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Panorama Hirsche stoppen am früheren Eisernen Vorhang

Der Kalte Krieg lebt einer neuen Studie zufolge in den Köpfen von Hirschen weiter. Das haben Forscher im Nationalpark Böhmerwald herausgefunden.

Hirsch mit grossem Geweih beim Röhren.
Legende: Bis hier und nicht weiter: Obwohl der Stacheldraht weg ist, trauen sich die böhmischen Hirsche nicht über die Grenze. Keystone

«Die Hirsche auf der tschechischen Seite des Böhmerwalds wandern genau bis zu der Stelle, wo früher Stacheldraht den Sperrbereich vor der Staatsgrenze markierte», teilte der Zoologe Pavel Sustr mit. Ähnlich verhielten sich ihre Artgenossen auf der anderen Seite der deutsch-tschechischen Grenze.

Die Tiere wurden für die Studie mit Funk-Halsbändern ausgestattet und sechs Jahre lang beobachtet. Die Forscher vermuten, dass Hirschkühe über Generationen die Abgrenzung ihres Territoriums an ihre Nachkommen weitergeben.

Fast 25 Jahre nach der Grenzöffnung halten sie unbeirrt daran fest. Die Rothirsche des Böhmerwalds nutzen demnach im Schnitt ein Gebiet von 60 Quadratkilometern. Der Böhmerwald grenzt unmittelbar an den Nationalpark Bayerischer Wald.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Erinnert an den pawlow'schen Hund und die Experimente zur Konditionierung. Hier ist die Grenze, stehen bleiben oder daran entlang gehen (unbedingte Reaktion) auch wenn der Zaun (unbedingter Reiz) gar nicht mehr vorhanden ist. Ich frage mich nur, an was orientieren sich die Tiere, dass hier ein Zaun war? Riechen die da drüben anders oder was? Vielleicht hilft uns ein Jäger oder Wildhüter weiter. Da Jungtiere von ihren Müttern durch abschauen auch lernen, kann das Verhalten schon andauern.
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Die Geschichte belegt, dass es mit einem Einreissen von Mauern nicht getan ist um eine Durchmischung von Revieren zu erreichen. Wie beim Nationbuildung dauert sowas mehrere Generationen. Die einizigen welche davon profitieren sind die Nutzniesser von "Gelegenheit macht Diebe".
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