Altes Handwerk Aargauer Hut-Industrie lebt wieder auf

Strohhüte aus dem Freiamt waren vor 100 Jahren ein Exportschlager. Die sogenannten «Strohbarone» verkauften ihre Hüte in die ganze Welt. Heute ist von der ganzen Hutindustrie fast nichts mehr übrig. Nur die Hägglinger Hutwerkstatt Risa hat überlebt. Nun hat sie nach Zürich expandiert.

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Vom Rohling zum Zylinder

4:56 min, vom 6.12.2016

Die Aargauer Hutwerkstatt Risa hat vor einem Monat ihre erste Filiale in Zürich eröffnet. Bisher hat die Firma lediglich produziert. Nun möchten die Aargauer Hutmacher in einem Verkaufsladen im hippen Zürcher Kreis 5 den Leuten ihr Handwerk näher bringen.

Im Jahr 2010 hat Julian Huber zusammen mit seiner Mutter die Hutwerkstatt übernommen. Das Geschäft floriert. Der junge Patron freut sich über den Erfolg seiner Firma: «Es läuft super und wir haben viel zu tun».

Preisdruck macht zu schaffen

Einzig der Preisdruck mache ihm manchmal zu schaffen. Seine Kopfbedeckungen kosten zwischen 80 und 600 Franken - je nach Aufwand und Material. Die 10 Risa-Mitarbeiter machen jährlich zwischen 8000 und 9000 Hüte. Darunter sind Zylinder, Melonen, Panamas, Joder- oder Jägerhüte. Im Winter werden eher Filzhüte produziert - im Sommer sind es eher Strohhüte.

Vor 100 Jahren war das Aargauer Freiamt bekannt für seine Hutproduktion. Die Strohhüte wurden in die ganze Welt exportiert. In den 60er-Jahren begann dann allerdings der Niedergang der Hutindustrie. «Nach der Hippie-Zeit war der Hut modisch praktisch tot - doch schon seit Längerem ist er wieder im Kommen», erklärt Risa-Chef Julian Huber.

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr)