Übersetzungen sind manchmal Glückssache

Es gibt Tage, da wäre man einfach besser im Bett geblieben. Für die Englisch-Dolmetscherin der ukrainischen Finanzministerin war heute einer dieser Tage. Denn die Chefin übernahm kurzerhand und wenig erfreut die Arbeit der Übersetzerin – aus guten Gründen.

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Bildlegende: Die ukrainische Finanzministerin Natalia Jaresko war wohl mit der Dolmetscherin nicht zufrieden. Keystone/Archiv

Alptraum jedes Dolmetschers: Die Übersetzerin der ukrainischen Finanzministerin Natalia Jaresko – einer gebürtigen Amerikanerin mit ukrainischen Wurzeln – ist bei einer Medienkonferenz in Kiew mehrfach von der Ressortchefin korrigiert worden.

Jaresko berichtete in Englisch über Details der Fiskalpolitik. Die anschliessenden Übersetzungen ins Ukrainische waren ihr aber zu ungenau.

Albright ereilte gleiches Schicksal

Nach mehreren Berichtigungen war die Dolmetscherin wohl so nervös, dass sie auch Zahlen falsch übersetzte. Die sichtlich bediente Ministerin beendete die Pressekonferenz schliesslich selbst in Ukrainisch.

Der Fall erinnert an eine ähnliche Begebenheit mit der früheren US-Aussenministerin Madeleine Albright. Die gebürtige Tschechin fühlte sich 1997 bei einer Pressekonferenz in Prag so schlecht ins Tschechische übersetzt, dass sie sich schliesslich selbst dolmetschte.