und wird von vielen Menschen quer durch alle Schichten ernst genommen», so Aldrovandi. So ist klar: Das Jahr des Feuer-Hahns wird bestimmt nicht langweilig.

Feuerwerk-Verkauf eingeschränkt

Aus Angst vor neuem Smog dürfte das Feuerwerk zum chinesischen Neujahrsfest in diesem Jahr bescheiden ausfallen. Wie die «China Daily» berichtete, kauften Menschen in Peking deutlich weniger und kleinere Feuerwerkskörper als noch im Vorjahr, weil die Zahl der offiziellen Verkaufsstände für Böller und Raketen in der Hauptstadt reduziert wurde. Im Stadtzentrum durften Händler überhaupt kein Feuerwerk mehr verkaufen. Auch wurden Regierungsmitarbeiter dazu aufgefordert, komplett auf Feuerwerk zu verzichten, um mit gutem Beispiel im Kampf gegen schlechte Luftwerte voranzugehen. Der chinesische Neujahrs-Feiertag wird traditionell mit Raketen und Böllern eingeleitet. Diese sollen laut Volksmund Glück bringen und die bösen Geister abschrecken.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Weshalb Chinas Homosexuelle Neujahr fürchten

    Aus 10vor10 vom 26.1.2017

    Millionen von Chinesen reisen anlässlich der Neujahrs-Feierlichkeiten zu ihren Verwandten. Für Schwule und Lesben in China ist diese Zeit eine Tortur, weil die Familien ihre Homosexualität oft nicht akzeptieren. Nun wurde eine App entwickelt, die Alibi-Ehepartner vermittelt.