Als Facebook Instagram kaufte Die wohl am cleversten investierte Milliarde

2 Jahre jung, 13 Mitarbeiter, 1 Milliarde Dollar wert. Als Facebook vor fünf Jahren diesen Betrag für Instagram bezahlte, wirkte das für viele wie ein grössenwahnsinniger Panikkauf. Er hat sich aber gelohnt.

Das Bild zeigt Fotos aus dem SRF Digital-Instagram-Account, das Instagram-Logo und Dollar-Münzen, die von oben ins Bild hineinregnen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Geldregen für Facebook: Instagram wird zu einem immer grösseren Umsatzbolzer. Colourbox/Montage SRF

2012 war für Facebook-Chef Mark Zuckerberg ein turbulentes Jahr. Da war zum einen der Börsengang seiner Firma. Strategisch viel wichtiger dürfte rückblickend aber der Kauf von Instagram sein. In weniger als einem Jahr hatte dieser Dienst seine Nutzerbasis von 5 auf 30 Millionen Benutzer gebracht – rekordverdächtig!

Zuckerbergs Ankündigung sorgte dennoch bei den einen für Kopfschütteln: Eine Milliarde Dollar für eine «Fotobuden»-App, einen Dienst, der noch kaum einen Rappen eingenommen hatte. Andere hingegen ahnten, dass Facebook sich eine Technologie mit ziemlicher Zugkraft verschafft hatte, die etwas beinhaltete, das die Menschen mit Leidenschaft betreiben und sie in Scharen gerne tun: Fotos teilen. Das taten sie zwar bereits auf Facebook, dessen Magie war aber 2012 etwas verflogen, weil sich die Nutzung damals noch immer am Desktop-PC orientierte statt an den boomenden Smartphones.

Ideal für mobile Werbung

Instagram war von Beginn weg auf mobil getrimmt und so konnte Facebook seine Position auf mobilen Geräten auf einen Schlag verbessern und einen aufkommenden Konkurrenten ausschalten.

Ein Problem hatte Zuckerberg noch: Snapchat, ein anderer Fotodienst, der in diesen Jahren ebenfalls abging wie eine Rakete. 2013 wollte Facebook auch ihn kaufen, stiess aber nicht auf offene Ohren. Kurzerhand machte Mark Zuckerberg Instagram mit der «Stories»-Funktion Snapchat-ähnlicher – mit Erfolg. Laut einem Bericht von Recode erreicht das Stories-Format bei Instagram mittlerweile 250 Millionen Menschen am Tag. Damit haben «Stories» in den letzten zwei Monaten rund 50 Millionen neue Nutzern hinzugewonnen und Snapchat überholt.

Cleverer wurde eine Milliarde wohl noch nie investiert.

Sprudelnde Werbe-Einnahmen

Auf Instagram haben nach Angaben von Facebook mittlerweile auch 15 Millionen Firmen ein Profil. 1 Million davon erzählen ihre Stories, um die Geschäftsergebnisse zu verbessern – und bezahlen dafür Geld an Instagram. Auf diese Weise konnte Facebook schon letztes Jahr mehr Geld einnehmen, als es für den Kauf von Instagram ausgeben musste. Prognosen sagen, dass dieses Jahr die Werbeeinnahmen von Instagram gegen 3 Milliarden Dollar tendieren könnten.

Gewinnbringender wurde eine Milliarde wohl noch nie investiert.