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Legende: Video Die Schweiz 1946 abspielen. Laufzeit 00:50 Minuten.
Aus SRF News vom 21.05.2019.
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Fotoflüge von US-Bombern Die Schweiz aus der Luft – damals und heute

1946 wurden die Waffen an Bord von 66 US-Bombern durch Fotoapparate ersetzt. Sie lieferten einzigartige Luftbilder.

Einen ganzen Sommer lang überfliegen Bomber der USA immer wieder die Schweiz. Und die Schweizer Regierung unternimmt nichts dagegen. Im Gegenteil: Sie hat den Amerikanern die Überflugbewilligung erteilt.

Bedroht fühlt sich die Schweiz nicht, denn in den Kampfflugzeugen wurden die Waffen entfernt und durch nagelneue Fotoapparate ersetzt. Bei den Flügen entstehen tausende einzigartige Luftbilder der Schweiz.

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Legende:Vom Flughafen Zürich war 1946 noch keine Spur zu sehen – anders als im Jahr 2016.swisstopo

Luftkarte von Nachkriegs-Europa

Das alles geschah 1946, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Heute, 73 Jahre später, stellt das Bundesamt für Landestopografie (Swisstopo) diese historischen Bilder allen Interessierten online zur Verfügung.

Das Orthofoto-Mosaik unter dem Namen SWISSIMAGE HIST 1946, Link öffnet in einem neuen Fenster zeigt das Bild einer längst verschwundenen Schweizer Landschaft und erlaubt den Vergleich mit Luftbildern aus der jüngeren Vergangenheit.

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Legende:Von 1946 bis 2014 sind viele landwirtschaftliche Nutzflächen in Frauenfeld (TG) neuen Gebäuden gewichen.swisstopo

Entstanden sind die Luftaufnahmen, weil Amerikaner und Engländer das Ziel hatten, eine Luftkarte von ganz Nachkriegseuropa zu erstellen. Dazu wurden aus 66 B-17-Bombern die Waffen entfernt und durch jeweils zwei Fotoapparate pro Flugzeug ersetzt.

Fotofilme statt Glasplatten

Die Schweiz erlaubte die Flüge unter anderem auch deshalb, weil die Fototechnik der Amerikaner viel moderner war und der Schweiz Kopien der Aufnahmen zugesichert wurden. Die Bilder entstanden auf Fotofilmen im Format 23x23 Zentimeter, während die Schweizer Landestopografie noch mit fotografischen Glasplatten arbeitete.

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Legende:Ecublens (VD) war 1946 ein Weinbau-Dorf. Heute ist es Standort der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL).swisstopo

Im Rahmen der Operation «Casey Jones», benannt nach dem US-Luftfahrtpionier, fanden vom 19. Mai bis zum 24. September 1946 insgesamt 64 Flüge in einer Höhe von 6000 bis 8000 Metern über Schweizer Gebiet statt. Dabei entstanden rund 4200 Fotos. Bis heute ist eine solch intensive Befliegung innerhalb eines einzigen Jahres einmalig.

Bis 2015 wurden die Fotos komplett restauriert und digital aufbereitet. Sie zeigen eine Schweiz, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg stark von der Landwirtschaft geprägt war. Es gab keine Autobahnen, dafür viele Äcker und Felder mit Obstbäumen.

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Legende:Die Bevölkerung von Sion (VS) hat sich seit 1946 mehr als verdreifacht.swisstopo
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25 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    @SRF: Kleines Detail: Der Filmclip zeigt einen B-24 Liberator und nicht eine B-17 Flying Fortress.
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  • Kommentar von Enrico Dandolo  (Doge)
    Erstmal: Bravo SRF, interessanter Beitrag. Leider fehlen Bilder von Gebieten, die entvölkert wurden (etwa das Verzasca oder Onsernonetal). Das würde das Bild komplettieren und den Ideologisch getriebenen etwas den Wind aus den Segeln nehmen. Denn zweitens war die Schweiz 1946 nicht das Paradies (man frage einen Zeitzeugen), und drittens hängt diese Veränderung eng mit unserem Wohlstand zusammen.
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    1. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Sie haben den Punkt getroffen. Vermutlich möchte kaum einer von heute unter den selben Bedingungen wie damals Leben. Auch wenn es viel grössere Freiflächen gab. Die Lebensgrundlagen von damals konnten nicht bequem vom Handy aus gemanagt werden wie in unserer heutigen Dienstleistungsgesellschaft. N.B. Der Flugplaz Zürich lag halt nicht bei Kloten, sondern bei Dübendorf wo es heute dafür bald wieder grün blühen könnte!
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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Man sieht es gut: Die Biodiversität weicht der Überbauungsdiversität! Nur eben: Wohlstand generiert Ansprüche und florierende Wirtschaft findet nicht nur auf Statistiken statt. Ebenso bilden diese Bilder auch sehr schön die Konsequenzen der Transformation der 3 Millonen- zur 8 Millionenschweiz ab. Wer die Veränderung des Landschaftsbildes beklagt muss die richtigen Konsequenzen mit all ihren Folgen ziehen...
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