Nationales Kulturgut: Beschlagnahmter Picasso wieder in Spanien

Ein auf Korsika beschlagnahmtes Gemälde des Malers ist nach Spanien gebracht worden. Der Besitzer wollte das Bild eigentlich in die Schweiz bringen. Doch Madrid legte sein Veto ein. Über die Stichhaltigkeit der spanischen Argumente wird aber gestritten.

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Bildlegende: Das Bild namens «Tête de jeune fille» war auf dem Weg in die Schweiz von Zöllnern beschlagnahmt worden. Keystone

Ein auf Korsika beschlagnahmtes Gemälde von Pablo Picasso ist nach Spanien gebracht worden. Der Besitzer hatte vor einer Woche versucht, das Bild im Wert von mehr als 25 Millionen Euro in die Schweiz zu bringen.

Das Gemälde soll in einem Lager des Reina-Sofia-Museums in Madrid aufbewahrt werden, bis eine Entscheidung über seine Zukunft getroffen wird.

«Tête de jeune fille» war Ende Juli auf einer Jacht im korsischen Hafen von Calvi vom Zoll beschlagnahmt worden. Spanien sieht das Gemälde aber als nationales Kulturgut an und verweigerte die Ausfuhrgenehmigung.

Die Anwälte des Besitzers argumentieren dagegen, das Bild unterliege gar nicht spanischem Recht: Es sei 1906 im Ausland gemalt worden, 1977 in London gekauft und seit Jahren auf der Jacht «Adix» aufbewahrt worden. Die liege zwar in der Regel im Hafen von Valencia, fahre aber unter britischer Flagge – und stelle deswegen nicht spanisches Territorium dar.