Letztes Geleit für «The Greatest»

Blumen, Fotos, Jubelrufe: Für Louisville war, ist und bleibt Muhammad Ali der Grösste. Bewohner und Angereiste säumten die Strassen, um dem berühmtesten Sohn der Stadt die letzte Ehre zu erweisen. Am Rande der Feier sorgte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan für Verwunderung.

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Beerdigung von Muhammad Ali

1:52 min, aus Tagesschau vom 10.6.2016

Mit einem Trauerzug durch die Heimatstadt der gestorbenen Boxlegende Muhammad Ali haben hunderte Menschen in Louisville Abschied von ihrem Helden genommen.

Menschen säumen die Strasse von Louisville Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Fans säumen die Strassen von Louisville, um Muhammad Ali die letzte Ehre zu erweisen. Keystone

Ein Konvoi startete in der Stadt im US-Staat Kentucky zu Orten, die in der Kindheit und frühen Karriere des Champions bedeutend waren. Fans reihten sich am Strassenrand mit T-Shirts und Fotos des dreifachen Weltmeisters im Schwergewicht auf. Nach dem Trauerzug ist Ali im privaten Kreis auf dem historischen Friedhof Cave Hill Cemetery beigesetzt worden.

«Er ist der Grösste»

Für die anschliessende Trauerfeier haben die Veranstalter ganz nach dem Willen Alis kostenlose Tickets vergeben. Die 15'000 Freikarten waren nach einer Stunde vergriffen.

«Er ist der Grösste», rief eine Frau am Muhammad Ali Boulevard, wo sich Hunderte bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel versammelt haben, um den Trauerzug vorbeifahren zu sehen. Das kleine Haus im Westen der Stadt, wo Ali aufgewachsen war, hat sich seit dem Tod des Boxers vor einer Woche zu einer Pilgerstätte verwandelt. Dort hing ein rotes Paar Boxhandschuhe über der Gedenktafel vor dem rosafarben gestrichenen Haus.

Ein Kind hält ein Trauertransparent in die Höhe. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Tod von Muhammad Ali in seiner Heimatstadt Louisville hat alle betroffen gemacht. Keystone

Auch Blumen, Fotos und Plüschtiere hatten Fans niedergelegt. Viele schrieben Botschaften auf Poster, um dem herausragenden Sportler, der sich auch lange nach dem Ende seiner Karriere für politische und soziale Ziele einsetzte, für sein Engagement zu danken.

Ist Erdogan beleidigt?

Trauerreden hielten unter anderen Alis Witwe Lonnie, Ex-Präsident Bill Clinton und Komiker Billy Crystal. Für Unruhe sorgte am Rande der türkische Präsident.

Recep Tayyip Erdogan hat seinen Besuch vorzeitig abgebrochen. Das bestätigte ein türkischer Offizieller, ohne Gründe für diese Entscheidung zu nennen. Es sei aber nicht unüblich für den Präsidenten, dass er seinen Zeitplan ändere.

Die türkische Nachrichtenagentur Dogan berichtete demgegenüber, dass Erdogan die Möglichkeit verweigert worden sei, aus dem Koran zu zitieren. Der Präsident und der Leiter der staatlichen Religionsbehörde, Mehmet Görmez, wollten zudem ein Kleidungsstück aus Mekka am Sarg von Ali niederlegen, meldete Dogan.

Die türkische Delegation sei inzwischen auf der Rückreise in ihr Heimatland.

Muhammed Ali

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Muhammad Ali: Abdankung für den Champ

    Aus glanz und gloria vom 10.6.2016

    Am 3. Juni ist Boxlegende Muhammad Ali verstorben. Heute findet in seiner Heimatstadt Louisville in Kentucky eine grosse Gedenkfeier statt. Beim Trauermarsch ist Schauspieler Will Smith einer der Sargträger. Er spielte Ali in der Verfilmung seines Lebens. Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und Komiker Billy Crystal halten Trauerreden. Als internationale Gäste haben sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Jordaniens König Abdullah II. angekündigt. Präsident Barack Obama bleibt der Trauerfeier wegen des Schulabschlusses seiner Tochter Malia fern.

  • Boxen: Reaktionen auf Alis Tod

    Aus sportaktuell vom 4.6.2016

    Muhammad Ali hat nicht nur bei seinem langjährigen Rivalen George Foreman Spuren hinterlassen. Sportstars rund um den Globus diente er als Inspirationsquelle und Idol.

  • Muhammad Ali gestorben

    Aus Tagesschau vom 4.6.2016

    Die Box-Legende Muhammad Ali ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Er selbst nannte sich «The Greatest», war Olympiasieger und dreimal Weltmeister. 1999 wurde er zum Sportler des Jahrhunderts gewählt. Der Rückblick auf eine spektakuläre Karriere. Muhammad Ali war auch eine soziale Figur und er besuchte die Schweiz.