Hurrikan zieht auf Florida zu Die Furcht vor «Irma» hat in Florida eine Massenflucht ausgelöst

Die Behörden haben fast sechs Millionen Menschen zur Flucht aufgefordert. Die Autobahnen sind verstopft.

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Irma wird vorübergehend schwächer

2:52 min, aus Tagesschau vom 9.9.2017

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Wirbelsturm «Irma» soll gemäss Prognosen am frühen Sonntagmorgen auf Florida treffen.
  • Der Hurrikan hat eine Massenflucht ausgelöst. In Florida läuft eine beispiellose Evakuierung.

Die Furcht vor Wirbelsturm «Irma» hat in Florida eine Massenflucht ausgelöst. Die Behörden in dem als Touristen- und Rentnerparadies bekannten US-Bundesstaat forderten 6,3 Millionen der rund 20 Millionen Einwohner auf, die Gefahrenzonen zu verlassen.

Weil sich auf den Autobahnen Staus bildeten und einigen Tankstellen der Sprit ausging, wurde diese beispiellose Evakuierung zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Es wurde damit gerechnet, dass der Jahrhundertsturm am Sonntagmorgen zuerst auf die Inselkette der Florida Keys trifft. «Uns läuft die Zeit davon», warnte der Gouverneur von Florida, Rick Scott. Wer in der Evakuierungszone lebe, müsse jetzt dringen gehen.

«  Einen so katastrophalen Sturm hat unser Bundesstaat noch nie erlebt. »

Rick Scott
Gouverneur von Florida

Experten gehen davon aus, dass Winde und Überschwemmungen massive Schäden in dem nach Bevölkerungszahl viertgrössten US-Bundesstaat anrichten werden. Für die gesamte Südküste Floridas, vom Atlantik bis in den Golf von Mexiko, galt eine Warnung vor bis zu drei Meter hohen Wellen. Rund neun Millionen Menschen müssten wegen des Sturms mit zum Teil wochenlangen Stromausfällen rechnen.

Die US-Behörden riefen nach Hurrikan «Harvey» erneut den Notstand aus. Modelle des NHC sehen «Irmas» Zug bis hinauf nach Atlanta reichen. In seiner Folge werden Überflutungen auch an den Küsten Georgias sowie South und North Carolinas erwartet.

Seit 1851 wurden die USA erst drei Mal von einem Hurrikan der höchsten Stufe getroffen. Zudem ist «Irma» laut Katastrophenschutz deutlich grösser als «Andrew», der 1992 als bislang letzter Sturm der Kategorie fünf die USA traf.
US-Präsident Donald Trump sprach von einem «absolut historischen Zerstörungspotenzial». Auch sein eigenes Anwesen in Florida, Mar-a-Lago, musste evakuiert werden.

Das hat «Irma» schon angerichtet

«Irma» traf am frühen Samstagmorgen in Kuba auf Land. TV-Sender zeigten umgeknickte Strommasten, umgestürzte Palmen, Starkregen sowie riesige Wellen, die auf Dämme krachten. Das Ausmass der Zerstörung auf Kuba ist noch unklar. «Ich habe ja schon viele Tropenstürme erlebt», sagte eine Hotel-Angestellte in der nordkubanischen Stadt Remedios. «Aber keiner ist wie dieser hier.»

Auf südwestlich von Florida gelegenen Karibikinseln wie Barbuda, St. Martin und den Virgin Islands brachte «Irma» bereits zahllose Häuser zum Einsturz. Allein in den französischen Überseegebieten Saint Martin und Saint Barthélemy hat der Sturm laut Versicherungen Schäden von mindestens 1,2 Milliarden Euro angerichtet. Damit wäre «Irma» einer der verheerendsten Stürme auf französischem Territorium seit Jahrzehnten.

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