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Legende: Video Die Folgen des Traumas – Was bleibt ein Leben lang hängen? abspielen. Laufzeit 04:25 Minuten.
Aus Puls vom 27.05.2019.
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Psychisches Trauma Zwar nicht sichtbar, aber messbar

Ein Trauma hinterlässt Spuren. Welche sind das und sind sie messbar? Dem geht man am Unispital Zürich auf den Grund.

Christian war gerade zehn Jahre alt, als seine Mutter einen Schlaganfall erlitt. Danach war sie nie mehr dieselbe. Für den Jungen eine schwierige Situation, unter der er damals sehr litt.

Und auch heute kämpft er noch mit den Folgen jenes traumatischen Erlebnisses. Christian leidet unter Verlustangst. Das betreffe eigentlich alle Beziehungen. Egal ob die mit Freunden oder der Familie, erklärt er.

Legende: Video Christian hat heute viel mit Verlustangst zu kämpfen – in allen Bereichen des Lebens. abspielen. Laufzeit 00:11 Minuten.
Aus Puls vom 27.05.2019.

Auch Anastasia musste einen schweren Verlust hinnehmen: Im Alter von fünf Jahren verstarben beide ihrer Eltern.

Legende: Video «Es war recht tragisch aber man konnte es halt nicht ändern.» abspielen. Laufzeit 05:58 Minuten.
Aus Puls vom 27.05.2019.

Sind die Folgen eines Traumas messbar?

Christian sowie Anastasia sind heute Probanden einer Studie in Zürich unter der Leitung von Monique Pfaltz. Die Psychologieprofessorin und ihr Team wollen herausfinden, ob auch Jahre nach einem Trauma die Folgen davon noch nachweisbar sind. Und falls ja, können sie gemessen werden?

Diese Fragen wollen sie experimentell klären. In einem ersten Versuch messen Monique Pfaltz und ihr Team, ob das Trauma auch heute noch wissenschaftlich nachgewiesen werden kann. Dazu werden die Probanden mit Sensoren versehen. Diese messen Herzrhythmus, Atmung und Schweissproduktion.

So verkabelt, werden dann Fragen gestellt. Manche davon sind neutral, andere jedoch sehr persönlich. Genau bei diesen persönlichen Fragen werden die Messwerte von Christian deutlich unregelmässiger. Solche Reaktionen möchte Monique Pfaltz dann mit den Werten von Personen ohne Kindheitstrauma vergleichen.

Legende: Video Monique Pfaltz möchte herausfinden, ob Personen mit Kindheitstraumata anders auf die Fragen reagieren, als Personen ohne ein vergleichbares Erlebnis. abspielen. Laufzeit 00:22 Minuten.
Aus Puls vom 27.05.2019.

Mühe mit Nähe und dem Einschätzen von Emotionen

Nachweisbar ist das Trauma also bei Christian noch. Welche Folgen das Erlebte jedoch auf die Psyche hat, möchten die Forschenden mit weiteren Experimenten untersuchen.

In einem ersten Experiment wird getestet, welche zwischenmenschliche Nähe die Probanden noch als angenehm empfinden. Dazu stellen sich Anastasia im Gang auf und warten darauf, dass eine fremde Person frontal auf sie zuschreitet. Wird es ihr unangenehm, sollen sie Stopp sagen. Forschende vermuten, dass Personen mit einem Trauma sehr viel früher Stopp sagen oder dann gar nicht.

Legende: Video Wenn die Unbekannte Anastasia zu nahe kommt, soll sie «Stopp» sagen. abspielen. Laufzeit 00:16 Minuten.
Aus Puls vom 27.05.2019.

Ein zweiter Versuch testet, wie Anastasia und Christian die Gesichtsausdrücke von anderen Menschen einschätzen. Dabei fällt auf: Im Allgemeinen erkennen Personen, welche ein psychisches Trauma durchlebt haben, angenehme Emotionen weniger gut. Und auch neutrale Gesichtsausdrücke werden oft negativ interpretiert.

Das könnte durchaus Folgen im Alltag der Betroffenen haben, erklärt Monique Pfaltz. So könnte es sehr belastend sein, wenn jemand immer davon ausgeht, dass die Menschen einem mit negativen Gefühlen entgegentreten.

Legende: Video „Das Erkennen von angenehmen Gesichtsausdrücken fällt Menschen mit einem Kindheitstrauma schwerer.“ abspielen. Laufzeit 00:29 Minuten.
Aus Puls vom 27.05.2019.

Erkenntnisse wie diese erhoffen sich die Forschenden noch viele mehr. Darum plant man Universitätsspital Zürich im kommenden Jahr insgesamt 180 Probandinnen und Probanden zu untersuchen.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von D. Crabtree  (D. Crabtree)
    Anstatt immer wieder auf der Vergangenheit herum zu reiten, wäre es viel wichtiger Resilienz zu lernen, dies ab Kindergarten. Nichts ist so starr wie die Vergangenheit. Dann gibt es wieder Platz für Neues. Aber eben, auch da, ist es angenehmer von der IV zu leben. Sind die Menschen überhaupt noch handlungsfähig, oder braucht es bald der Staat und irgendwelche Therapeuten, um überleben zu können, wenn das Leben nicht so rauskommt wie in der TV Werbung?
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    1. Antwort von Fabian Malovini  (fmalovini@gmx.net)
      @ crabtree: Sie meinen also dass fünfjährige (Kindergartenalter) lieber eine IV-rente anstreben als Resilienz zu lernen? Ihre Aussage macht für mich keinen Sinn. Abgesehen davon ist es auch nicht so toll bzw. so einfach eine IV-rente zu erhalten wie Sie wohl annehmen.
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    2. Antwort von Nicola Harrison  (Nicola Harrison)
      Auch Menschen, die "vorwärts" schauen und "Resilient" sind rauchen, trinken und nutzen die Umwelt in einer Weise, die dem Planeten schädigt - ich glaube nicht, dass wir gegen Menschen hass empfinden, die aus welchem Grund auch immer "Probleme" haben, die sie nicht einfach/-er als Menschen bewältigen können, die "handlungsfähig" sind (?).
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  • Kommentar von Mayleen K.  (Kalejo)
    Was hier untersucht wird, auch die stopp methode, ist seit jahrzehnten bekannt und gut erforscht. Unzählige therapeuten, ärzte und betroffene könne davon berichten. Ich verstehe nicht warum an solchen basisexpetimenten geld “verschwendet“ wird. Auch lösungen und sehr gute therapien gibt es bereits. Es wäre interessant diese zu untersuchen, denn da gibt es grosse unterschiede.
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  • Kommentar von Alfons Bauer  (frustriert)
    "dass Personen mit einem Trauma sehr viel früher Stopp sagen oder dann gar nicht"

    Wurde auch erforscht, wann Personen ohne Trauma Stopp sagen?
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