Preisverleihung in Hollywood «La La Land» räumt bei den Golden Globes ab

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Meryl Streep kritisiert Donald Trump (englisch)

2:48 min, vom 9.1.2017

Das Wichtigste in Kürze

  • Grosser Abräumer bei den diesjährigen Golden Globes ist die Musical-Romanze «La La Land» mit sensationellen sieben Trophäen, darunter als beste Komödie.
  • Den Preis in der Sparte «bester nicht-englischsprachiger Film» holte «Elle» nach Frankreich.
  • Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert wurde für ihre Rolle in «Elle», als beste Drama-Schauspielerin geehrt.
  • Casey Affleck nahm seinen ersten Golden Globe als bester Drama-Darsteller für seine Rolle in dem berührenden Familiendrama «Manchester by the Sea» entgegen.
  • Schon vor Beginn der Golden-Globe-Gala stand eine Gewinnerin bereits fest: Meryl Streep erhält Auszeichnung für Lebenswerk.
  • Nominierter Schweizer Animationsfilm geht leer aus.
  • Reden mit harter Kritik an künftigem US-Präsidenten Trump.
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Keine Ehre für die Schweiz

Figuren aus dem Film

Der Film erzählt die Geschichte des kleinen Waisenjungen Courgette. Keystone

Leer ging der schweizerisch-franzöische Animationsfilm «Ma vie de Courgette» von Claude Barras aus. Das Werk musste sich dem Disney-Film «Zootopia» geschlagen geben. Schon die Nomination galt aber als Sensation. Der Film steht auch auf der Shortlist der Oscarnominierungen in den Kategorien bester Animationsfilm und bester fremdsprachiger Film.

Der grosse Abräumer der diesjährigen Preis-Gala war die Musical-Romanze «La La Land» mit sensationellen sieben Trophäen, darunter als beste Komödie, für Regisseur und Drehbuchautor Damien Chazelle, für die Hauptdarsteller Emma Stone und Ryan Gosling und die Filmmusik. Das ist neuer Rekord bei den Globes.

Der Film «Moonlight» von Regisseur Barry Jenkins hat die Auszeichnung als bestes Filmdrama gewonnen.

«Elle» wird «bester nicht-englischsprachiger Film»

Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert wurde für «Elle» mit dem Golden Globe als beste Drama-Schauspielerin ausgezeichnet. Casey Affleck nahm seinen ersten Golden Globe als bester Drama-Darsteller für seine Rolle in dem berührenden Familiendrama «Manchester by the Sea» entgegen. Den Preis in der Sparte «bester nicht-englischsprachiger Film» holte «Elle» nach Frankreich.

Die seit 1944 vergebenen Golden Globe Awards sind die wichtigsten Filmpreise nach den Oscars. Über die Gewinner entscheidet eine Gruppe von knapp 100 internationalen Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten. Die Verleihungszeremonie findet traditionell bei einem lockeren Gala-Dinner statt.

Die Gewinner der 74. Golden Globes

Bestes Filmdrama
Moonlight
Beste Komödie/Musical
La La Land
Bester Schauspieler in einem Filmdrama
Casey Affleck (Manchester by the Sea)
Beste Schauspielerin in einem Filmdrama
Isabelle Huppert (Elle)
Bester Schauspieler in einer Komödie/Musical
Ryan Gosling (La La Land)
Beste Schauspielerin in einer Komödie/Musical
Emma Stone (La La Land)
Bester Nebendarsteller
Aaron Taylor-Johnson (Nocturnal Animals)
Beste Nebendarstellerin
Viola Davis (Fences)
Beste Regie
Damien Chazelle (La La Land)
Bestes Drehbuch
Damien Chazelle (La La Land)
Beste Filmmusik
Justin Hurwitz (La La Land)
Bester Filmsong
City of Stars, Justin Hurwitz (La La Land)
Bester Animationsfilm
Zootopia
Bester nicht-englischsprachiger Film
Elle (Frankreich)
Ehrenpreis Cecil B. Demille Meryl Streep

Trump auf die Schippe genommen

In seinem Eröffnungsmonolog hatte US-Moderator Jimmy Fallon gleich mehrfach den künftigen US-Präsidenten Donald Trump auf die Schippe genommen.

Unter anderem machte er sich lustig darüber, dass viele Stars Trumps Amtseinführungsfeier meiden wollen. Die Hauptfigur in der Komödie «Florence Foster Jenkins» sei die schlechteste Opernsängerin aller Zeiten gewesen, sagte Fallon. «Und selbst sie hat es abgelehnt, bei Donald Trumps Amtseinführung aufzutreten.»

Streep greift künftigen US-Präsidenten scharf an

Golden Globes: Tribut an Fisher und Reynolds (englisch)

0:47 min, vom 9.1.2017

Schauspielerin Meryl Streep hielt eine engagierte Rede gegen den künftigen US-Präsidenten. «Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle», sagte Streep unter Tränen bei der Entgegennahme des Cecil B. Demille Preises für ihr Lebenswerk. Die eindrücklichste Szene des Jahres sei für sie nicht in einem Film gewesen, sondern als Trump in einer Wahlkampfrede die Bewegungen eines körperlich Behinderten nachgeäfft habe. «Dieser Instinkt, andere zu demütigen, zieht sich in den Alltag von uns allen.»

Zuvor hatte Streep bereits über die Herkunft vieler der nominierten Stars gesprochen. Hollywood sei voll von Ausländern. «Wenn wir sie alle aus dem Land werfen, gibt es für uns nichts mehr zu schauen ausser Football und Mixed Martial Art», sagte Streep über den Kampfkunst-Sport, von dem Trump ein grosser Fan ist.

«Alle Globe-Ergebnisse von Putin zertifiziert»

Die Verleihung sei «einer der wenigen verbleibenden Orte, an denen Amerika das direkte Wahlergebnis würdigt», scherzte Fallon über die Tatsache, dass Hillary Clinton trotz knapp drei Millionen Stimmen mehr wegen des Wahlsystems verlor. Zuschauer bräuchten sich aber nicht über eine korrekte Auszählung zu sorgen, sagte Fallon weiter. «Alle Ergebnisse wurden zertifiziert von (der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) Ernst und Young und Putin.»

Die erste der Golden-Globe-Trophäen holte der britische Schauspieler Aaron Taylor-Johnson ab. Der 26-Jährige wurde als bester Nebendarsteller für seine Rolle in «Nocturnal Animals» geehrt. Es war seine erste Globe-Nominierung.