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Panorama Was lief schief in Marseille?

Nach den Krawallen von Marseille sind die Uefa und die lokalen Organisatoren in Frankreich über die Bücher gegangen. Für sämtliche Partien wird das Sicherheitspersonal erhöht. Zudem wird ein Alkoholverbot für bestimmte Spiele in Erwägung gezogen. Dennoch gab es auch heute wieder Ausschreitungen.

Legende: Video Massnahmen nach den Fussballkrawallen abspielen. Laufzeit 1:26 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.06.2016.

Nach den hässlichen Szenen in Marseille gab es auch in Lille im Vorfeld des Spiels Deutschland - Ukraine Ausschreitungen. Mehr als 50 deutsche Hooligans griffen dabei gegen 17:30 Uhr in der Nähe des Bahnhofs ukrainische Fans an.

Als erste Konsequenz auf die Krawalle im Stade Vélodrome passt die Uefa ihr Sicherheitskonzept an und droht England und Russland mit dem Ausschluss aus dem Turnier. Das gilt besonders für die noch anstehenden Hochrisiko-Spiele, darunter auch Deutschland gegen Polen am Donnerstag im Stade de France.

Alkoholverbot für Risikospiele

Auch der französische Innenminister reagierte auf die Krawalle von Marseille. Die Regierung will den Alkohol in gewissen Bereichen verbieten, kündigte Bernard Cazeneuve an. Er habe die Präfekten in den Regionen aufgefordert, an Spieltagen, den jeweiligen Vortagen und Öffnungstagen der Fanmeilen in den zehn EM-Städten den Verkauf, Transport und Konsum von alkoholischen Getränken in solchen Bereichen zu verbieten, sagte Cazeneuve. Dies könne öffentliche Bereiche genauso umfassen wie naheliegende Geschäfte oder Buden.

Mit der konsequenten Anwendung der bestehen Regeln und genügend Polizeikräften hätte man die Krawalle in Marseille grösstenteils verhindern können, meint der ehemalige Hooliganismusbeauftragte der Stadtpolizei Zürich.

Legende: Video Szenenkenner zu den Krawallen abspielen. Laufzeit 1:47 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.06.2016.

Die europäischen Länder müssten Hooligan-Reisende melden und an der Ausreise hindern. Offenbar sei das nicht passiert, sagte der Szenenkenner in der «Tagesschau». Adolf Brack mutmasst auch, dass Hooligans der beiden Fanlager die Konfrontation bewusst gesucht haben. Weiter bemängelt Brack die Sicherheitsvorkehrungen im Stadion. Die Abgrenzung der einzelnen Fanblocks sei in Marseille mangelhaft gewesen.

Zwei Fussballfans verstorben

Ein 20-jähriger Fussballfan aus Nordirland ist in der Nacht auf Montag beim Sturz von einem Geländer im EM-Spielort Nizza ums Leben gekommen. Der junge Mann war laut Polizeiangaben alkoholisiert. Weiter erlag am Montag ein 71-jähriger Anhänger der belgischen Fussball-Nationalmannschaft auf der Busfahrt nach Lyon einem Herzinfarkt.

18 Kommentare

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  • Kommentar von Charly Ball (Charly Ball)
    Und mit dem Alkoholverbot straft man jetzt tausende richtige Fans, die sich friedlich vor/nach dem Spiel ein Bierchen gönnen wollen. Und das Gewaltproblem ist damit gelöst - die Hooligans haben ja keinerlei Möglichkeiten, sich anderweitig Alkoholikas zu beschaffen....So ein Blödsinn !
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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Man hat die Fangruppen nicht durch Absperrungen getrennt, ein eklatanter Sicherheitsmangel! Und wie hat doch Frankreich vor den Spielen plakatiert. die Sicherheit (Terroranschläge) wäre absolut gewährleistet. Man mag sich gar nicht vorstellen, wenn das Selbstmordattentäter gewesen wären. Die Sicherheitskräfte hatten versagt! Jetzt die Fussballverbände dafür verantwortlich zu machen, ist ein billiger Ablenkungsversuch.
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  • Kommentar von Denise Arni (Arnise)
    Brot und Spiele... :(
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