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Panorama Gratis Musik auf Youtube: Künstler beschweren sich bei EU

Fast 323 Millionen Mal wurde Lady Gagas Musikvideo «Pokerface» auf Youtube angeschaut. Das Problem: Die Künstlerin verdient daran nichts. Das Gratis-Angebot von Youtube entwerte die Musik, finden deshalb über 1000 Musikerinnen und Musiker und fordern die EU in einem Brief auf, «jetzt zu handeln».

Ein Mann singt auf einer Bühne, vom Himmel regnen bunte Konfetti.
Legende: Coldplay gehören zu den Kritikern, liessen 2011 aber gar ein ganzes Konzert live auf Youtube streamen. Keystone

Der Streit köchelt schon lange. Nach Jahren sinkender Umsätze wegen Internet-Piraterie hat die Musikindustrie erst vor kurzem eine neue Geldquelle entdeckt: Streaming-Dienste wie Spotify. Dank kostenpflichtiger Abos wachsen die Erlöse im Musikgeschäft wieder.

Doch auf Youtube sind noch immer viele Songs gratis zu finden. Heraufgeladen von Youtube-Nutzern, aber auch von den Musikfirmen selbst. Eine Suche mit «Lady Gaga» und «Youtube» führt zu über 16 Millionen Suchergebnissen.

«Wir wollen gleiche Rechte»

Diese Gratis-Musik ist den Künstlerinnen und Künstlern ein Dorn im Auge. Sie entwerteten auf unfaire Weise die Musik, schreiben über 1000 Musikerinnen und Musiker in einem Brief an EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Sie fordern ihn auf, «jetzt zu handeln», um gleiche Rahmenbedingungen für Künstler und Rechteinhaber zu sichern.

Unterschrieben haben den Brief illustre Namen wie Coldplay, Paul McCartney, Lady Gaga oder Helene Fischer. Die Künstler kritisieren in ihrem Brief speziell, dass die Online-Plattform Videos, die urheberrechtlich geschützt sind, erst nach Hinweisen der Musikerinnen und Musiker entfernen muss.

Youtube betont, dass die Musikerinnen und Musiker bereits mehrere Milliarden Dollar an Werbeeinnahmen erhalten hätten. Und dass die Songs mittels «digitalem Fingerabdruck» sofort identifiziert werden könnten.

Vor einigen Tagen ging ein ähnlicher Brief, unterzeichnet unter anderem von Taylor Swift und U2, auch an den US-Kongress.

Youtube und Streaming

YouTube hat über eine Milliarde Nutzer. Beim Streaming-Marktführer Spotify sind es rund 100 Millionen - von denen sich mehr als zwei Drittel mit der werbefinanzierten Gratis-Version begnügen. Die Nummer zwei im Streaming-Geschäft, Apple Music, kommt ein Jahr nach dem Start auf rund 15 Millionen zahlende Abo-Kunden.

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21 Kommentare

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  • Kommentar von David Rothen (EinLinkerundmehr)
    Die armen Musik-Millionäre werden von den bösen Youtube-Lohnarbeitern bestohlen. Skandal!
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    1. Antwort von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
      Gar nix kapiert. Jeder der für seinen Job einen Lohn erwartet, sollte nun einfach schweigen... Es geht nicht um ein paar wenige Musik Millionäre, sondern um Millionen von un- und unterbezahlten Bands und Musiker. Die Mobiltelephon- und Internetgeneration verlernt mehr und mehr das logische Denken und das Begreifen von Zusammenhängen...
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    2. Antwort von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
      Was ist ein Youtube Lohnarbeiter???
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    3. Antwort von Hans Wälti (Hans Wälti)
      Unverständlich. Kann mir das bitte mal jemand erklären? Was ist denn mit "Youtube-Lohnarbeitern" gemeint?
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  • Kommentar von Sascha Freitag (SF)
    Interessant, bekommt doch die Musikindustrie, ausser in Deutschland, für jeden Video-View eine Abgabe. Das wurde alles vertraglich ausgehandelt mit der Musikindustrie, die die Künstler vertritt. Erinnert doch sehr an das Gejaule über sinkende CD Verkäufe, aber steigende Musik DVD Verkäufe, die man nicht offen gelegt hat! Wenn man jammern will, kann man das für den Fall Deutschland, muss sich aber bewusst sein, dass die GEMA schon sehr lange das 4 fache als in anderen Ländern übliche fordert!
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  • Kommentar von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
    Gefühlte 95% aller YouTube Uploads sind illegal. Von Usern ohne Berechtigung hochgeladene Songs, die YouTube rechtlich gesehn sofort wieder löschen müsste. Passt zur 'Geiz-ist-geil'-Gesellschaft, alles konsumieren, aber nix dafür bezahlen. Beim Shopping ists egal, wenn eine Jeans oder Handtasche für das 200-fache der Produktionskosten angeboten wird, wenn man im Ausgang an einem Abend für Alkoholika schnell einen Hunderter verflüssigt, aber die Musik die man konsumiert ist Null Wert (...)
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    1. Antwort von andreas furrer (andfurrer)
      @ beni fuchs: das ist ein wenig, wie wenn sie am niagarafall den becher hinuntergespuehlten wassers fuer sagen wir mal einen dollar zu verkaufen versuchen. sie verdienen mehr mit dem verkauf von ansichtskarten und schiffsfahrten. musik ist eine art grundrauschen zu dem sie ev. etwas verkaufen koennen (voellig egal was). sie koennen es auch als mathematisches phaenomen betrachten, aber dann fahren sie besser taxi (wie ich).
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    2. Antwort von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
      A.Furrer: So ist das also, Musik wird einfach, von irgendwoher kommend, den Bach runtergespült, und man bedient sich. Ich dachte immer, Irgendwer müsste die erst machen, sprich produzieren... also (viel) Arbeitszeit (komponieren, einstudieren, aufnehmen; und Infrastruktur (Bandraum, Instrumente, Aufnahmestudio etc) aufwenden. Kommt mir vor, wie wenn kleine Kinder denken, die Milch kommt aus der Tetrapackung...
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    3. Antwort von andreas furrer (andfurrer)
      @ beni fuchs: das war frueher (ich erinnere mich noch in den siebzigerjahren einen leslieverstaerker fuer 2000 franken erstanden zu haben - mein ganzes erspartes, auf dem bau verdientes, schulferiengeld), heute fahre ich wie gesagt taxi und treibe mathematik, die milch kam alleŕdings damals schon aus dem tetrapack, dem originalen (also der dreiseitigen pyramide), und schokodrink trinke ich tatsaechlich auch heute noch.
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