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Abofalle mit gefälschten DHL-SMS
Aus Espresso vom 09.01.2020.
abspielen. Laufzeit 03:41 Minuten.
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Gefälschte SMS Dreister Abo-Betrug im Namen von DHL

  • In den letzten Tagen haben viele Konsumenten in der Schweiz ein SMS von «INFODHL» erhalten. Darin werden sie über eine angebliche Lieferung informiert.
  • Wer auf den Link im SMS klickt, löst damit ein kostenpflichtiges Abonnement für Handyfilme ab.
  • DHL schliesst aus, dass die Betrüger Kundendaten entwendet haben, sondern geht davon aus, dass die SMS wahllos verschickt wurden.

«DHL: Ihr Paket wird an den Absender zurückgeschickt»: Diese Nachricht von «INFODHL» ist Anfang Jahr bei vielen Konsumenten auf dem Handy-Bildschirm aufgeploppt. Gleich danach könne man den Lieferschein herunterladen, per Klick auf einen Link.

Handy macht sich selbständig

Eine Betroffene erwartete zu der Zeit tatsächlich eine Lieferung des Paketdienstleisters DHL. Sie klickte deshalb auf den Link. Wie sie dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» erklärt, verschickte ihr Smartphone daraufhin selbständig ein SMS an die Mehrwertdienstnummer 925. Screenshots belegen dies.

Mit diesem SMS löste sie ungewollt ein Abonnement für 15 Franken pro Woche. Sie erhielt nun ein weiteres SMS. Mit einem erneuten Klick hätte sie offenbar noch ein weiteres kostenpflichtiges Abonnement gelöst. Sie reagierte jedoch geistesgegenwärtig und konnte das Abo stoppen.

Wie reagieren bei ungewünschtem Abo?

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Die Mobilfunkanbieter haben sich auf einen Verhaltenskodex betreffend Mehrwertdiensten geeinigt. Darin ist unter anderem geregelt, dass mit einem SMS mit «Stop» oder «Stopp» die Kündigung eines Dienstes vorgenommen wird, mit «Stop all» werden sämtliche Dienste einer bestimmten Kurznummer gekündigt.

Ob bereits Kosten angefallen sind, erfahren Kunden bei den Mobilfunkanbietern, welche das Inkasso für die Mehrwertdienstanbieter übernehmen. Swisscom, Sunrise und Salt leiten einen bei einer Beschwerde in den meisten Fällen an den Anbieter der Mehrwertdienste weiter.

Um sämtliche Mehrwertdienste auf dem Handy zu blockieren, können Salt-Kunden «Block all» an die Nummer 5155 schicken. Bei Sunrise und der Swisscom ist dies im jeweiligen Online-Kundenzentrum möglich.

Hinter den Mehrwertdiensten der Nummer 925 steckt die Firma Echovox SA aus Carouge. «Espresso» hat in der Vergangenheit immer wieder über Konsumenten berichtet, die ungewollte Abonnements am Hals hatten, die über Echovox abgewickelt wurden.

Echovox prüft Entschädigung

Im aktuellen Fall weist Echovox die Schuld von sich: Ein Partnerunternehmen eines Anbieters von mobilen Inhalten habe auf betrügerische Weise Einnahmen generieren wollen. Um welches Unternehmen es sich handelt, sagt Echovox jedoch nicht.

Der Betrug verstosse gegen sämtliche Vorschriften und Richtlinien von Echovox und man sei daran zu untersuchen, wie viele Nutzer betroffen seien. So hoffe man, diese wieder abmelden zu können und prüfe nun auch eine allfällige Entschädigung der Betroffenen.

Kein Datenleck bei DHL

Besonders ärgerlich ist der Fall auch für den Paketdienstleister DHL. Marketing-Direktor Michael Jutzi erklärt auf Anfrage von «Espresso», es sei auszuschliessen, dass die SMS und «eine effektive DHL-Zustellungsavisierungen einen kausalen Zusammenhang» hätten. Sprich: Es hat bei DHL kein Datenleck gegeben.

Woher die Handynummern stammen ist unklar. Jutzi vermutet, dass die Betrüger die (Nach-)Weihnachtszeit ausgewählt haben, da in dieser Zeit besonders viele Pakete unterwegs seien und so die Wahrscheinlichkeit am grössten sei, dass jemand tatsächlich auf eine Lieferung warte. Der Spuk scheint auf alle Fälle vorbei: Mittlerweile würden sich keine betroffenen Kunden mehr bei DHL melden.

Swisscom untersucht den Fall

Die Swisscom schreibt «Espresso», sie könne ausschliessen, dass rein durch einen Klick auf den Link im Betrugs-SMS bereits eine SMS zum Abo-Abschluss verschickt wurde. Man könne jedoch auch nicht mehr genau nachvollziehen, wie dies zustande gekommen ist. Swisscom hat vorläufig die Kurznummer 925 gesperrt und schaue dies nun mit Echovox an, schreibt die Mobilfunkanbieterin weiter.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Keine Institution dieser Welt ist scheinbar nach all den Kommentaren und Polizeiaussagen zuständig, diesen Internetkriminellen Schwerverbrechern und Millionenbetrügern, das Handwerk zu legen. Die Polizei samt ihren Geheimagenten sind nicht angehalten den Bürger davor zu schützen. Sie greifen erst ein wenn die Leiche gefunden wird. Eine sehr seltsame Einstellung der Strafbehörden, den Schwarzen Peter immer dem Geschädigten zu überlassen. Niemand kann da was tun -die Freikarte für die Banditen.
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  • Kommentar von Markus Hinder  (Markus58)
    Zum Glück habe ich diese SMS gleich gelöscht.
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  • Kommentar von A Gasser  (agasser)
    Die Telekomanbieter verdienen gutes Geld an den "Merhwertdiensten". Dabei ist schon nur dieser Name eine Frechheit. Welcher Mehrwert bitteschön? Swisscom und co könnten schon lange all diese Mehrwertdienste blockieren und nur auf Kundenwunsch gezielt aufschalten. Das jedoch würde weniger Einnahmen bedeuten.
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    1. Antwort von Jaro Bels  (Gotod)
      Das Gleiche, nur „in blau“ ist, dass man nach dem Ablauf eines Abos noch zusätzlich kündigen muss, sonst läuft es automatisch weiter. Was muss ich den kündigen, wenn es nach Vertrag abgelaufen ist? Da gibt es noch viel zu tun.
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