Smog hält sich hartnäckig Kohle raubt Chinesen den Atem

Wegen anhaltender Luftverschmutzung sind Autobahnen geschlossen und Flüge annulliert worden. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

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Smog in China (unkomm.)

0:19 min, vom 2.1.2017

Die aktuelle Situation: Vor allem der Norden Chinas leidet seit Tagen unter starkem Smog. Heute hat in Peking der Feinstaub den von der WHO empfohlenen Grenzwert gar um das Zwölffache übetroffen. Der Smog war teilweise so dicht, dass mehrere Autobahnabschnitte geschlossen und Flüge annuliert werden mussten. In der zentralchinesischen Millionenstadt Zhengzhou, wo die Verschmutzung besonders hoch ist, bleiben morgen gar die Schulen und Kindergärten geschlossen. Die Behörden haben die zweithöchste Verschmutzungsstufe «Orange» um drei Tage verlängert.

Die Vorgeschichte: Bereits Mitte Dezember waren mehrere Städte in Nord- und Zentralchina im Smog versunken. Hunderte Millionen Chinesen waren von der Luftverschmutzung betroffen. Fabriken mussten vorübergehend schliessen, der Strassenverkehr wurde von den Behörden eingeschränkt.

Die Ursachen: Verantwortlich für den Smog, ist – neben den Autos und den Fabriken – vor allem die Kohle. Im Winter wird in Nordchina mit Kohle geheizt, was die Luftqualität zusätzlich belastet. Und: die Chinesen beziehen den grössten Teil ihres Stromverbrauchs aus Kohlekraftwerken.

Die Zukunft: Bereits im Dezember rief die Umweltschutzorganisation Greenpeace die chinesische Regierung dazu auf, den Kohleverbrauch weiter zu drosseln. Obwohl China die Solar- und Windenergie massiv ausbaut, bleibt Kohlekraft jedoch der wichtigste Stromlieferant. Solange sich China nicht langfristig von der Kohle verabschiedet, wird auch das Problem des wiederkehrenden Smogs nicht gelöst werden. Den Menschen in den betroffenen Gebieten bleibt derweil nichts anderes übrig, als entweder zu Hause zu bleiben oder im Freien eine Atemschutzmaske zu tragen.

Chinesischer Beamte mit Maske vor Mao-Plakat im Dunst Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In Peking gilt die zweithöchste Verschmutzungs-Stufe «Orange», die Menschen schützen sich mit Masken. Reuters