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Panorama Pistorius-Urteil mit Spannung erwartet

Im Prozess gegen Oscar Pistorius hat Richterin Thokozile Masipa den Mordvorwurf verworfen. Totschlag schloss sie ebenfalls aus. Der Paralympics-Star wird damit um eine lebenslange Haftstrafe herumkommen. Das Urteil will die Richterin heute verkünden.

In der Urteilsverkündung im Prozess gegen Oscar Pistorius hat Richterin Thokozile Masipa gestern einen vorsätzlichen Mord ausgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft habe dafür nicht genügend Beweise vorbringen können, sagte die Richterin am High Court in Pretoria. Kurz darauf entlastete sie den Angeklagten auch vom Vorwurf des Totschlags.

Legende: Video Urteil im Fall Pistorius auf Freitag vertagt abspielen. Laufzeit 1:36 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.09.2014.

Wahrscheinlich ist nun eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung. Dafür drohen Pistorius mehrere Jahre Gefängnis, es könnte aber auch eine Geldstrafe oder Gemeindearbeit bedeuten.

Die Richterin hat den Prozess nach einer längere Pause am gestrigen frühen Nachmittag wieder aufgenommen nur um gleich darauf ihre Urteilsverlesung zu unterbrechen und auf heute zu vertagen. Über das konkrete Strafmass wird aber wohl erst in circa vier bis sechs Wochen entschieden.

«Es gibt nur Indizien»

Zuvor hatte Masipa dem ehemaligen südafrikanischen Sprintstar vorgeworfen, seine tödlichen Schüsse bewusst abgegeben zu haben. Es sei seine «bewusste Entscheidung» gewesen, als er vier Schüsse durch die geschlossene Tür abgegeben habe: «Der Angeklagte hat die Waffe benutzen wollen. Er hat aber nicht die Möglichkeit vorhergesehen, dass er die Person hinter der Tür töten könnte», führte die Richterin aus.

Dass Pistorius wusste, dass sich hinter der Tür seine Freundin befand, habe sich nicht beweisen lassen. «Die Schuld ist nicht ausreichend bewiesen, es gibt nur Indizien», so Masipa. Zuvor hatte die Richterin bereits erklärt, dass Aussagen verschiedener Zeugen der Anklage nicht verlässlich gewesen seien.

Pistorius nahe am Zusammenbruch

Der einstige Paralympics-Star hat die Schussabgabe nie bestritten. Er argumentiert aber, im Badezimmer einen Fremden vermutet und aus Panik vor dem vermeintlichen Einbrecher gehandelt zu haben.

Während der Urteilsverlesung brach Pistorius in Tränen aus. Er wurde von einem Weinkrampf geschüttelt und war erkennbar nahe an einem Zusammenbruch, als Masipa den Hergang in der Tatnacht im Februar 2013 mit ihren Worten schilderte und rechtlich einordnete.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von D.Daniele, Obergösgen
    Und alle die Meinen Sie seien das Recht und die Justiz sei gekauft oder eine Kuscheljustiz. Sollte man später mal Beweisen können das Er Unschuldig ist, Dann sollten alle diejenigen die Ihn, im Besserwissen Vorverurteil haben, die Strafe absitzen die Herr Pistorius erhält oder erhalten hätte. Dann würden vielleicht solche Vorverurteilungen aufhören!
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    1. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Man muss wissen was er zuvor geboten hat bei verschiedenen Zwischenfaellen.. und wer einfach durch eine geschlossene Tuere schiesst ist mE hart zu bestarfen.. Er haette zumindest warnen koennen... er hatte ja eine Waffe in der Hand.. war also keinenfalls gefaerdet.. Und ausserdem.. er ist ein begnadeter Schauspieler.. und ein harter Sportler.. (harter Sportler und sooo Aengstlich???? das glaubt ja nicht mal ein Narr!)
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    2. Antwort von D.Daniele, Obergösgen
      Herr Nanni, was Sie sagen kann aber muss nicht zutreffen. Schlussendlich muss man wenn man jemanden verurteilt sicher sein. Man darf nicht auf Glauben jemanden verurteilen. Das ist eine Errungenschaft der Zivilisation die aus meiner Sicht sehr wertvoll ist und auch Verteidigt gehört. Das Urteil ist nachvollziehbar und unter dem Aspekt, was man weiss ein Gerechtes Urteil!
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  • Kommentar von Edi Steinlin, Zürich
    Anscheinend ist die südafrikanische wie die Schweizer Justiz eine wahre "Kuscheljustiz". Der Fall schein klar, Pistorius hat in einem Eifersuchtsanfall seine Freundin durch die geschlossene Türe erschossen. Meiner Meinung nach kein Mord, sondern Totschlag und dieser setzt eine heftige Gemütsbewegung und eine grosse seelische Belastung voraus. Dieser Pistorius sagt nicht die Wahrheit und vor Gericht hat er eine grosse Show abgezogen.
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    1. Antwort von D.Daniele, Obergösgen
      Was Sie schreiben ist leider weitverbreitet, gar keine Ahnung vom Fall aber sich anmassen ein Urteil zu Fällen. Ich finde diese Besserwisser Mentalität erschreckend! Ich Vertraue der Justiz, und wenn Sie sich Irren dann ist das so, niemand ist Perfekt. Sorry ausser Sie natürlich Herr Steinlin, Sie wissen alles besser. Die Wahrheit weiss nur Herr Pistorius, und Er muss mit der Leben. Doch immer mehr Menschen scheinen zu meinen Sie haben das Recht zu Urteilen(Verurteilen.
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  • Kommentar von S.Zgraggen, Zürich
    Er kann heulen so viel er will, die wahre Wahrheit kennt nur er und er muss damit leben. Wie findet man Frieden, wenn man die Öffentlichkeit, das Gericht und sich selbst anlügt, nur weil man vielleicht aus Minderwertigkeitsgefühl und Angst die hübsche Freundin zu verlieren, herum geballert hat? - Aber selbst wenn es anders war, es war nicht gut, seine Freundin zu sein.
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