Gemeinderat Grenchen 6 Stellen weniger – Grenchner Stadtverwaltung wird schlanker

Die Stadt Grenchen spart. Jüngst wurde deshalb die Bauverwaltung überprüft und anschliessend umorganisiert. Das Gleiche passiert nun mit der Verwaltung im Stadthaus.

Dort befinden sich Abteilungen wie Stadtkanzlei, Rechtsdienst, Wirtschaftsförderung oder Einwohnerkontrolle. Auch sie werden nun umgebaut und verschlankt. Dies hat der Gemeinderat am Dienstagabend beschlossen.

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Bildlegende: Heute gibt es im Grenchner Stadthaus («Hôtel-de-Ville») 30 Vollzeitstellen. Künftig werden es noch 24 sein. SRF

Das Personal ist nicht das Problem. Auf der Grenchner Stadtverwaltung wird viel und gut gearbeitet. Das Problem ist die Organisation. Es gibt viele interne Leerläufe, Doppelspurigkeiten, unklare Zuständigkeiten. Das hat eine Überprüfung ergeben.

Zu viele Häuptlinge

Unter anderem gebe es zu viele Chefs, konstatiert Stephan Herting von der Firma Implement, welche die Grenchner Verwaltung unter die Lupe genommen hat. «Es hat genügend Häuptlinge heute, ja. Man kann sicher auch mit weniger Häuptlingen qualitativ gut und effizienter arbeiten», sagt Herting zu SRF.

Die Analyse der Beratungs-Firma kommt zum Schluss: Statt mit 30 Vollzeitstellen lassen sich die Arbeiten auf der Grenchner Stadtverwaltung auch mit 24 Vollzeitstellen erledigen.

Unklarer Spareffekt

Im Grenchner Gemeinderat kamen die Vorschläge der Beratungs-Firma für einen Umbau der Verwaltung gut an. Die FDP lobte die «neue, moderne Organisationsstruktur». Die CVP sah eine «Chance für die Stadt und die Bürger, weil die Wege kürzer werden». Und die SP rief in Erinnerung, dass sie die Überprüfung der Verwaltung angestossen hatte.

Kritik kam von der SVP. Sie hätte lieber den neugewählten Gemeinderat entscheiden lassen, der ab dem Sommer regiert, kam mit ihrem Antrag aber nicht durch. Und GLP-Gemeinderätin Nicole Hirt hätte gerne genauer gewusst, wie viel Geld sich durch die schlankere Verwaltung einsparen lässt. «Mehrere hunderttausend Franken», schätzte Stephan Herting von Implement.

Keine Entlassungen

Mit 12 zu 2 Stimmen (bei 1 Enthaltung) stimmte der Gemeinderat schliesslich für eine effizientere Verwaltung mit weniger Stellen. Der Umbau soll Schritt für Schritt erfolgen, zum Beispiel, wenn Angestellte kündigen oder pensioniert werden. Entlassungen soll es keine geben.