Aargauer Kunstpreis wird nicht mehr vergeben

Aus Protest gegen einen Sparentscheid des Kantonsparlamentes hat das Aargauer Kuratorium zur Förderung der Kultur den neuen Kunstpreis des Kantons auf Eis gelegt. Das Parlament hatte es abgelehnt, den Kredit für die Institution um 100'000 auf 6,3 Millionen Franken aufzustocken.

Die Vergabe des Preises werde bis auf Weiteres ausgesetzt, teilte das Aargauer Kuratorium am Mittwoch mit. Die Reduktion der dringend benötigten Mittel könne nicht ohne Folgen bleiben. «Es ist unschön, aber irgendwo müssen wir anfangen», sagte Kuratoriums-Präsident Rolf Keller auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Theateraufnahme Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Licht aus, der Vorhang fällt, der Aargauer Kunstpreis ist gestorben. Keystone

Der mit 40'000 Franken dotierte Kunstpreis war 2011 erstmals verliehen worden. Preisträger war Schauspieler Hansrudolf Twerenbold aus Baden AG. Gemäss Keller war geplant, den Kunstpreis in jedem zweiten Jahr zu verleihen. Der Grosse Rat hatte am Dienstag bei der Beratung des Budgets 2014 beschlossen, den Jahreskredit für das Kuratorium nicht um 100'000 Franken zu erhöhen. Der Entscheid auf Antrag der vorberatenden Kommission fiel mit 84 zu 41 Stimmen.

Regierung wollte Kredit erhöhen

Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP) hatte sich im Parlament ohne Erfolg für die «moderate Aufstockung» eingesetzt. Das Kuratorium erhält 2014 gleich viel Geld wie im laufenden Jahr. Das Aargauer Kuratorium ist eine Institution des Kantons, deren Mitglieder vom Regierungsrat und vom Parlament gewählt werden.

Das Kuratorium entscheidet abschliessend über die Förderung und Auszeichnung des aktuellen künstlerischen Schaffens im Aargau. Im vergangen Jahr hatte das Kuratorium den zur Verfügung stehenden Kredit von 6,2 Millionen um 70'000 Franken überschritten. Mit dem Geld wurden vor allem Beiträge an Theater und Tanz, klassische Musik und Pop sowie an die Literatur, bildende Kunst und an Filmprojekte gesprochen.