Gotthard-Tunnel in Betrieb Werden wir nie wieder die Kirche von Wassen sehen?

Video ««Chileli» hören wir gar nicht gern!» abspielen

Archiv: «Das ‹Chileli› hören wir gar nicht gern»

4:26 min, vom 4.6.2016

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels verkehren die direkten Züge auf der Nord-Süd-Achse nicht mehr über die Bergstrecke, der landesweit bekannte mehrfache Blick auf die Kirche von Wassen entfällt.
  • Bis Ende 2017 bleibt der Anschluss der alten Bergstrecke von 1882 an den Fernverkehr aber auf jeden Fall erhalten – mit Stundentakt und zusätzlichen Halten.
  • Was anschliessend geschieht, wird derzeit verhandelt und geplant.
  • Die langfristige Perspektive hängt auch davon ab, wie stark die Strecke genutzt wird – und wer wie viel für deren Betrieb zahlt.

Was mit der Gotthard-Bergstrecke passiert, ist auf lange Sicht offen. Sicher ist: Die Kirche von Wassen bleibt vorläufig sichtbar, den noch fahren weiterhin Personenzüge über die gewundenen Gleise.

Zusatzinhalt überspringen

15 Fakten zum Gotthard

15 Fakten zum Gotthard

Ist der neue Tunnel wirklich der längste der Welt? Wieso verlaufen die Röhren nicht gerade? Und was passiert mit der alten Bergstrecke? 15 Fakten zum neuen Gotthard-Basistunnel: kurz, informativ, überraschend.

Die heute gültige Fernverkehrskonzession sieht eine stündliche Verbindung über den Berg vor, die laut den SBB erfüllt wird. Doch die Konzession gilt ab 2018 nicht mehr. Fahren künftig nur Regionalzüge auf dieser Strecke, müssten die Kantone für die Kosten aufkommen, da sie die Besteller der Verbindungen sind.

Das BAV entscheidet über die Zukunft

Doch der Unterhalt der Bahnstrecke mit unzähligen Viadukten und Kehrtunnels ist teuer. Derzeit laufen Gespräche; eine Entscheidung dürfte das Bundesamt für Verkehr wohl Mitte kommenden Jahres treffen.

Noch unsicherer ist die ferne Zukunft. Und auch die Idee, das historisch wertvolle Gesamtbauwerk in das Unesco-Weltkulturerbe aufnehmen zu lassen, wodurch die Bergstrecke mehr Anziehungskraft für Touristen hätte. Allerdings würde das bedeuten, die Infrastruktur unverändert zu erhalten: auch das kein preiswertes Vergnügen. Im Oktober 2014 entschied der Bundesrat, auf eine Kandidatur zu verzichten – «vorläufig».

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Luzerner Ärger über den neuen Fahrplan

    Aus Schweiz aktuell vom 8.12.2016

    Am Sonntag wird der Gotthard-Basistunnel auch fahrplanmässig in Betrieb genommen. Die Freude über den Fahrplanwechsel und die verkürzten Reisezeiten ins Tessin, ist aber nicht überall ungetrübt. Luzern verliert sieben Direktverbindungen ins Tessin - nun kämpfen Politiker gegen die Schwächung Luzerns als Knotenpunkt.