Aargauer Gemüseproduzenten warten auf den Frühling

Das kühle und wolkige Wetter macht auch den Gemüseproduzenten zu schaffen. Salate, Broccoli und Zwiebeln reifen viel langsamer als in anderen Jahren. Der Rückstand auf «normale» Jahre beträgt unterdessen rund 2 bis 3 Wochen.

Thomas Käser in einem seiner Gewächshäuser. Der Kopfsalat sollte bereits gepflückt sein. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Thomas Käser in einem seiner Gewächshäuser. Der Kopfsalat sollte bereits gepflückt sein. SRF

In der Abpackhalle des Gemüseproduzenten «Gemüse Käser + Co.» ist am Dienstagmorgen niemand am Arbeiten. Es gebe kaum Gemüse zu ernten, begründet Firmenchef Thomas Käser. Wegen des kühlen Wetters wächst alles viel langsamer als sonst. Zu Spitzenzeiten arbeiten 40 Mitarbeiter im Betrieb.

Thomas Käser kennt die Sorgen der Gemüseproduzenten, er ist Vizepräsident des Verbands der Aargauer Gemüseproduzenten. In seinem eigenen Betrieb baut er über 30 verschiedene Salate und Gemüse an - auf 50 bis 70 Hektaren Feldern und in 2 Hektaren Gewächshäusern.

Auch im Gewächshaus ist es zu kühl

Auf einem Broccolifeld wird das Problem deutlich: Der Broccoli ist so klein, dass er kaum das aufgelegte Vliess anheben kann. «Eigentlich müssten die Pflanzen jetzt bereits 20 cm hoch sein», erklärt Thomas Käser. Sorgen macht ihm auch, dass einige der Blätter violett gefärbt sind. Das sei ein Zeichen von Kälte, «wie bei uns rote Backen», sagt Käser. Zum Problem werde das dann, wenn es lang kalt bleibe.

Aber auch in den Gewächshäusern reift das Gemüse nicht schnell genug: «Im März gab es sehr wenige Sonnentage», sagt Thomas Käser, deshalb werde es nicht richtig warm im Gewächshaus. Allzu langes Heizen lohne sich nicht, wegen den Kosten.

Nicht nur in der Schweiz dauert der Winter lange

Thomas Käser verkauft 75 Prozent seines Gemüses an den Engrosmarkt in Zürich, 25 Prozent direkt an einen Grossverteiler. Sollte das einheimische Gemüse nicht bald wachsen, werden die Grossverteiler im Ausland einkaufen. Allerdings dauerte der Winter auch in Spanien oder Deutschland länger als sonst. Deshalb gebe es auch auf dem internationalen Gemüsemarkt keinen Überschuss, so Käser.

Wenn es nun bald warm wird, so könne man einen Teil der Einbussen wieder aufholen. «Den ganzen Rückstand werden wir wohl nicht aufholen können, aber etwa eine Woche liegt drin», erklärt der Gemüseproduzent. So gesehen sei es noch zu früh zum Jammern: «Wir müssen immer mit dem Wetter arbeiten - und wir müssen das Beste daraus machen».