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Panorama Wiedergeburt und Astrologie statt Gottesglaube

Eine Umfrage unter Schweizer Internetnutzern zeigt: Weniger als die Hälfte glaubt an Gott. Die Atheisten stellen dennoch nicht die Mehrheit. Der Glaube an Übersinnliches ist weit verbreitet – und eine nicht unbedeutende Zahl der Befragten glaubt gar, selbst übersinnliche Fähigkeiten zu haben.

Katholischer Geistlicher steht während einer Messe vor einem Kreuz
Legende: Ob Gott und Engel oder Telepathie und Astrologie: Die Mehrheit der Schweizer Internetnutzer glaubt an Übersinnliches. Keystone

Zwei Drittel der erwachsenen Internetnutzer glaubt laut einer Umfrage, dass es mehr gibt als das, was Vernunft und Wissenschaft erklären können. An Gott glaubt allerdings weniger als die Hälfte. So gaben nur 42 Prozent der Internetnutzer an, an Gott, eine Gottheit oder «etwas Göttliches» zu glauben.

Für die Umfrage, die vom LINK Institut in Zusammenarbeit mit dem Portal «bluewin.ch» durchgeführt wurde, wurden über 1200 Personen zwischen 15 und 74 Jahren befragt, die mindestens einmal pro Woche das Internet nutzen.

Von Engeln bis zur Telepathie

Etwa jeder fünfte Befragte glaubt zwar nicht an Gott, jedoch an andere übersinnliche Phänomene wie Engel (24 %), Wunder (20 %), Telepathie (17%), Wiedergeburt (14%) oder Astrologie (13%). Insgesamt glauben laut der Online-Umfrage fast zwei Drittel der Befragten an Gott oder andere übersinnliche Phänomene.

Von denjenigen Befragten, die an Übersinnliches glauben, gaben 13 Prozent an, bereits einmal einem übersinnlichen Wesen begegnet zu sein. Bei den Frauen lag dieser Anteil mit 16 Prozent höher als bei den Männern mit 9 Prozent.

Dass es Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten gibt, glauben über zwei Drittel der Frauen und etwas mehr als die Hälfte der Männer. 5 Prozent der Männer und 6 Prozent der Frauen gaben an, selbst zu den Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten zu gehören.

Das Bild von Gott macht sich jeder selbst

Für die Umfrage wurden zwischen dem 10. und dem 20. Oktober insgesamt 1253 Personen zwischen 15 und 74 Jahren in den drei Sprachregionen befragt, die mindestens einmal pro Woche zu privaten Zwecken im Internet sind. Die Stichprobe wurde nach repräsentativen Vorgaben für die Schweizer Internetpopulation gewichtet, wie es in der Medienmitteilung heisst.

Ein Bild von der Religiosität und der Spiritualität der Menschen in der Schweiz hatten sich kürzlich auch Forschende aus St. Gallen und Lausanne gemacht. Über das eigene Bild von Gott und das Praktizieren einer Religion entscheide in der so genannten Ich-Gesellschaft jede und jeder für sich alleine, heisst es in der Anfang Woche veröffentlichten Studie des Nationalfonds.

Das Forscherteam macht vier Typen von Glaubensvorstellungen aus. Mehr als die Hälfte der Befragten, nämlich 57 Prozent, gehören zur Gruppe der «Distanzierten». Diese «wissen nicht so recht, wie sie sich Gott vorstellen sollen», schreibt das Forscherteam im Buch zur Studie.

Die zweite Gruppe, die «Institutionellen», machen mit 18 Prozent knapp ein Fünftel aus. Zu den «Alternativen», die Gott meist «als eine Licht-Kraft-Energie» verstehen, zählten die Forscher 13 Prozent. Die restlichen 12 Prozent schlugen sie der vierten Gruppe zu, den «Säkularen».

46 Kommentare

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  • Kommentar von Th. Keiser, Luzern
    Wenn wir die grossen Religionen auf ihre Essenz reduzieren, wäre das Leben einfach. Gläubige Juden, Christen, Muslime, Buddhisten glauben eine Schöpfungskraft über allem, egal wie diese Kraft letztlich benennt wird. Diese Kraft hat gemäss diesem Glauben die Erde erschaffen. Und wir alle befinden uns auf der selben Kugel, die wir Erde nennen. Also müssten wir nur aufhören, die Unterschiede in den Details überzubewerten. Dann könnten wir alle im Frieden leben und uns mit dem begnügen, was ist.
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    1. Antwort von Reto Munteler, Zürich
      @Th. Keiser; Zitat: "aufhören, die Unterschiede in den Details überzubewerten" Absolut einverstanden, solange "die Details" nicht das eigene Leben oder dasjenige von Dritten gefährdet. U.v.a. wäre auch gegenseitiger Respekt gefragt. Dazu sind jegliche Seitenhiebe gegenüber den Religiösen und Forumulierungen wie "Religionen sind Abfallprodukte der Evolution" sicher weniger geeignet. Hinzu kommt ja noch, dass entsprechende Sprücheklopfer oftmals keine Ahnung von der Materie haben.
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    2. Antwort von G.Beretta, Bern
      @Munteler: Religionen mischen sich in allem ein, obwohl diese (meistens) keine Ahnung der Materie haben. Priester reden über Sex, obwohl sie "rein Theoretisch" keine Ahnung über diese Materie haben, leider zeigt uns aber die Realität, dass sie gerne über das Sexleben von Erwachsenen, nicht Etero usw reden, über Kinder wird nichts gesagt, wir wissen ja alle warum, frisches Fleisch ! Also bitte, hört auf von oben herab zu schauen ! Religion ist wo Arroganz und Ignoranz Hand in Hand gehen
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    3. Antwort von Reto Munteler, Zürich
      @G. Beretta; Sie untersch. nicht einmal zwischen Religionen, Bibel und Kirche, geschweige denn ihren diversen Denominationen. Ob ich selbst rel. bin, lass ich offen. Wenn Sie sich schon zum Thema "Religion" äussern und das auch noch auf abschätzige Art und Weise, wäre es zu Ihrem Vorteil, die grundlegendsten Dinge zu kennen. Ansonsten wird der Austausch schwer. Dies: "Also bitte, hört auf von oben herab zu schauen!" betrifft mich nicht. Ich verlange nur Respekt gegenüber religiösen Menschen.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Wie es einmal ein Pfarrer formuliert hat: In spätestens 100 Jahren, wenn wir dann alle gestorben sind, werden wir wissen, wer im Leben wirklich Recht hatte - die Gottesgläubigen oder eben die anderen. Was würdet ihr dazu sagen, wenn es sich dann herausstellen würde, dass Adam und Eva halt doch auch EURE Ureltern waren? Natürlich ist nichts davon wissenschaftlich klar bewiesen - aber eben, das Gegenteil auch nicht. Glauben ist auch Sehen, ohne "sehen" zu können.
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    1. Antwort von G.Beretta, Bern
      wenn jemand eine Geschichte erfindet und sie verbreitet, liegt es nicht an denen welche nicht dran glauben, das Gegenteil zu beweisen! und da kommt eben der "Glauben" ins spiel. die Geschichte von adam und eva ist ganz und gar nicht bewiesen und wissenschaftlich eh nicht. die erde ist auch nicht 6000 Jahre alt und flach! wie gesagt, gestern sah ich ein fliegendes Pferd, beweist es mir dass es nicht war ist…………..
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    2. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      J.Stump,mir reicht voll,was ich tägl.sehe.Gäbe es einen Schöpfer,so schuf er gewiss nicht nur den Menschen.Und er würde sich garantiert die Haare raufen,wenn er sähe,was die Menschheit mit seiner Schöpfung anrichtet.Viel zu wenig wird für sie getan,das beweist die aktuelle Lage.Bin überzeugt,er würde diesbez.Pflichtgefühl seiner eigenen Verherrlichung vorziehen.Investiere deshalb seit bald 60J meine ges.Freizeit in Natur-+Artenschutz,verschwende längst keine Zeit mehr mit Kirchengängen+Gebeten.
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    3. Antwort von Karl Paul, St. Gallen
      Adam und Eva unsere Ureltern? Na ja... auf alle Fälle wird die Religion vererbt. Die Religion der Eltern ist jeweils auch die Religion der Kinder. Wenn man woanders geboren wird, dann glaubt man halt was anderes und hält das für schlüssig.
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    4. Antwort von Reto Munteler, Zürich
      @G. Beretta; Dank den Heiligen Schriften wissen wir heute, welches Weltbild die Menschen der Antike hatten. Die Autoren dieser Schriften schrieben das auf, was sie als wahr betrachteten, weil sie es zu dieser Zeit nicht besser wissen konnten. Naturwissenschaften im heutigen Sinne gab es damals noch nicht. Ihnen "das Erfinden" von Geschichten anzulasten ist eine Anklage, die bewiesen werden müsste.
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    5. Antwort von G.Beretta, Bern
      Munteler: ist die Geschichte von adam und eva nicht erfunden? und die der Arche Noah? und und und, glauben sie an sprechende schlangen? die sogenannten "heiligen" Schriften hatten auch "böse" Passagen finden sie nicht? das Problem ist, dass viele gläubiger heutzutage, immer noch das gleiche Weltbild haben, wie die Menschen der Antike. Es ist 2014 !
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    6. Antwort von Reto Munteler, Zürich
      @Beretta; Ich hab's jetzt zweimal versucht zu erklären. Besser krieg ichs wirklich nicht hin. Sie scheinen mich nicht verstehen zu können. Deshalb mach ich da mal einen Punkt.
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  • Kommentar von JP.Simon, Nietzscheaner, Bern
    ist die reale Tatsache, dass der Mensch dazu fähig ist und das seit er sich von der Tierwelt verabschiedete, also lange lange vorher, bevor es zu Religionsgründungen, Jesus, Kirche, Bibel, etc kam. Mir scheint, dass Vernunft und Bescheidenheit, seit betstehen der Religionen, ins Tal der Tränen geschwemmt wurde. Massives 'Gott spielen' der Menschen, veranlasste Nietzsche 'Gott ist tot' zu postulieren.
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Deshalb singen Katholiken auch immer wieder das Lied vom Jammertal. Sie erwarten alle, nicht nur die Katholiken, im Jenseits das Paradies. Weshalb also sollte man zu Mutter Erde Sorge tragen? Zu einer solchen Überlegung reicht die Gehirnmasse des Homo sapiens nicht aus, nichtmal in Gedanken an seine eigenen Kinder und Kindeskinder!
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    2. Antwort von Reto Munteler, Zürich
      @Beppie Hermann; Zitat: "Weshalb also sollte man zu Mutter Erde Sorge tragen?" - Alle drei semitischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) betrachten die Erde als eine Schöpfung und ein Geschenk Gottes. Deshalb ist in diesen Religionen von der Schrift her absolut die Grundlage und der Auftrag gegeben, zu dieser Erde Sorge zu tragen.
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    3. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Ja,R.Munteler,habe es auch gelesen"wachset u.mehret euch u.macht euch die Erde untertan"Und abgesehen von unzähligen Gewaltdarstellungen in der Bibel von Anfang an,ist die patriarchalische Haltung inkl.männlicher Gottfigur u.Erniedrigung der Frau bis heute Thema,in allen Religionen.Altes u.neues Testament sind zwischen 70+Hunderten von J nach den Ereignissen verfasst worden.Von Wahrheit od.absoluter Grundlage zu reden,ist geradezu lachhaft. Was man einzig weiss ist,wozu Mensch+Religion fähig ist
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    4. Antwort von Reto Munteler, Zürich
      @Beppie Hermann; Sorry, dass ich versuchte meine Sicht zu erklären.
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