Überraschungssieger am Filmfestival Locarno

Der Film «Right Now, Wrong Then» des südkoreanischen Regisseurs Hong Sang-soo wird in Locarno mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnet. Der einzige Schweizer Film im Hauptwettbewerb, «Heimatland», geht leer aus.

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Trailer «Right Now Wrong Then»

1:35 min, vom 13.8.2015

Die einen favorisierten einen Film über einen orthodoxen Juden, der Geschmack am extrem Unorthodoxen findet, die andern eine japanische «Sex and the City»-Variante. Den Goldenen Leoparden gewann aber überraschend der südkoreanische Film «Right Now, Wrong Then».

Der Überraschungssieger von Locarno

1:14 min, aus Tagesschau vom 15.8.2015

Der Film erzählt eine beginnende Liebesgeschichte in zwei Spielarten, einer unehrlichen und einer ehrlichen. Der Film erhielt auch einen Silbernen Leoparden für den besten männlichen Darsteller Yae-Young Jung. Mit dem Spezialpreis zeichnete die Jury «Tikkun» von Avishai Sivan aus. Der Schwarzweiss-Film dreht sich um einen ultra-orthodoxen Musterschüler, der nach einem Nahtod-Erlebnis Appetit auf Popkultur und käufliche Liebe entwickelt.

Der Silberne Leopard für die beste Regie ging an den polnischen Altmeister Andrzej Zulawski für «Cosmos» über die seltsamen Erlebnisse zweier junger Versager rund um ein verstörendes Hotel. Die Auszeichnung für die beste Darstellerin teilt sich das Frauen-Ensemble des fünfstündigen japanischen Films «Happy Hour». Dieser wurde von einer Kritikerin – nicht ganz unpassend – als «Sex and the City auf Japanisch» bezeichnet.

Enttäuschung für «Heimatland»

Der einzige Schweizer Beitrag im Hauptwettbewerb, das Kollektivwerk «Heimatland», musste sich mit dem dritten Preis der Jugendjury zufrieden geben. Eine weitere Brosame für die Schweiz war die Auszeichnung von Europa Cinemas Label für die Koproduktion «Keeper» mit Kacey Mottet Klein.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Maestro Lucius Barre überlässt am roten Teppich nichts dem Zufall

    Aus Kulturplatz vom 12.8.2015

    Am Filmfestival Locarno geben sich in diesem Jahr Stars wie Andy Garcia, Senta Berger oder Amy Schumer die Ehre. An einem Mann müssen sie alle vorbei: Lucius Barre, König der roten Meterware. Er ist von ausgemachter Höflichkeit – ausgestattet mit wissendem, aber doch unverbindlichem Lächeln. Beim Glamour-Tanz der Stars und denen, die es gerne wären, ist er der Choreograf. Der Meister des Geplanten, der nichts dem Zufall überlässt

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