Aargauer Regierungsratswahlen: «GLP will wahrgenommen werden»

Nach SP, SVP, BDP und den Grünen hat sich nun auch die GLP dazu entschlossen, bei den Aargauer Regierungsratswahlen im Oktober mitzumachen. Beschlossen hat die GLP das vor fünf Tagen. Und seit Freitag weiss Ruth Jo Scheier, dass sie antreten wird. Ein Kurzschlussentscheid?

Porträtbild von Ruth Jo Scheier. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ruth Jo Scheier steigt für die Grünliberalen ins Rennen um einen Sitz in der Aargauer Regierung. ZVG

Was für eine Regierungsrätin bekommen die Aargauerinnen und Aargauer, wenn Ruth Jo Scheier gewählt wird? «Dann bekommen sie eine unaufgeregte, sachbezogene Regierungsrätin, die stets lösungsorientierte Ansätze verfolgt», erklärt die Wettingerin, welche am Freitag ihre Kandidatur bekannt gegeben hatte. Politisch ist die GLP-Politiker Scheier eher am rechten Flügel zu finden, wie sie selber sagt.

Erst vor fünf Tagen hat die GLP sich dazu entschieden, jemanden für die Regierungsratswahlen ins Rennen zu schicken. Ruth Jo Scheiert ihrerseits weiss erst seit Freitag, also seit einem Tag, dass sie die Kandidatin sein wird.

«Ja, es lief nicht ganz optimal», meint die 40-Jährig im Interview. Das liege an den Sommerferien und daran, dass sich die grüne Regierungsrätin Susanne Hochuli erst vor kurzem entschieden habe, doch nicht wieder anzutreten.

Sonst wollte niemand

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Zur Person

Ruth Jo Scheier ist 40 Jahre alt, hat eine Tochter und lebt getrennt. Sie ist seit zwei Jahren im Einwohnerrat Wettingen und seit sieben Jahren im Aargauer Grossen Rat. Dort war sie bereits in mehreren Kommissionen aktiv, aktuell ist sie in der Kommission «Volkswirtschaft und Abgaben».

Ausser Ruth Jo Scheier wollte niemand anders von der GLP antreten, das hat die Grossrätin gegenüber dem Regionaljournal erklärt. Es sei aber kein Müssen, jetzt anzutreten. «Ich sehe das nicht als Opfer an, was ich hier vollbringe.»

Viele Kandidaten hätten abgesagt, weil sie nicht an die Chance der Partei glauben. Scheier hingegen freut sich nun auf den Wahlkampf und sagt aber auch: «Ich mache mir keine Illusionen: Es ist auch ok, wenn ich nicht gewählt werde.»

Tritt denn die GLP an, weil fast alle anderen Parteien auch antreten? Es bestehe schon die Befürchtung, dass die «GLP medial nicht wahrgenommen wird», wenn sie nicht antritt, sagt Scheier. Mit einer Kandidatur will die Partei aber auch die grünliberalen Haltungen in die Diskussion mit einbringen. «Die GLP will wahrgenommen werden.»

Wie viel Erfahrung hat Scheier?

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Ruth Jo Scheier verfügt zwar über Erfahrungen in der Legislative - sie ist Einwohnerrätin und Grossrätin. In der Exekutive, also in einer Regierung, hat sie aber noch keine Erfahrung gesammelt. «Ob das reicht, das muss der Wähler entscheiden», sagt Scheier.

Sie traut sich das Amt aber sehr wohl zu. Sie habe sich auch schon häufig und lang in verschiedenen Vereinen engagiert. Dort habe sie Führungserfahrung sammeln können, erklärt sie im Interview mit dem Regionaljournal Aargau Solothurn. Reichen Vereinsmandate als Leistungsausweis?

«Wenn man freiwillige Vorstände führt, dann muss man motivieren können. Man kann nicht einfach befehlen», erklärt Ruth Jo Scheier. Insofern könne sie durchaus auf Führungserfahrung zurück greifen. Erfahrungen, die man für die Leitung eines Departements der Aargauer Kantonsverwaltung sicherlich braucht.

Köpfe zu den Aargauer Regierungsratswahlen 2016