Laufbursche als Traumjob

2,3 Millionen bewerben sich um eine Stelle. Doch es geht nicht um einen hoch dotierten Managerjob, zu verdienen gibt es umgerechnet nur 292 Franken. Die hohe Arbeitslosigkeit in Indien ist dafür verantwortlich und überfordert nun die Behörden.

Mann streckt rechten Arm mit einem Papier aus, vor ihm auf dem Tisch liegen Stapel von Papieren Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Für die indische Verwaltung Akten von Büro zu Büro zu tragen, ist für viele eine begehrte Stelle. Reuters

Für Millionen arbeitsloser Menschen in der nordindischen Stadt Lucknow ist es ein begehrter Job, Laufbursche der Regierung zu werden. Selbst 222‘000 Ingenieure und 255 Promovierte, haben sich laut der Zeitung «The Hindu» für die Stellen beworben.

368 solche Stellen waren ausgeschrieben, 2,3 Millionen Menschen bewarben sich. Die Anforderungen sind allerdings tief: Abschluss der 5. Klasse und die Fähigkeit, Fahrrad fahren zu können.

Laufburschen in indischen Verwaltungen müssen Tee kochen oder Aktenordner herumtragen. Dafür bekommen sie im Bundesstaat Uttar Pradesh pro Monat 20‘000 Rupien (292 Fr.). Dazu kommen aber noch begehrte, günstige Wohnungen sowie eine Pension.

Das Bewerbungsverfahren muss nun aber in anderer Form wiederholt werden. Denn: «Die Besetzung der 368 Stellen würde vier Jahre dauern, wenn wir alle Kandidaten interviewen müssten», sagte die zuständige Landesministerin.