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Panorama Warum sich der Bargeldbezug bei Geschäften nicht durchsetzt

Eigentlich könnten wir an fast jeder Ladentheke Bargeld beziehen. Die Banken halten aber am Bancomat fest.

Legende: Audio Warum sich der Bargeldbezug im Geschäft nicht durchsetzen kann abspielen. Laufzeit 5:53 Minuten.
5:53 min, aus Espresso vom 02.02.2018.

Bezahlen mit der Karte ist für die meisten von uns Alltag. Nicht alltäglich ist es, in einem Geschäft Bargeld zu verlangen. Technisch wäre das kein Problem: Die Karten-Terminals und die Software sind bereit für den sogenannten «Cashback», Bargeldbezug an der Ladenkasse. In Island ist das sogar gang und gäbe, weil es in vielen Dörfern keine Bancomaten gibt. Bei uns hingegen kommt Cashback nicht zum Laufen.

Ein Grund: Obwohl rein technisch alles parat wäre, kommt es doch darauf an, welche Karte ich einsetze.

Keine einheitliche Lösung

Am besten funktioniert es mit der Postkarte. Postfinance hat mit Migros, Manor, Spar, SBB, Coop Pronto und Denner vertraglich geregelt, dass Bargeldbezug möglich ist. Bei allen anderen Geschäften ist man auf den guten Willen des Ladenbesitzers angewiesen – höfliches Bitten kann weiterhelfen.

Bei einer Debit-Karte («EC-Karte», «Maestro») hilft selbst das nicht: Cashback ist an kaum einer Kasse möglich. Lediglich die Migrosbank bietet diese Möglichkeit an – aber nur in Geschäften der Migros.

Mit einer Kreditkarte guckt man derzeit ganz in die Röhre. Im Laufe des Jahres soll es aber möglich werden, an einer Ladenkasse Bares zu beziehen – allerdings nur im Zusammenhang mit einem Einkauf.

Goldesel Bancomat

Die Banken scheinen also nicht sehr motiviert, Cashback ernsthaft einzuführen. Das scheint auf den ersten Blick unverständlich, könnten sie doch viel Geld sparen, wenn weniger Bancomaten notwendig wären. Ein solches Gerät kostet schnell 150'000 Franken. Bei 7000 Geräten stehen also Bancomaten im Wert von rund einer Milliarde Franken in der Schweiz herum. Die laufenden Unterhaltskosten sind da noch nicht einberechnet.

Dennoch halten die Banken an den teuren Apparaten fest, weil sie mit vielen davon gutes Geld verdienen – vor allem jenen an hochfrequentierten Standorten. Dort beziehen viele Personen von Fremdbanken Geld – und es fallen Gebühren an. Die läppern sich derart zusammen, dass die Banken Angst haben, sie könnten einen profitablen Geschäftszweig aufgeben, wenn sie Cashback offensiv propagieren.

Chance für Startups

Wie immer, wenn die klassischen Finanzdienstleister Innovation im Weg stehen, entstehen Chancen für Startups. So auch beim Cashback: Sonect heisst eine App, die es möglich macht, in Geschäften Bargeld zu beziehen. In der Region Lenzburg läuft derzeit ein Test.

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