Ein Alfred Nobel des neuen Jahrtausends?

Bislang gelten die einmal im Jahr verliehenen Nobelpreise als Ritterschlag in der Wissenschaftswelt. Allerdings kommen dabei nur Forscher bestimmter Fachrichtungen in Frage. Das soll sich nun ändern – dank eines milliardenschweren Stifters aus Fernost.

Hat eine Stiftung für neue Forschungspreise gegründet: Der taiwanesische Milliardär Samuel Yin. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hat eine Stiftung für neue Forschungspreise gegründet: Der taiwanesische Milliardär Samuel Yin. Reuters

Ein taiwanesischer Milliardär hat eine Stiftung gegründet, die künftig einmal im Jahr Forscher aus verschiedenen Disziplinen ehren soll. Medien in Taiwan sprechen bereits von «asiatischen Nobelpreisen».

Ins Leben gerufen wurde die Stiftung von Samuel Yin – Unternehmer und vermutlich einer der reichsten Männer Taiwans. Er stattete die Stiftung mit einem Startkapital von umgerechnet rund 103 Millionen Dollar (95,4 Millionen Franken) aus.

Sie trägt den Namen Tang Stiftung – benannt nach der Tang Dynastie (618 - 907). Dieser wird bis heute ein grosser Einfluss auf Chinas kulturelle und wissenschaftliche Entwicklung nachgesagt.

Grosszügiger Spender

Die Preise sollen jedes Jahr an internationale Forscher in den Bereichen Biopharmazie, Nachhaltige Entwicklung, Chinastudien und Rechtswissenschaft vergeben werden. Das sind allesamt Disziplinen, die von den herkömmlichen Preisen nicht bedacht werden. Dotiert sind die neuen Ehrungen ähnlich hoch wie der Nobelpreis: Die Geehrten sollen 1,7 Millionen Dollar (1,6 Millionen Franken) erhalten.

Milliardär Yin ist in China bekannt für seine grosszügigen Spenden für Bildung und Wohltätigkeit. Medienberichten zufolge haben mehr als 80'000 Studenten Stipendien von ihm erhalten. Sein Vermögen wird auf mehr als drei Milliarden Dollar geschätzt.