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Panorama Der lustigste Franzose aller Zeiten

Heute vor 30 Jahren starb Louis de Funès. Der kleine quirlige Filou hatte mit seinen mehr als hundert Filmen zuvor Menschen auf der ganzen Welt zum Lachen gebracht. Dabei war er privat ganz anders.

Eigentlich überraschte es niemanden, als am 27. Januar 1983 Louis de Funès im Spital in Nantes an den Folgen eines Herzstillstands starb. Seine Rolle als hypernervöser Choleriker verlangte einiges von ihm ab. Er fluchte, was das Zeug hielt, und ging in die Luft.

Louis de Funès hinter dem Lenkrad in einem Auto sitzend. (Schwarz-Weiss-Bild)
Legende: Als «Balduin der Sonntagsfahrer» liess Louis de Funès 1971 die Kinokassen klingeln. Keystone

Louis de Funès war die beliebteste Nervensäge Europas. Beerdigt wurde der Komiker in Le Cellier in der Bretagne, wo er in einem Schloss mit 30 Zimmern wohnte. An seiner Beerdigung nahmen über 2000 Menschen teil.

Mehrere Generationen von Erwachsenen und Kindern brachte der Komiker als Polizist Ludovic Cruchot in der bekannten Klamotte «Der Gendarm von St. Tropez» oder als Kommissar Juve in der Kriminalkomödie «Fantomas» zum Lachen. «Fufu», wie die Franzosen ihn liebevoll nannten, hat sich mit seinen rund 140 Filmen für die Ewigkeit empfohlen.

Per Heirat zum Schlossherren

Über de Funès' Rollen als cholerischer Gesetzeshüter, als Louis, in «Rabbi Jacob» und «Oscar» lässt sich viel schreiben. Doch noch mehr über den Komiker selbst, der mit seinen 1,64 m fast so klein war wie Napoleon und so gross wie nur wenige Filmkomiker Frankreichs.

Eigentlich hiess er Louis Germain David de Funès de Galarza und hatte blaues Blut. Sein Vater war ein spanischer Edelmann, der als Rechtsanwalt tätig war, sein Geld jedoch mit dem Handel von Diamanten verdiente.

Doch so schnell er es gewann, verlor er es wieder. So war Louis zwar adlig, aber arm. Die Ausbildung zum Kürschner musste er vorzeitig abbrechen, weil er den Kanarienvogel des Schuldirektors mit einem Gummiband und Haarnadeln abschoss und das Labor in Brand setzte.

Durch die Heirat mit Jeanne Barthélémy de Maupassant, einer Grossnichte des Schriftstellers Guy de Maupassant, wurde er 1967 zum Schlossherr eines heruntergekommenen Anwesens. Auf dem Schloss Clermont bei Le Cellier, dem Stammschloss der Maupassants, widmete er sich der Gärtnerei, insbesondere der Rosenzucht.

Privat ganz ruhig und ordnungsliebend

Seine Karriere begann in einem Alter, da war die von anderen bereits zu Ende. Auf den Theatererfolg von «Oscar» folgte 1964 der Durchbruch im Kino mit «Der Gendarm von St. Tropez», in dem er sich als Gesetzeshüter mit pubertierenden Töchtern und frechen Nudisten herumärgert.

Da war de Funès bereits 50 Jahre alt. Danach ging alles im Eiltempo: zwei bis drei Filme pro Jahr. Ab Mitte der 1960er Jahre war de Funès der populärste Filmkomiker Frankreichs.

Doch hinter dem zappeligen Choleriker und nervigen Giftzwerg versteckte sich ein zurückgezogener, ordnungsliebender Mensch und fürsorglicher Vater.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Ein grossartiger Schauspieler aus einer anderen Zeit. Einer Zeit als man noch solidarisch war, eine Zeit als nicht nur Geld zählte. Und vor allem einer Zeit, als man nicht dumpf mit dem Kopf nickte und sich alles gefallen liess. Heute, im totalen Überfluss, machen uns die Vorgesetzen (Radioverbot für Bussfahrer) und Politiker (alle Bürger sind zu teuer, vor allem die sozial Schwachen) das Leben mit abstrusen, überflüssigen Bevormundungen künstlich schwer. Mittel dagegen: macht den Loui...
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  • Kommentar von Esther, Basel
    Gerade "La grande Vadrouille", das Original in allen 3 Sprachen der im Film involvierten Länder, wäre doch wieder einmal etwas fürs SF, obwohl ich es dann wahrscheinlich nicht sehe könnte, da ich mich derzeit und für länger ausser Landes befinde :-(
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    1. Antwort von B. Küng, Seeland
      Das bleibt wohl ein Wunschtraum, denn das SF sendet entweder amerikanische Schrott-Filme oder dann unbedarfte Schweizer Filme, oft auch uralte.
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  • Kommentar von Martin Siegrist, Zürich
    Schade, dass die Filmtitel auf deutsch so total daneben sind. Z.B. "La grande Vadrouille"- auf deutsch "Die grosse Sause". Wenn wenigstens auf den Originaltitel hingewiesen würde. Dieses Uebel ist übrigens bei allen nicht deutschsprachigen Filmen anzutreffen. Z.B. Sergio Leones Western: "The good, the bad and the ugly", nennt sich auf deutsch "Zwei glorreiche Halunken". Welch ein Blödsinn! Aus drei mach zwei.
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    1. Antwort von Olivier, 8706 Meilen
      Ich gebe Ihnen absolut Recht. Neulich macht sich auch die Unsitte breit, dass ausländische Filme plötzlich mit DE gekennzeichnet werden. Es steckt zwar etwas deutsches Geld in der Produktion, kreativ aber rein gar nichts; weder in der Regie, noch bei den Hauptdarstellern. Aber unsere TV-Magazine sind ja längst in nördlichen Händen.
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