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Panorama Haarkippa: Schützt vor Nässe, Kälte und Antisemitismus

Ein israelischer Coiffeur will den ansteigenden Antisemitismus in Europa bekämpfen. Mit einer unsichtbaren Kopfbedeckung – die erst noch wie eine lässige Hipsterfrisur ausschaut.

Legende: Video Die unsichtbare Kippa abspielen. Laufzeit 0:37 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.02.2015.

Shalom Koresh ist Coiffeur in der israelischen Grossstadt Rechovot. Sein kleiner Laden ist über die Landesgrenzen bekannt. Und das hat mit seiner Geschäftsidee zu tun: eine Haarkippa, made by Koresh. Sie soll den Träger vor antisemitischen Übergriffen schützen.

Wie eine Haarkippa aussieht, das zeigt der 48-Jährige vor der Kamera. Die Kippa, so nennen Juden ihre Kopfbedeckung, wird vorsichtig auf die Kopfhaare geklebt. Jede Haarkippa wird individuell für den Kunden zugeschnitten und der Haarfarbe angepasst. Eine Kippa aus künstlichen Haaren kostet umgerechnet etwa 50 Franken, eine aus natürlichen Haaren 70 Franken.

Auf die Idee gekommen ist Koresh im Gespräch mit seiner Kundschaft: «Ich habe Kunden, die geschäftlich in Europa verkehren. Sie berichteten mir über den ansteigenden Antisemitismus. Da habe ich mir gesagt: Warum nicht eine Kippa herstellen, die man von aussen gar nicht bemerkt?»

Die meisten Bestellungen, so der Coiffeur, erhalte er aus Frankreich und Belgien.

«Hund beisst in den Schwanz»

Jehoschua Ahrens, Rabbiner der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ), kann die Ängste der Kunden gut verstehen. Aber: «In gewisser Weise beisst sich der Hund in den Schwanz, denn entweder will ich eine Kippa tragen, dann sollte ich das tun oder ich will sie nicht zeigen, dann trage ich halt etwas darauf. Wozu eine Kippa, die man nicht sieht?

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Kopfschmuck/Bedeckung ist mir egal. Ungeachtet der Ursache. Haare, respektive gestylte Frisur ist es ja selber. Ich will in jedem Fall das Gesicht des/der Gegenüber bei sozialen Kontakten sehen. Evolutionär ist unser Hirn darauf trainiert, feinste auch subliminale Muskelbewegungen des Gegenüber zu interpretieren. Nennt sich auch Körpersprache. Hierzulande stört mich z.B. bei Begrüssungen mit Händedruck, einerseits die „Hasenpfote“ u/o der Blick nach unten oder Seite.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Traurig, dass man so eine Camouflage-Kippa erfinden muss, nur weil man in Westeuropa zu feige ist, dem grassiernden islamischen Judenhass riguros entgegenzutreten. Das Versprechen nach dem Holocaust, "Nie wieder!", klingt heute wie ein Hohn.
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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Ich finde solches Zeugs provozierend und unnötig. Ob Hütchen, Burka, Nachthemden f. Männer, Turban usw. werden den Gläubigen bestimmt nicht helfen bessere Menschen zu sein. Man soll in dem Land wo man lebt, auch mindestens so angezogen sein wie die Einheimischen wenn man nicht angegriffen werden will. Unter den schwarzen Ganzverhüllungen könnten sich "Verbrecher" gut verstecken. Keiner kann sagen, ob es sich darunter um eine Frau oder um einen Mann handelt.
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