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Sentinel 2b ins All geschossen Neuer Satellit beobachtet die Gletscherschmelze

Legende: Audio Sentinel 2b liefert wichtige Daten abspielen. Laufzeit 01:35 Minuten.
01:35 min, aus HeuteMorgen vom 07.03.2017.

Vor wenigen Stunden, genauer um 2.49 Uhr unserer Zeit, ist sie in Französisch-Guayana abgehoben: Die Trägerrakete, die den Satelliten Sentinel 2b vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in seine Umlaufbahn gebracht hat. Er gehört zum Europäischen Forschungsprogramms Copernikus.

Sentinel 2b aus der Nähe
Legende: So sieht der Satellit Sentinel 2b aus der Nähe aus. Keystone

Schweiz wird innert kürzester Zeit überflogen

Finanziert wird das Programm von der Europäischen Kommission und der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, an der auch die Schweiz beteiligt ist. Bis 2020 hat die Europäische Kommission gut vier Milliarden Schweizer Franken zur Verfügung gestellt, damit sollen 15 Satelliten in die Umlaufbahn gebracht werden.

Gemeinsam mit seinen Schwestersatelliten wird Sentinel 2b Daten liefern für ein immer genaueres Bild unserer Erde. Die Schweiz zum Beispiel wird er innert kürzester Zeit überfliegen und erfassen, sagt Bianca Hörsch. Sie leitet die Mission.

«Rückzug der Gletscher ist ein grosses Thema»

«Über die Schweiz müssen wir etwa zweimal fliegen», sagt Missionsleiterin Hörsch. Es dauere ein paar Minuten, «und wir haben das Land komplett abgedeckt.»

Die Bilder, die Sentinel 2b dabei aufzeichnet, liefern Forschern wichtige Fakten. «Speziell in der Schweiz ist der Rückzug der Gletscher ein grosses Thema», so Hörsch. «Bei der Überwachung der Gletscher sind Sentinel 2-Daten ganz vorne mit dabei.»

Startende Rakete
Legende: April 2016: Der Satellit Sentinel 1b startete ebenfalls in Kourou, französisch Guayana. Keystone

Auch Gewässer, Wälder und Vulkane überwacht

Neben der Gletscherbeobachtung taugen die Messergebnisse von Sentinel 2b auch für Erntevorhersagen oder um die Wasserqualität von Seen und Flüssen zu überwachen.

Globaler betrachtet helfen die Satelliten zudem, nachzuverfolgen, wie viel Wald abgeholzt wird und wie gesund der Wald ist, der noch steht. Oder wie schnell das Eis an den Polen schmilzt, wie weit sich Flug-Asche nach einem Vulkanausbruch ausbreitet und wie leer die Wasserreservoirs im dürregeplagten Kalifornien sind.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Was soll das bringen? Die Gletscher schmelzen so oder so, ob mit oder ohne Satellitenbeobachtung. Die Gletscher schmelzen aber schon seit Jahrhunderten, wir befinden uns in einer Phase der Erwärmung. Etwas, dass in der Erdgeschichte immer wieder mal vorkam. Ob wir nun damit zu tun haben oder nicht, ist gar nicht mal so wichtig. Und es weiss eh niemand wirklich, ob dem so ist. Wichtiger ist, uns auf die neuen Gegebenheiten einzustellen und das Beste draus zu machen.
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    1. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Die Menschheit erwärmt den Planeten seit der industriellen Revolution. Dass wir etwas dagegen machen müssen ist klar. Aber es gibt immer noch korrupte Politiker die die Klimaveränderung leugnen. Das muss aufhören!! Und das klappt am besten mit Fakten, wie sie dieser Satellit liefert.
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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Wie lange will die Menschheit das Unheil noch messen, protokollieren und überwachen? Weiss die Menschheit nicht schon längstens was es geschlagen hat? Milliarden in die Raumfahrtindustrie zu investieren verhindert keine einzige Palmölplantage und beschleunigt das Abschmelzen der Gletscher noch zusätzlich. Die "Erde schützen" ist ein fadenscheiniges Argument, ich kann es nicht mehr hören. Würden die Daten von Sateliten wirklich helfen, wäre dieser Satelit gar nicht mehr nötig!!
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  • Kommentar von Simon Oberli (GletscherVergleicheCh)
    Was der neue Satellit aus der Luft sieht, zeigen die Vergleichsfotos von www.GletscherVergleiche.ch aus der Bodenperspektive. Was aus der Luft nach wenig aussieht, hinterlässt am Boden gut sichtbare Spuren. Es ist bedenklich, in welchem Tempo die Gletscher in den letzten Jahren abgeschmolzen sind.
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