Lokführer erwischt: Im Schlaf durch Buenos Aires

Nach einigen schweren Zugunglücken haben Argentiniens Behörden die Kontrolle und Ausbildung des Bahnpersonals verschärft. Jetzt wurden sie fündig: Eine Kamera dokumentierte das Nickerchen eines Lokführers auf seiner Fahrt durch die Vororte von Buenos Aires.

Menschen stehen um zwei verunfallte Züge herum Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mitte Juni forderte ein Zugunfall bei Buenos Aires drei Tote und 315 Verletzte. Die Personalkontrolle wurde verschärft Reuters/Archiv

Argentiniens Transportminister Florencio Randazzo zeigte auf einer Pressekonferenz ein Video, auf dem der Lokführer eines Zugs minutenlang während der Fahrt mit geschlossenen Augen zu sehen ist.

Der Zug fuhr auf der Strecke zum Nord-Hauptbahnhof Retiro mit mehreren Hundert Passagieren an Bord. Die Züge fahren auf der Strecke über Dutzende von Bahnübergängen.

Randazzo erklärte, neben der Erneuerung der veralteten Bahnen werde auch eine strengere Ausbildung und Kontrolle des Bahnpersonals eingeführt, um die Fahrlässigkeiten einzugrenzen. Die Kameras in den Lok-Kabinen wurden vor einem Monat nach mehreren Bahnunfällen installiert.

Mitte Juni war ein Nahverkehrszug auf einen stehenden Zug gestossen. Drei Menschen kamen dabei um, weitere 315 erlitten Verletzungen. Auf derselben Bahnstrecke gab es im Februar 2012 einen Unfall mit 51 Toten, als ein Zug gegen einen Prellbock am Gleisende im West-Hauptbahnhof Once fuhr. In Buenos Aires verkehren täglich 1370 Nahverkehrszüge.