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Legende: Video Die Lunge der Erde brennt abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.08.2019.
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Flammenhölle Amazonas Die grüne Lunge der Erde hustet

«Noch nie ist es uns so schwer gefallen zu atmen», sagte die Bürgermeisterin von Brasiléia im Bundesstaat Acre.

Seit Wochen wüten Tausende Feuer im Amazonas- und den angrenzenden Steppengebieten. Die Flammen fressen sich durch das Unterholz, verzehren Bäume und Sträucher und hinterlassen nichts als verbrannte Erde.

«Noch nie hat es so viel gebrannt. Noch nie ist es uns so schwer gefallen zu atmen», sagte die Bürgermeisterin der Ortschaft Brasiléia im Bundesstaat Acre der Zeitschrift «Valor». «Das macht uns Angst.»

Legende: Video Die Situation im Bundesstaat Acre abspielen. Laufzeit 00:29 Minuten.
Aus News-Clip vom 22.08.2019.

Nach Protesten gegen die Rodung riesiger Flächen und Waldbrände wollen brasilianische Staatsanwälte im Bundesstaat Para Ermittlungen einleiten. Angesichts der zunehmenden Zerstörung des Urwaldes gehe es darum zu untersuchen, ob der Umweltschutz vernachlässigt worden sei, teilte die Strafverfolgungsbehörde mit.

Denn selbst im fast 2000 Kilometer von den Brandherden entfernten São Paulo sind die Auswirkungen zu spüren: Über der Millionenmetropole fiel schwarzer Regen. Untersuchungen von zwei Universitäten bestätigten, dass das Regenwasser Brandrückstände enthält, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete.

Legende: Video Mitten am Tag verdunkelte sich der Himmel über São Paulo abspielen. Laufzeit 00:26 Minuten.
Aus News-Clip vom 22.08.2019.

Laut einem Bericht der Zeitung «Folha de S. Paulo» haben die Brände, Feuer und Brandrodungen in Brasilien seit Januar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zugenommen. Insgesamt seien 72'843 Brände registriert worden. Meist seien Flächen in Privatbesitz betroffen, aber auch in Naturschutzgebieten und indigenen Ländereien brenne es immer wieder, so die Zeitung.

Ein Mann steht hinter einem Feuer.
Legende: In Brasilien steht der Wald in Flammen. Keystone

«Alle Brände im Amazonasgebiet werden auf die eine oder andere Weise von Menschen verursacht», sagt der Leiter des Amazonasprogramms der Umweltorganisation WWF, Ricardo Mello. Häufig würden Farmer zunächst die Bäume abholzen und dann Feuer legen, um neue Weideflächen für ihr Vieh zu schaffen.

Bildvergleich

Regler nach links verschieben Regler nach rechts verschieben
Legende:Waldrodung im Amazonas Regenwaldim Gebiet Mato Grosso im Landesinneren Brasiliens.Google Earth

Wegen der derzeitigen Dürre in der Region breiten sich die Brände immer weiter aus. «Das Feuer greift von den offenen Flächen auf noch intakte Waldgebiete über», so Mello. «Das bedeutet, die Brände haben einen doppelten negativen Effekt.»

Und die Trockenzeit in der Region hat gerade erst begonnen. Im August und September werden im Amazonasgebiet unterdurchschnittliche Niederschläge erwartet. «Das sind nicht gerade beruhigende Aussichten», sagte der Koordinator der Brandbeobachtung der Nationalen Weltraumagentur INPE, Alberto Setzer, dem Portal Infoamazonia.

Lunge der Welt

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Bild aus dem Weltall.
Legende:Die Nasa hat Bilder veröffentlicht, die zeigen: Den Brand sieht man auch vom Weltall aus.Nasa

Der Amazonas gilt als Lunge der Welt. Schätzungen zufolge kann der Regenwald pro Jahr mehr als zwei Milliarden Tonnen CO2 binden. Weniger Bäume bedeuten, dass weniger Kohlendioxid aus der Atmosphäre abgebaut werden kann – mit grossen Auswirkungen auf das Weltklima.

Die Brandbekämpfung im brasilianischen Regenwald wird teilweise vom Amazonas-Fonds finanziert, um den ein heftiger Streit entbrannt ist. Weil unter dem rechtsgerichteten brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro die Abholzung des Regenwaldes zuletzt kräftig zugelegt hatte, fror Hauptgeldgeber Norwegen seine Mittel ein. Zuvor hatte bereits Deutschland angekündigt, die Unterstützung für das Schwellenland auf Eis zu legen.

Bolsonaro am Rednerpult.
Legende: Für die Waldbrände in der Amazonasregion macht der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro Umweltschützer verantwortlich. Reuters
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32 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Ich denke:Lula war ein weit besserer Präsident als Bolsonaro, selbst dann,wenn Lula allfällig an Korruption beteiligt gewesen ist. Und er ist wohl ein politischer Gefangener, da er Gegner von Bolsonaro ist. Ich war platt, als ich vernahm, dass Bolsonaro in einer Freikirche ist. Aber: Ob Freikirche oder sonst eine christliche Gemeinschaft: Indogene Völksstämme benachteiligen,die Zerstörung von Urwald gleichsam fördern, ist 180 Grad entgegen dem, was Jesus von Nazarth den Menschen vorgelebt hat.
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  • Kommentar von Urs Rösti  (szuechype)
    Harte Sanktionen sind die einzige Sprache, die diese Regierung versteht.
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  • Kommentar von miri koch  (Fujisan)
    Der kanadische Stamm der Cree - Indianer:

    «Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist,
    werden die Menschen feststellen, dass man Geld nicht essen kann»

    ...unfassbar...
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