Gruselfund in Mexiko: Dutzende Leichen in altem Krematorium

Der beissende Gestank brachte die Ermittler auf die Spur. Ob es sich bei den Toten in einem verlassenen Krematorium um Verbrechensopfer handelt, ist unklar. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.

Video «60 Leichen in Mexiko gefunden» abspielen

60 Leichen in Mexiko gefunden

0:38 min, aus Tagesschau am Mittag vom 7.2.2015

In einem verlassen Krematorium in der mexikanischen Hafenstadt Acapulco hat die Polizei 60 Leichen gefunden. Unter den Toten seien auch Frauen und Kinder, teilte die örtliche Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Es seien Ermittlungen wegen Störung der Totenruhe sowie Verstössen gegen das Bestattungsrecht und Gesundheitsvorschriften eingeleitet worden. Zuvor war von 61 Toten die Rede.

Nachbarn hatten sich über den beissenden Gestank in einem Vorort von Acapulco beschwert. Sicherheitskräfte entdeckten daraufhin die Toten, wie die Zeitung «El Sur de Acapulco» berichtete. Alle Leichen seien mit Kalk bedeckt gewesen. Die Sicherheitskräfte fanden zudem Leichenteile wie Arme und Beine. Das «Krematorium des Pazifiks» soll bereits seit einem knappen Jahr ausser Betrieb sein.

Ein Badeort – mit Blut verschmiert

Die Leichen wurden in die Gerichtsmedizin gebracht, um Todeszeitpunkt und -ursache zu bestimmen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Zudem wurden von den Bestattungsunternehmen der Region Unterlagen zu allen Leichen angefordert, die seit 2013 in das Krematorium geschickt worden waren.

Ob es sich bei den Toten um Opfer eines Verbrechen handelte, war zunächst unklar. Die Ermittler gehen offenbar auch Hinweisen auf Betrug nach: Die Betreiber könnten das Geschäft aufgegeben und bereits angelieferte Leichen nicht mehr eingeäschert haben.

Allerdings ist Guerrero auch einer der gefährlichsten Bundesstaaten Mexikos. Mehrere kriminelle Organisationen ringen dort um die Vorherrschaft. Der Badeort Acapulco ist mit 104 Morden je 100‘000 Einwohner die drittgefährlichste Stadt der Welt. Die Region war zuletzt wegen des Massakers an Dutzenden Studenten international in den Fokus geraten.