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Aargau Solothurn Aargau will Rehe abschiessen, damit sie nicht überfahren werden

Vieles hat der Kanton Aargau zusammen mit dem Jagdschutzverein und anderen Kantonen versucht, um die Rehe vor der Strasse zu schützen: Reflektoren aufhängen, Zäune bauen oder Duft- und Lärmsignale anbringen. Weil nichts nützt, bringt der Kanton nun eine neue, ungewöhnliche Variante auf den Tisch.

totes Reh
Legende: Weil Schutzmassnahmen für Rehe bei Strassen zu wenig nützen, könnten Jäger die Tiere möglicherweise abschiessen. Colourbox

Im Informationsbulletin «Umwelt Aargau» des Kantons findet sich eine Passage, die wohl dem einen oder anderen Tierfreund in den falschen Hals geraten könnte. Weil verschiedene Methoden, die Rehe vor der Strasse zu schützen, nicht funktioniert haben, überlegt sich der Kanton unter anderem eine ungewöhnliche Variante, nämlich «eine örtliche Reduktion des Rehwildbestandes durch die Jagd».

Dies bringe noch weitere Vorteile, wie es im Artikel weiter heisst: «Auf der Jagd erlegte Rehe bleiben der Gastronomie erhalten, überfahrene Rehe müssen meistens entsorgt werden.»

Kein Erfolg mit bisherigen Schutzmassnahmen

Rainer Klöti, Präsident der Aargauer Jäger, möchte es lieber nicht in diesen Worten formulieren. Er hält vorderhand einmal fest, dass die bisherigen Schutzmassnahmen wenig Erfolg gebracht haben. Reflektoren, zum Beispiel in Form von CD’s, oder Duftstoffe an Strassenrändern wie auch Zäune sind schon länger kein probates Mittel mehr.

Auch der jüngste Versuch brachte keinen oder zu wenig Erfolg: Der Kanton installierte in Zusamenarbeit mit dem Jagdschutzverein Geräte, welche Lärm machen, wenn ein Tier in der Nähe ist. Doch auch damit liessen sich die Tiere nicht lange verscheuchen.

«Rehe sind sehr lernfähig. Was am Anfang noch gut funktionierte, bringt mittlerweile nichts mehr», erklärt Klöti gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn.

Sensor-Anlage bringt hohen Schutz, kostet aber sehr viel

Eine Variante gibt es noch: Eine Sensor-Anlage, welche dem Autofahrer anzeigt, wenn ein Tier in der Nähe ist. «Das wäre die ideale Variante», meint Klöti, «das Tier wird nicht gestört und Wildunfälle konnten so fast zu 100 Prozent verhindert werden». Das Problem: Eine einzige Anlage kostet mehrere 10‘000 Franken. Hinzu kommt die Wartung, welche ebenfalls teuer sei, so Klöti.

Dass es sich etwas komisch anhört, Rehe vor dem Tod auf der Strasse zu schützen, indem man sie vorher abschiesst, dessen ist sich Rainer Klöti bewusst. Er macht aber auch klar, dass es immer noch humaner sei, wenn ein Tier gezielt durch einen Jäger geschossen wird, als wenn es von einem Auto angefahren wird und dann häufig noch länger leiden muss.

Und: «Die Jäger sind nicht nur zum Schutz der Rehe da, sondern auch zum Schutz des Menschen und der Zivilisation.» Gemeint ist beispielsweise der Autofahrer, welcher durch eine Kollision mit einem Reh ebenfalls verunfallen kann.

Aargauer Jäger an der Belastungsgrenze?

Rund 1000 Rehe sterben jährlich auf Aargauer Strassen. Jäger erschiessen weitere 5000. Wenn nun die Jäger ihrerseits weitere Rehe abschiessen müssen, komme man langsam aber sicher an die Belastungsgrenze was die Aufgaben der Jäger angeht, so Klöti. Man suche derzeit nach Lösungen für dieses Problem.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Stephan Schmid, Aarau
    Mein Vorschlag: Man könnte auch Autofahrer abschiessen, damit die kein Wild mehr überfahren. Wer war zuerst da? Die Autofahrer oder das Wild?
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  • Kommentar von Finja Nöhring, Sollerup
    Wild erkennt Geschwindigkeiten bis 70 km/H ! LANGSAMER fahren ! Lauteren Auspuff anmontieren ! Schützt die Autofahrer ? -> unter welchen Tierschutzgesetz-Paragrafen fällt das denn?
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  • Kommentar von Karina Glas, Nürtingen
    Der Mensch sollte langsam aber sicher mal lernen, dass er derjenige ist, der endlich anfangen muss auf die Natur und deren Bewohner Rücksicht zu nehmen! Es ist vollkommen klar, dass man nachts in bewaldeten- und bewiesten Gegenden vorsichtig und langsam fahren muss. Auch die Hupe ist ein hilfreiches Werkzeug! Wie wäre es, nicht immer den kürzesten und einfachsten Weg, nämlich über den Tod des Tieres zu gehen sondern endlich mal anzufangen, umweltverträgliche Lösungen zu finden?
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