Aargau stellt Weichen für kürzere Psychiatrie-Aufenthalte

Auch in der Psychiatrie werden kürzere stationäre Aufenthalte verlangt. Nur haben die Patienten häufig Schwierigkeiten alleine zu Hause. Deshalb baut die Aargauer Spitex ihr Angebot aus.

Auf einem Tisch liegen zahlreichen Tabletten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Spitex-Mitarbeitenden unterstützen die Patienten zum Beispiel bei der Medikamenteneinnahme. Keystone (Symbolbild)

In der Psychiatrie ist es wie im Spital. Die Patienten sollen so rasch als möglich wieder nach Hause, ein Klinikaufenthalt ist schliesslich teuer. Zu Hause sind sie aber weiterhin auf Unterstützung angewiesen. Und hier kommt auch in der Psychiatrie die Spitex zum Zug.

«  Viele unserer Patienten haben Mühe, wenn sie von einem stationären Aufenthalt wieder nach Hause kommen. »

Urs Hepp
Chefarzt Psychiatrische Dienste Aargau

Die Spitex-Mitarbeiter helfen zum Beispiel bei der Einnahme der Medikamente oder bei einem geregelten Tagesablauf, sagt Urs Hepp, Chefarzt der Psychiatrischen Dienste Aargau, gegenüber Radio SRF. Er sei sehr froh, dass es diese Hilfe gebe.

Die Spitex war im Aargau schon früher tätig im Bereich Psychiatrie. Allerdings nur punktuell und nicht so strukturiert, sagt Spitex-Geschäftsführer Max Moor auf Anfrage. 2013 aber erhielten sämtliche Spitex-Organisationen den Auftrag vom Kanton, diese Leistung anzubieten.

Personelle Aufrüstung

Die Spitex habe in den Psychiatrischen Diensten die logische Partnerin gefunden, sagt Moor weiter. Eine Zusammenarbeit sei naheliegend.

Die Spitex selber habe aber auch aufrüsten müssen. «Die Spitex-Organisationen mussten ganz gezielt Psychiatrie-Fachpersonal anstellen», erklärt Max Moor. Auch Weiterbildungen seien nötig gewesen.

Die Zusammenarbeit des Spitex Verbandes Aargau und der Psychiatrischen Dienste Aargau harmoniert mit dem «Masterplan Integrierte Versorgung» des Kantons Aargau. Der Kanton möchte, dass die verschiedenen Institutionen im Gesundheitsbereich enger zusammenarbeiten. Damit lassen sich Kosten senken.